Fußbodenmaterial beeinflusst Verletzungshäufigkeit

Schürfwunden und Zitzenabschürfungen können zu einer Verringerung der Absetzmasse bis 1,5 kg führen. Eine Untersuchung der Universität Gießen zeigt, welche Fußböden in der Abferkelbucht die Entstehung dieser Verletzungen begünstigen.
Abschürfungen sind auch Eintrittspforten für Infektionserreger.
Abschürfungen sind auch Eintrittspforten für Infektionserreger.
Schürfwunden an den Gliedmaßen, die nach der Geburt bei den Rangkämpfen und beim Saugen durch strampelnde Bewegungen auf dem (rauen) Fußboden entstehen, können bei über 80 % der Ferkel auftreten. Von hochgradigen Aufliegeschäden kann im Extremfall nahezu jedes 4. Ferkel betroffen sein.

Sowohl der Fußboden unter der Sau als auch der im Ferkelbereich kann zur Entstehung von Hautabschürfungen an den Beinen beitragen.

Als ungünstigstes Material unter dem Aspekt der Schürfwunden und Zitzenabschürfen muss Dreikantstahl charakterisiert werden. Bei diesem Material – insbesondere bei Verwendung im Ferkel- und im Sauenbereich – treten die mit Abstand höchsten Prozentsätze an Schürfwunden und Zitzenverletzungen auf.

Die günstigste Variante aus dieser Sicht ist die Verwendung von kunststoffummanteltem Metall sowohl im Ferkel- als auch im Sauenbereich. Die anderen Kombinationen ordnen sich hinsichtlich der Verletzungshäufigkeit bei den Ferkeln dazwischen ein.

Unter dem Aspekt der Wärmeableitung unter dem Sauenstandplatz kann auch die Kombination Gussrost (im Bereich des Sauenstandplatzes) und kunststoffummanteltes Metall außerhalb davon empfohlen werden.

Autoren: Tierärztin Monika RUETZ und Prof. Steffen HOY, Universität Gießen


Aktualisiert am: 13.11.2006 13:35

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