Fusion von Pressen und Wickeln

Bislang wurde bei einer Press-/Wickelkombination immer der Wickler an die Presse angepasst. Bei der Fusion von McHale ist es genau umgekehrt. Wir haben mit dieser etwas anderen Press-/Wickelkombination in Österreich und in der Schweiz unter verschiedensten Einsatzbedingungen über 2000 Silageballen gepresst.
Die Press-Wickelkombination ist bedeutend hangtauglicher als ihr erster Eindruck vermuten lässt.
Die Press-Wickelkombination ist bedeutend hangtauglicher als ihr erster Eindruck vermuten lässt.
Schon der erste Anblick lässt erkennen, dass die Fusion im Aufbau einzigartig ist. Auffällig ist der quaderförmige Kasten mit nur einer Achse. Aufgrund der hohen Bauform und des hohen Gewichtes von gewogenen 6.280 kg (inkl. einer Netzrolle und vier Rollen Wickelfolie) waren unsere Testfahrer bezüglich Hangtauglichkeit äußerst skeptisch. Mit Fortdauer des Testeinsatzes wurden wir aber eines Besseren belehrt. Unser „hangtauglichster“ Testfahrer presste – als er das Gespann in Griff hatte - in Schichtlinienfahrt auf Flächen über 45 % Hangneigung. Unsere Testmaschine war mit der optional erhältlichen Breitbereifung 650/50-22,5 ausgerüstet und wurde mit Untenanhängung gefahren. In Österreich wird die Maschine standardmäßig mit Untenanhängung und hydraulischem Stützfuß ausgeliefert. Dieser Einachser mit großer Bereifung hat eine hervorragende Seitenstabilität und hinterlässt trotz des hohen Gewichtes kaum Fahrspuren und Grasnarbenverletzungen. Die Testfahrer waren auch von der Wendigkeit der Maschine begeistert.

Die hohe kastenförmige Bauform hat Nachteile bei herabhängenden Ästen und verschlechtert die Übersichtlichkeit nach hinten. Positiv ist aber, dass der Ballen beim Wickelvorgang eingesehen werden kann, was bei den meisten anderen Fabrikaten nicht der Fall ist. Wir empfehlen trotzdem die Investition in eine „Rückfahrkamera“, die um etwa 100,- Euro im Handel erhältlich ist.

Nachteilig wirkt sich der Einachser auf der Straße aus. Er neigt bei höheren Geschwindigkeiten zum Aufschaukeln. Der Wechsel von einer konventionellen Zugöse auf eine Scharmüller-Kugelkopfanhängung hat in diesem Punkt eine leichte Verbesserung gebracht, kommt aber an den Fahrkomfort eines Zweiachsers nicht heran.

Fazit
Die Fusion ist völlig anders konstruiert als konventionelle Press-/Wickelkombinationen, ist preislich in der obersten Liga angesiedelt und von Profis für Profis gebaut. McHale hat bei dieser jüngsten Entwicklung VOM Wickler ZUR Presse gedacht und nicht einfach einen Wickler an eine bestehende Presse angebaut. Die Maschine zeichnet sich durch eine äußerst robuste, einfache Bauweise mit einer patentierten Ballenübergabe aus. Die hochverdichteten Siloballen werden schnell und auch sicher am Hang auf den Ringwickler übergeben. Dieser umwickelt sie in kürzester Zeit und legt den Ballen bodennah ab. Die als Einachser ausgeführte Fusion ist wendig und hinterlässt auch auf feuchten Untergründen kaum Fahrspuren. Auf der Straße neigt sie bei höheren Geschwindigkeiten zum Aufschaukeln. Die Maschine ist einfach zu bedienen. Während der Testphase von über 2000 Ballen sind kaum Störungen aufgetreten, so dass wir ihr auch das Prädikat zuverlässig ausstellen können.

Autoren: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau und Stephan SCHMIDLIN, Wahlen (CH)


Aktualisiert am: 08.09.2006 15:21
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