Fungizideinsatz in Wintergetreide

Durch einen gezielten Fungizideinsatz kann neben dem Ertrag auch die Qualität gesteigert werden. In Anbetracht der zu erwartenden angespannten Getreidepreissituation sind die Fungizideinsätze jedoch genau zu kalkulieren.
Ein gezielter Fungizideinsatz erhält den Bestand lange gesund.
Ein gezielter Fungizideinsatz erhält den Bestand lange gesund.
Der Landwirt ist gefordert, die auftretenden Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und die Bekämpfungsstrategie nach dem Krankheitsdruck auszurichten. Eine Unterstützung bietet hier auch das Prognosemodell pro_Plant, welches für die Kultur Weizen in seiner kostenlosen Basisversion (expert basic) z.B. unter der Adresse www.warndienst.at benützt werden kann. Über das aktuelle Befallsgeschehen bei Weizen gibt es auch Informationen im Internet unter der Adresse www.weizen-expert.at. Die Sorteneigenschaften müssen ebenfalls bekannt sein, um gezielt reagieren zu können (Sortenliste: www.ages.at). Der Fungizideinsatz muss sich darüber hinaus an der Befallssituation, der Bestandesentwicklung und an den eigenen Ertragserwartungen ausrichten.

Fungizideinsatz in Wintergerste
Die Versuche der letzten Jahre haben erneut gezeigt, dass eine einmalige Fungizidbehand-lung am rentabelsten ist. Nur in Ausnahmefällen rechnet sich eine Doppel- oder Mehrfach-behandlung. Insbesondere können die in Österreich dominierenden Krankheiten Netzflecken- und Ramularia-Sprenkelkrankheit zu hohen Ertrags- und Qualitätseinbußen führen. Mehltau und Zwergrost können v.a. im östlichen Trockengebiet stärker auftreten.

Strategien bei Wintergerste
In der Praxis hat sich eine gezielte einmalige Behandlung zwischen dem Erscheinen des Fahnenblattes (ES 37) und dem Grannenspitzen (ES 51) bewährt. Es muss auf die Gesunderhaltung der obersten drei Blätter Wert gelegt werden, d.h., sobald die Krankheiten auf das dritte Blatt von oben überspringen, muss eine Applikation erfolgen. Ist die Witterung wie 2009 bis zum Erscheinen des Fahnenenblattes trocken und der Blattapparat gesund, kann mit der Behandlung bis zum Beginn Grannenspitzen zugewartet werden. Das Fungizid muss noch auf den Blattapparat gelangen können. Auf eine gute Benetzung ist zu achten.
In den feuchteren Anbaulagen hat sich gezeigt, dass nach Niederschlägen und nachfolgendem strahlungsintensivem Wetter mit Ramularia bzw. nichtparasitären Blattflecken zu rechnen ist. Die Versuche der LK OÖ auf einem Voralpenstandort haben gezeigt, dass bei Auftreten von Ramularia-Sprenkelkrankheit nur wenige Fungizide bzw. Fungizidkombinationen diesen Erreger nachhaltig bekämpfen. Input besitzt mit 1,0 l/ha eine gute Wirkung, bei stärkerem Befallsdruck sind 1,25 l/ha notwendig. Die Kombinationen aus 1,5 bis 1,8 l/ha Amistar Opti + 0,5 bis 0,6 l/ha Gladio oder 0,6 -0,7 l/ha Fandango und 0,6-0,7 l/ha Input haben sich ebenfalls als sehr wirksam erwiesen. Die Kombination aus 0,9 l/ha Champion + 0,9 l/ha Diamant fällt bei den Bestandesbonituren regelmäßig ab, liefert aber ertraglich rentable Ergebnisse, die nur knapp unter den vorhin genannten Produkten liegen. Ist Ramularia nicht die dominierende Krankheit (das ist aber zum Zeitpunkt der Spritzung leider oft nicht exakt feststellbar) so können auch andere strobilurinhältige Kombinationen wie Acanto Duo Pack oder Juwel top verwendet werden. Auf Azolbasis stehen Folicur, Gladio, Prosaro, Osiris oder Cirkon sowie Tilt 250 EC bzw. Achat zur Verfügung.

Autor: DI Hubert KÖPPL, LK Oberösterreich


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Aktualisiert am: 02.04.2010 11:07
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