Fungizideinsatz in Wintergerste

Insbesondere Netzflecken und Ramularia führen zu hohen Ertragseinbußen bei Wintergerste. Doch in Anbetracht der momentanen Preissituation muss ein Fungizideinsatz kritisch betrachtet werden und wenn, dann gezielt erfolgen.
Der Blattapparat kann durch Ramularia in kürzester Zeit zum Absterben gebracht werden.
Der Blattapparat kann durch Ramularia in kürzester Zeit zum Absterben gebracht werden.
Vor allem bei feucht-warmer Witterung können sich Pilzkrankheiten rasch entwickeln. Der Fungizideinsatz muss sich an der Befallssituation, der Bestandesentwicklung und an den eigenen Ertragserwartungen ausrichten. Die Bestände sind regelmäßig zu kontrollieren. Bei Befall auf den obersten Blattetagen ist rasch zu reagieren.

Strategien bei Wintergerste
Nur bei intensiver Bestandesführung oder starkem Krankheitsdruck kann eine Behandlung im 1- bis 2-Knoten-Stadium (EC 31/32) notwendig werden. In der Praxis hat sich jedoch eine gezielte einmalige Behandlung zwischen dem Erscheinen des Fahnenblattes (EC 37) und dem Grannenspitzen (EC 51) bewährt. Es muss auf die Gesunderhaltung der obersten drei Blätter Wert gelegt werden, d.h., sobald die Krankheiten auf das dritte Blatt (von oben gezählt) überspringen, muss eine Applikation erfolgen. Ist die Witterung bis zum Erscheinen des Fahnenblattes trocken und der Blattapparat gesund, kann mit der Behandlung bis zum Beginn des Grannenspitzens zugewartet werden. Das Fungizid muss noch auf den Blattapparat gelangen können. Auf eine gute Benetzung ist zu achten.

Mittelwahl
In feuchteren Anbaulagen hat sich gezeigt, dass nach Niederschlägen und nachfolgendem strahlungsintensivem Wetter mit Ramularia- bzw. nichtparasitären Blattflecken zu rechnen ist. Fungizide wie Input (1 bis 1,25 l/ha), die Kombination aus 1,5 bis 1,8 l/ha Amistar Opti + 0,5 bis 0,6 l/ha Gladio oder 1,25 l/ha Fandango haben sich bei der Bekämpfung als sehr wirksam erwiesen. Ist Ramularia nicht die dominierende Krankheit, was aber zum Zeitpunkt der Spritzung leider oft nicht exakt feststellbar ist, so können strobilurinhältige Kombinationen wie Acanto Duo Pack oder Juwel top verwendet werden. Auf Azolbasis stehen Folicur, Gladio , Prosaro oder Cirkon sowie Tilt 250 EC bzw. Achat zur Verfügung. Das neue Priori Xtra ist ein Spezialist gegen Rostkrankheiten.

Rentabilität
Auch bei niedrigen Produkterlösen ist die Rentabilität eines einmaligen Fungizideinsatzes gegeben. Neben dem Ertrag sollte aber auch die Qualitätssicherung nicht außer Acht gelassen werden.

Autor: DI Hubert KÖPPL, Referat Pflanzenschutz der LK OÖ


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Aktualisiert am: 02.04.2009 17:37
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