Fungizideinsatz in Getreide

Der Einsatz von Fungiziden sichert bei richtiger Terminwahl und entsprechend wirksamen Produkten den Ertrag und die Qualität des Getreides.
Ährenseptoria
Ährenseptoria
Strategien für das heurige Jahr - Weizen
Ertragsrelevant sind die obersten drei Blätter samt Ähre. Grundsätzlich muss der Betrieb entscheiden, ob er eine Einmalstrategie oder eine Doppelbehandlung anstrebt. Dazu ist neben der Ertragserwartung die aktuelle Befallslage auf den Feldern und auch die Niederschlagssituation zu beachten.

Bei Betrieben, in denen das Befallsniveau niedrig ist, kein allzu hohes Ertragsniveau angestrebt wird und keine Ährenfusariosenbehandlung geplant ist, kann wahrscheinlich mit einer einmaligen Behandlung entweder mit einer strobilurinhaltigen Kombination im Fahnenblatt bis kurz vor oder um das Ährenschieben oder einer gezielten Behandlung der freistehenden Ähre mit azolhältigen Produkten das Auslangen gefunden werden (siehe Tabelle).

Wird eine Einmalbehandlung durchgeführt, muss mit vollen Aufwandmengen gearbeitet werden.

Strategien für das heurige Jahr – Gerste
Im Grunde sollte der einmalige, infektionsbezogene Fungizideinsatz das Ziel sein. Ab Erscheinen des letzten Blattes kann je nach vorhandenem Krankheitsschwerpunkt die Fungizidauswahl erfolgen. Der Einsatz liegt so in der Regel zwischen Erscheinen des Fahnenblattes bis Beginn des Ährenschiebens. Wir haben in unseren Versuchen gesehen, dass eine Behandlung mit strobilurinhaltigen Produkten (zB Juwel top, Fandango, Stratego, Amistar oder Twist plus jeweils ein azolhaltiger Mischungspartner) zu einer längeren Grünphase der Pflanzen führt. Produkte auf Azolbasis (zB Gladio) oder das Charisma haben bei weitem nicht diese Dauerwirkung, Ausnahme ist hier das neue Azolfungizid Input, welches ein breites fungizides Wirkungsspektrum und eine entsprechende Dauerwirkung hat. Die Rentabilität war aber bei allen Produkten gegeben. Generell wird durch die Fungizidbehandlung auch die Qualität deutlich gehoben, der Proteingehalt sinkt durch den „Verdünnungseffekt“ leicht.

Folgt nach Niederschlägen strahlungsintensives Wetter, so ist mit Ramularia bzw. nichtparasitären Blattflecken zu rechnen und dementsprechend sind potente, langanhaltende Produkte zu favorisieren (zB Input, Input-Set, Amistar Opti+Gladio). Herrscht zu ES 31 schon ein massiver Krankheitsdruck, so kann sich bei hoher Ertragserwartung, intensiver Bestandesführung und anfälliger Sorte mit entsprechend weiterhin anhaltender Infektionswetterlage eine zweimalige Behandlung rentieren. Vor allem bei enger Getreidefruchtfolge kann in Jahren mit einem feuchten Herbst und einem kühl-feuchten Frühjahr Halmbruch eine Rolle spielen.

Autor: Dipl. Ing. Hubert KÖPPL, LK für OÖ, Linz


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Aktualisiert am: 09.05.2006 11:23
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