Fungizide in Getreide wirtschaftlich einsetzen

Pilzliche Krankheitserreger mindern Ertrag und Qualität der Ernte, Gegenmaßnahmen mit Hilfe von Fungiziden kosten Zeit und Geld. Der Einsatz dieser Biozide muss gut überlegt sein, damit er sich lohnt.


Der Schutz vor Pilzkrankheiten im Getreide ist dann sinnvoll, wenn sich eine Behandlung aufgrund eines höheren Ertrages (= bessere Kornfüllung durch volle Assimilationsleistung) und somit besserer Kornqualität oder wegen geringerer Mykotoxinbelastung wirtschaftlich gerechnet hat. Das alles stellt man aber leider erst nach der Ernte fest. Die Kunst des Landwirtes besteht nun darin, Infektionsdruck, Wetterrisiko und Sortenkenntnis so abzuschätzen, dass sich eine Behandlung lohnen wird.

Entscheidungshilfen für einen Fungizideinsatz
1. Bestandeskontrolle ab Schossbeginn
Wird im Bestand kein Befall festgestellt, wird auch keine Behandlung empfohlen. Ist kein Befall sichtbar, kann nur eine Laboruntersuchung feststellen, ob die gezogenen Proben bereits befallen sind.

2. Warndienste beachten!
Warndienstmodelle können nur das allgemeine Risiko für eine Infektion errechnen. Fragen nach der Feldlage, Sorte, Bodenbearbeitung und Düngeintensität können die Risikoabschätzung verbessern.

3. Schadschwellen als Risikoabschätzung
Die Festlegung von Schadschwellen ist in Maß für die Sinnhaftigkeit einer Behandlung. Die Schätzung auf 2 oder 3% -Blattbefall ist aber subjektiv. Befallshäufigkeiten (zB % befallene Fahnenblätter) sind einfacher auszuzählen. Allerdings entscheidet der Zeitpunkt der Beobachtung.

4. Mittelauswahl und Einsatztermin
Grundsätzlich sollten die obersten 2 Blätter möglichst lange gesund sein, um die volle Assimilationsleistung zu bringen. Dies bedeutet für einen direkten Schutz auch gleichzeitig, dass diese Blätter zum Zeitpunkt der Behandlung da sein müssen. Oftmals ist eine kurative Wirkung wichtig, um bereits erfolgte Infektionen abzutöten.

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Aktualisiert am: 23.04.2004 12:42
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