Fungizide in Getreide wirtschaftlich einsetzen

Gegenmaßnahmen gegen pilzliche Erreger kosten Zeit und Geld, und nicht immer ist eine Behandlung möglich oder sinnvoll.



Blattnässe bietet für viele Krankheiten beste Infektionsbedingungen.
Blattnässe bietet für viele Krankheiten beste Infektionsbedingungen.
Im heurigen Jahr ist mit Proline in Input Set ein hervorragendes neues Triazol - Fungizid mit der bislang besten Wirkung gegen Fusarium auf den Markt gekommen. Weiters soll Harvesan auf einer preiswerten Linie möglichst viele Gerstenanbauer überzeugen. Und die sparsamen Landwirte sollen durch eine Preisabsenkung bei Tilt ihr Herz noch einmal für dieses „Fungizid- Urgestein“ entdecken. Mit Pugil 75 WG wird auch ein Kontaktmittel gegen Spelzenbräune an Weizen angeboten. Soviel zu den Neuigkeiten für 2005.

Der Schutz vor Pilzkrankheiten im Getreide ist dann sinnvoll, wenn sich eine Behandlung aufgrund eines höheren Ertrages (= bessere Kornfüllung durch volle Assimilationsleistung) und somit besserer Kornqualität oder wegen geringerer Mykotoxinbelastung wirtschaftlich gerechnet hat. Das alles stellt man aber leider erst nach der Ernte fest. Die Kunst des Landwirtes besteht nun darin, Infektionsdruck, Wetterrisiko und Sortenkenntnis so abzuschätzen, dass sich eine Behandlung lohnen wird.

Wobei wir bei einem zentralen Problem jeder Fungizid-Spritzempfehlung wären. Pflanzenschutz hat vielfach einen „versichernden“ und auch bedingt durch die Wirkstoffeigenschaften oftmals nur vorbeugenden Charakter. Eine Behandlung erst dann zu machen, wenn der Hut längst brennt, kann den Erfolgt wesentlich reduzieren, ja vielfach das Risiko auf eine Resistenzbildung steigern.

Um die Fungizide besser beurteilen zu können, muss man aber auch deren abstoppende und vorbeugende Wirksamkeit kennen.

Autor: Peter Klug, LLWK Graz


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Aktualisiert am: 12.05.2005 15:46
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