Fungizid Einsatz bei Raps im Herbst

Der Einsatz von Fungiziden zur Wachstumsregulierung hat sich bei Raps als Standardmaßnahme im Herbst durchgesetzt. Im Praxistest wird der Frage nachgegangen, was diese Maßnahme an Mehrleistung bringt und ob es Unterschiede zwischen den Produkten gibt.
Im Praxisversuch wurde die Frühjahrsspritzung mit Wachstumsreglern Anfang April bei einer Wuchshöhe von 30 bis 40 cm durchgeführt.
Im Praxisversuch wurde die Frühjahrsspritzung mit Wachstumsreglern Anfang April bei einer Wuchshöhe von 30 bis 40 cm durchgeführt.
Um die Wirkung verschiedener Fungizide und Wachstumsregler bei Raps zu testen, wurde im Herbst 2010 gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Oberösterreich (DI Hubert Köppl) ein vierfach wiederholter Exaktversuch angelegt. Die Applikation erfolgte mit einer konventionellen Pflanzenschutzspritze. Die Ernte erfolgte heuer als Kerndrusch mit einem Parzellenmähdrescher mit beiderseits aufgebauten Trennmessern. Als Rapssorte wurde ein Zwerghybrid verwendet (Pioneer DO6). Die Vorfrucht war Winterweizen. Alle ackerbaulichen Maßnahmen erfolgten auf allen Parzellen gleich, nur die Fungizidanwendungen waren unterschiedlich.

Ergebnisse
Der Raps entwickelte sich im Herbst 2010 sehr zögernd und die Gefahr des Überwachsens war nicht groß. Die Versuchsvarianten wurden am 10. Oktober 2010 behandelt. Die Bestände gingen sehr homogen in den Winter und es waren kaum Unterschiede zwischen den Varianten erkennbar. Im Jänner setzte eine starke Frostperiode den Rapsbeständen stark zu. So begann die Entwicklung im Frühjahr sehr spät. Die Bestände mussten sich in kurzer Zeit sehr intensiv entwickeln. Anfang April war der Raps 30 bis 40 cm hoch und die Frühjahrsspritzung mit Wachstumsreglern wurde durchgeführt. Die Blütenspritzung fand Anfang Mai statt. Die Bestände waren optisch sehr gesund und hatten bis zur Ernte eine lange, nicht zu heiße Wachstumsphase, sodass gute Ertragsanlagen gebildet werden konnten. Bei der Rapsernte am 27. Juli zeigten sich die Varianten optisch sehr homogen. Die Nacherntebonitur der Rapsstoppeln ergab aber deutliche Unterschiede in der Vitalität der Rapsstoppeln.

Erkenntnisse aus dem Versuch
Der Krankheitsdruck mit Phoma und Sklerotinia war eher gering. Es war in erster Linie Verticillium, das dem Raps stark zusetzte. Die Bewertung des Versuches ist schwierig; er muss sicherlich noch ein Jahr gemacht werden, um wirklich exakte Aussagen treffen zu können. Folgendes kann man aus den ersten Beobachtungen ableiten:

  • Azole haben hohe Ertragssteigerungen gebracht, da die kürzende Wirkung aufgrund der Witterung nicht vorrangig war. Die Vitalität und Ge-sundheit der Pflanzen und des Wurzelsystems wurde dadurch stark gefördert. Phomainfektionen können speziell bei feuchter Septemberwitterung und voller Azolaufwandmenge verhindert werden.
  • Hohe Mengen an Toprex kürzten stark ein. Hier könnte die Praxisempfehlung von 0,35 l/ha auch genügen.


Weitere Erkenntnisse und den Ertragsvergleich vom Versuch können Sie in der "Landwirt" Ausgabe 19 nachlesen.

Autor: Dipl.-HLFL-Ing. Franz KASTENHUBER, abz Lambach


Aktualisiert am: 22.09.2011 15:00
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