Fütterung: Mehr Lysin an Ferkel mit hohem Wachstumsniveau

Ferkel mit hohem Wachstumsniveau brauchen einen Bruttolysingehalt von mindestens 0,9 g/MJ ME, wenn sie ihr genetisches Wachstumsvermögen voll ausschöpfen sollen.
Dieses Ergebnis bestätigt ein vom Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp durchgeführter Versuch zur Aminosäurenversorgung von Ferkeln in der Aufzuchtphase. Der Versuch lief über 40 Tage; die Ferkel wurden in einem Alter von rund 26 Tagen und 8,5 kg Lebendgewicht eingestallt und wogen nach 40-tägiger Aufzucht im Schnitt 27,5 kg. In dieser Zeit erhielt die Versuchsgruppe ein Futter mit einem Lysin-Energieverhältnis von 0,93 g/MJ ME. Die Kontrollgruppe wurde mit einem Futter mit 0,85 g Lysin/MJ ME versorgt. Daneben wertete man auch den Gehalt der Aminosäuren Methionin/Cystein, Threonin und Tryptophan auf, um ein Verhältnis von 1 : 0,54 : 0,64 : 0,18 zu erreichen.

Höhere Tageszunahmen durch intensivere Lysinversorgung

Bei den Zunahmen hatte die höher mit Lysin versorgte Gruppe im Versuchszeitraum 16. bis 40. Tag signifikant höhere Zunahmen. Die Tagszunahmen je Ferkel lagen 25 g über den Durchschnittswerten der Vergleichsgruppe. Ab dem 28. Versuchstag verzeichneten die Ferkel in der Versuchsgruppe um 60 g höhere Tageszunahmen als ihre Artgenossen in der Kontrollgruppe. „Wird der gesamte Versuch betrachtet, so hatte die zusätzliche Aminosäurenversorgung eine um knapp 17 g signifikant höhere Tageszunahme zur Folge, obwohl sich der Erfolg erst in den letzten beiden Aufzuchtwochen einstellte. Bezogen auf das Endgewicht ist dieses ein statistisch korrigierter Unterschied von + 660 g je Ferkel.“ Tendenziell zeigten die besser mit Lysin versorgten Ferkel eine günstigere Futterverwertung. Hinsichtlich der Tiergesundheit waren keine Unterschiede festzustellen. Aus ökonomischer Sicht sprechen das höhere Endgewicht der Ferkel sowie die tendenziell bessere Futterverwertung für den Einsatz höherer Lysingaben. Hinzu kommen Vorteile durch früher geräumte Aufzuchtabteile. Diesen Vorteilen stehen höhere Kosten für die bessere Aminosäurenversorgung gegenüber. (Quelle: „Mehr Lysin für Ferkel?“ von Karin Müller in Landwirtschaftliches Wochenblatt 5/2010, S. 44 - 45; deuka.de)


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Aktualisiert am: 16.02.2010 20:09
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