Für Schweizer zählt Preis beim Fleischeinkauf

Der Konsum von Fleisch ist in der Schweiz in den vergangenen sechs Jahren um knapp 5 % gestiegen. Doch die Konsumenten sind anspruchsvoller und vorsichtiger geworden. Sie achten immer mehr auf die Herkunft des Produktes. Für 70 % der Konsumenten ist der Preis beim Kauf von Frischfleisch ein wichtiges Kriterium.
Für die Schweizer ist der Preis das zweitwichtigste Argument beim Fleischkauf.
Für die Schweizer ist der Preis das zweitwichtigste Argument beim Fleischkauf.
Der Studie zufolge achten zwei Drittel der befragten Schweizer Konsumenten auf die Produktdeklaration - in der letzten Umfrage im Jahr 2006 waren es nur 55 %. Mit Abstand am wichtigsten bei der Kennzeichnung ist den Kunden heute - so wie vor sechs Jahren - die Herkunft beziehungsweise der Verarbeitungsort. Zugelegt haben hingegen Kriterien wie Haltbarkeit und Inhaltsstoffe. Wurden letztere 2006 noch gar nicht genannt, sind sie heute für 14 % der Befragten entscheidend. Dieses verstärkte Gesundheitsbewusstsein spiegelt sich auch im Trend hin zu leichteren Fleischarten wie Geflügel wider. 2011 hatte in der Schweiz erstmals Geflügelfleisch die Spitzenposition beim Absatz übernommen.

Preis ist zweitwichtigstes Kriterium
Für 70 % der eidgenössischen Konsumenten (2006 waren es 64 %) ist der Preis beim Kauf von Frischfleisch ein wichtiges Kriterium. Das ist Rang zwei, gleich nach der Frische, die für 86 % der Kunden wichtig ist. Bemerkenswert ist, dass nur 7 % der Befragten besonders auf Herkunfts- oder Markenzeichen achten. Möglicherweise ist dies laut LID ein Zeichen dafür, dass die Käufer von der enormen Dichte an Siegeln überfordert werden. Der Preis ist auch das Hauptkriterium bei der Frage, warum Fleisch im Ausland gekauft wird. 99 % der Schweizer, die ab und zu Fleisch außerhalb der Landesgrenzen einkaufen, tun dies wegen des Preises. 38 % der Befragten erwerben mindestens ein- bis zweimal pro Jahr im Ausland Fleisch, das ist eine deutliche Steigerung gegenüber 2006 - und dies, obwohl die Konsumenten davon ausgehen, dass es die Nutztiere in der Schweiz deutlich besser haben als im Ausland.

Ausland wird als weniger tierfreundlich eingestuft
Während 58 % der Konsumenten die Nutztierhaltung in der Schweiz als tierfreundlich einschätzen, denken dies vom Ausland nur 9 %. Allerdings wurde bei dieser Frage nicht differenziert, ob es sich dabei um Nachbarländer wie Deutschland und Österreich oder um weit entfernte Länder wie China handelt. Im Inland wird besonders die Schafhaltung als tierfreundlich eingeschätzt, gefolgt von der Rind- und Kälbermast. Nur 44 % halten hingegen die eidgenössische Geflügelhaltung für tiergerecht.
Gut schneidet das Schweizer Fleisch auch in puncto Qualität ab, 64 % der Befragten halten dieses für qualitativ besser als ausländisches, 2006 lag der Wert noch bei 54 %. Die Studie "Das Image von Fleisch in der Schweiz" wurde nunmehr zum fünften Mal durchgeführt.
Befragt wurden Ende 2012 rund 800 Personen. Davon gaben 94 % an, Fleisch zu essen. Weitere Informationen zur Studie sind unter www.proviande.ch abrufbar. Proviande ist die Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft in der rechtlichen Form einer Genossenschaft. Mitglieder sind die Organisationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Fleisch, also Produzenten, Viehhandel, Verarbeiter von Schlachtvieh sowie Detailhändler, Importeure und Exporteure.

Aktualisiert am: 18.02.2013 17:26
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