Fruchtfolge mit Konzept

Mit einer durchdachten Strategie ist eine biologische Bewirtschaftung von Ackerflächen auch ohne hofeigenen Wirtschaftsdünger möglich. Wichtige Komponenten für den Erfolg am Acker sind allem voran eine optimale Bodenstruktur und eine sinnvolle Fruchtfolge.
Leguminosen als Stickstoffsammler sollten in einer Größenordnung von 20- 40 % in die Fruchtfolge eingeplant werden.
Leguminosen als Stickstoffsammler sollten in einer Größenordnung von 20- 40 % in die Fruchtfolge eingeplant werden.
Bei biologischer Bewirtschaftung ist eine optimale Gestaltung der natürlichen Prozesse des Bodens wichtig. Störungen im Bodengefüge geben Hinweise auf Mängel in der Bodenfruchtbarkeit und Ertragsfähigkeit der Flächen. Durch Bodenverdichtungen kommt es gerade im Frühjahr zu einer verringerten Mineralisation und Bereitstellung an Nährstoffen, zudem ist die Durchwurzelung gestört. Durch beide Faktoren kann es über ein verringertes pflanzliches Wachstum zu einer ungenügenden Ertragsleistung kommen

Gestaltung der Fruchtfolge
Der Ausgestaltung der Fruchtfolge kommt eine hohe Bedeutung insbesondere in viehlosen Betrieben zu. Sie dient der Sicherung und Mehrung der Bodenfruchtbarkeit (Humusgehalt, Nährstoffdynamik), ist eine vorbeugende Maßnahme gegen Krankheits- und Unkrautaufkommen und sichert das Ertrags- und Qualitätsniveau der Fruchtarten langhaltig. Eine sinnvolle Fruchtfolgeplanung ist daher auch für das Nährstoffmanagement wichtig. Hierbei unterscheiden sich ökologische von konventionellen Anbauverfahren sehr deutlich. Während im Integrierten Anbau jede Fruchtart einzeln betrachtet wird und eine direkte Zumessung der (mineralischen) Düngung erfolgt, gehört in der ökologischen Landwirtschaft zunächst die richtige Wahl der Fruchtart entsprechend der Fruchtfolgeposition zu den Hauptaufgaben.

Vorfruchteffekte nutzen
Neben den Hauptfrüchten ist auch eine geschickte Einordnung von Zwischenfrüchten in die Fruchtfolge besonders auf Standorten mit höheren Niederschlägen und für einen möglichst ganzjährigen Bodenschutz wichtig. Durch den abwechselnden Anbau von Bodenfruchtbarkeit aufbauenden und abbauenden Früchten werden Vorfruchteffekte optimal ausgenutzt. Durch die „grüne Welle“ bestehend aus Haupt- und Zwischenfrüchten werden Nährstoffverluste durch Auswaschung verhindert und jeweils ein bedeutender Anteil der Nährstoffbereitstellung aus der Mineralisation der voraus-gehenden Ernte- und Wurzelrückstände gewährleistet, was gerade für viehlose Betriebe von großer Bedeutung ist.
Zu den aufbauenden Früchten zählen die typischen Futterpflanzen (Leguminosen, Gräser) und die Zwischenfrüchte auf Grund der positiven Bilanz in der organischen Substanzzufuhr. Zu den abbauenden Früchten zählen die Getreide- und Ölfrüchte, Mais und Hackfrüchte (Kartoffeln, Rüben), deren Bilanzen auf Grund der geringen Zufuhr an Ernte- und Wurzelrückständen negativ sind.

Autor: Dr. Hartmut KOLBE, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (D)


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Aktualisiert am: 03.06.2009 16:53

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