Fruchtbarkeitsprobleme erkennen und bekämpfen

Fruchtbarkeitsstörungen stellen für die moderne Schweineproduktion ein großes Problem dar. Die Dokumentation der Produktionsleistungen unserer Sauen via Sauenplaner macht diese wirtschaftlichen Einbußen deutlich und ermöglicht ein zielorientiertes Eingreifen.
Die Wirtschaftlichkeit der Ferkelproduktion hängt vor allem vom Ausmaß der Fruchtbarkeitsstörungen und der Verlustrate bei Saugferkeln von der Geburt bis zum Absetzen ab.
Die Wirtschaftlichkeit der Ferkelproduktion hängt vor allem vom Ausmaß der Fruchtbarkeitsstörungen und der Verlustrate bei Saugferkeln von der Geburt bis zum Absetzen ab.
Rauscheprobleme treten auf Grund fehlender, schwacher oder krankhaft veränderter Eierstockaktivität verursacht. Neben Missbildungen und hormonellen Störungen beeinflussen vor allem Haltungs- und Fütterungsfehler bzw. chronische Infektionskrankheiten das Rauscheverhalten der Sau. Die am häufigsten anzutreffenden Haltungs- und Fütterungsfehler sind eine mangelnde sexuelle Stimulierung durch entsprechend aktive Eber, Mangelernährung vor allem in der Säugephase (Vitamin A, Protein, P, Ca, Mn), Überbelegung, zu hohe Stalltemperaturen (v.a. Sommer) und energiereiches Futter in der Jungauenaufzucht. Letzteres tritt vor allem dort auf, wo Jungsauennachzucht gemeinsam mit der Mast betrieben wird.

Chronische Erkrankungen der Gebärmutter (eitrige Gebärmutterentzündungen) und des Harntrakts (Nieren- und Harnblasenentzündungen) aber auch chronischer Parasitenbefall können häufig in Fruchtbarkeitsproblemfällen beobachtet werden.

Totgeborene und lebensschwache Ferkel
Ein vermehrtes Auftreten von totgeborenen Ferkeln korreliert mit dem Auftreten großer Würfe, hoher Wurfnummern, langsam ablaufenden Geburten und Schwergeburten. In Betrieben, in denen große Würfe üblich sind, ist automatisch die Anzahl totgeborener Ferkel ebenfalls höher. Dieser Wert kann bis zu 7-10 % der gesamt geborenen Ferkel reichen. Erhöhte Totgeborenenraten werden ebenso bei Infektionskrankheiten wie PRRS, Leptospirose und Parvovirus vorgefunden.

Aborte
Treten Aborte in gehäufter Form auf, läuten schnell die Alarmglocken. Ein schnelles und gezieltes Vorgehen ist gefragt, so können doch die Kosten eines Abortes mit knapp € 500 beziffert werden. In gesunden Herden treten bei 100 Trächtigkeiten weniger als ein Abort auf.

Autor: Dr. Thomas VOGLMAYR, Traunkreis Vet Clinic, Ried


Aktualisiert am: 20.12.2006 16:10
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