Fruchtbarkeitsprobleme: Harnscreening bringt wertvolle Infos zur Sauengesundheit

Latente Harnwegsinfektionen führen bei Sauen zu einer verminderten Fruchtbarkeit und die Sauen sind anfälliger für eine Gebärmutterentzündung.
Blasenerkrankungen: Hohe Umrauschquote und kleinen Würfen

Harnwegsinfektionen gehen in 3 bis 15 % der Fälle tödlich für die Sau aus. „Eine entzündete Harnblase ist als Reservoir für Bakterien anzusehen. Von dort aus können die Keime in Niere und Uterus aufsteigen und Infektionen auslösen.“ Bei gehäuft auftretenden Symptomen wie kleinen Würfen, einer steigenden Zahl von umrauschenden Sauen und plötzlichen Todesfällen sollte in jedem Falle eine Blasenerkrankung in Betracht gezogen werden. Kalte, verschmutzte Liegeflächen und Zugluft sind klassische Wegebereiter einer solchen Harnwegsinfektion. Beste Gegenmittel sind eine ausreichende Versorgung mit qualitativ einwandfreiem Tränkewasser und ein striktes Hygienemanagement, speziell beim Besamen.

Welche Parameter können untersucht werden?

Besteht der Verdacht einer Blasenentzündung, so leistet ein Harnblasen-Screening gute Dienste. Hier werden „Färbung, Trübungsgrad, pH-Wert, Nitratgehalt, Blutbeimengungen und Keimgehalt“ bestimmt. Um möglichst aussagefähige Ergebnisse zu erhalten, sollte der Morgenharn der Sauen gesammelt werden. „Morgendlicher Harn wird auch deshalb zur Analyse empfohlen, weil individuelle und tageszeitliche Schwankungen in der Futter- und Wasseraufnahme zu diesem Zeitpunkt am geringsten sind und der Harn mindestens 4 Std. in der Harnblase verweilen konnte.“ Im Handel werden verschiedene Schnelltests zur Beurteilung des Harnes angeboten. Die Kosten für einen solchen Schnelltest liegen bei 50 bis 70 Cent/Tier.

Harn: Farbe, Trübung und Beimengungen beachten

Je gelber der Harn, desto höher die Harnkonzentration, d.h. der Anteil der ausgeschiedenen Stickstoffverbindungen, die beim Proteinstoffwechsel anfallen. Dazu zählen Harnsäure, Kreatinin, Aminosäuren, Ammoniak und Ammonium. Sauenharn sollte klar sein; Eintrübungen können Zeichen eines hohen Bakteriengehalts sein oder durch Eiter und Blut verursacht werden. Der stark von der Fütterung abhängige pH-Wert liegt physiologisch zwischen 5,5 und 8,0, wobei ein leicht saures Milieu erwünscht ist. Harnsäuernde Zusätze sind vor allem rund um den Geburtszeitraum eine gute Maßnahme, um das MMA-Risiko zu minimieren (Quelle: deuka.de; „Sauenharn unter die Lupe genommen“ von Dr. Karl-Heinz Schulz und Silke Breske in dlz primus Schwein 9/2010, S. 44 - 48)

Unter dem folgenden Link finden Sie weitere Informationen zu dieser Thematik: Risiko Harnwegsinfektion bei Zuchtsauen


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Aktualisiert am: 02.11.2010 09:51
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