Fruchtbarkeit bei Mutterkühen verbessern

Ein gesundes Kalb je Kuh und Jahr, so lautet die Prämisse für erfolgreiche Mutterkuhhalter. Das Ziel ist in der Praxis nur erreichbar, wenn der Hebel zur Verbesserung der Fruchtbarkeit richtig angesetzt wird.
Nicht zu fett und nicht zu mager, so sollten Mutterkühe aussehen.
Nicht zu fett und nicht zu mager, so sollten Mutterkühe aussehen.
Die Ergebnisse der Betriebszweigauswertung im Arbeitskreis Mutterkuhhaltung zeigen, dass sich die Zwischenkalbezeit, die eine wichtige Maßzahl für die Fruchtbarkeit ist, nicht wesentlich verändert und bei etwa 400 Tagen pro Kuh liegt. Damit wird das Ziel, jährlich ein Kalb aufzuziehen und zum Verkauf zu bringen, deutlich verfehlt.
Schlechtes Fruchtbarkeitsmanagement ergibt hohe Zwischenkalbezeiten. Die Ursachen für schlechte Fruchtbarkeit sind sehr vielschichtig, wobei Umwelteinflüsse die größte Rolle spielen. Genetisch bedingte Fruchtbarkeitsstörungen sind eher die Ausnahme. Es liegt also hauptsächlich in der Hand des Landwirts, die Fruchtbarkeit zu verbessern. Durch gezieltes Betriebsmanagement kann die Zwischenkalbezeit (=Zeitpunkt von einer Abkalbung bis zur nächsten in Tagen) verringert und damit die Wirtschaftlichkeit des Betriebszweigs wesentlich verbessert werden.

Die Zwischenkalbezeit hat den größten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit!

Umwelteinflüsse
Die wichtigsten Umwelteinflüsse, die auf die Fruchtbarkeit Einfluss haben sind:
• die Fütterung,
• die Haltung und
• die Tiergesundheit.

Als ein Hilfsmerkmal für die Beurteilung der oben genannten Faktoren kann die Allgemeinkondition einer Kuh gesehen werden. Bei stark verfetteten oder mageren Kühe ist mit Fruchtbarkeitsproblemen zu rechnen. Es ist fast ausgeschlossen, kranke Kühe trächtig zu bekommen. Dem Tier geht es darum, das Überleben der Tierart zu sichern und die Gefahr, dass eine kranke Kuh bei der Abkalbung verendet, ist zu groß. Die Fruchtbarkeit ist das erste Merkmal, das auf nicht optimale Umweltbedingungen oder auf Krankheit hinweist.

Viele Ursachen
Der Gesamtzustand der Kuh, die Haltung, die Bewegungsmöglichkeit, die Lichtverhältnisse sowie die Fütterung wirken sich auf die Fruchtbarkeit aus. Auch die Hygiene bei der Geburt und deren Verlauf sowie der Abgang der Nachgeburt haben Einfluss, ob die nachfolgende Belegung oder Besamung wieder zu einer Trächtigkeit führt. Denn nur etwa 20 % der Fruchtbarkeitsprobleme liegen bei den Organen der Kuh. Damit bleiben 80 %, die der Mensch positiv beeinflussen kann.

Autoren: Rudolf GRABNER und Hans Peter STANZE, LK Steiermark, Arbeitskreis Rind


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Aktualisiert am: 26.01.2009 18:11
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