Fruchtbarkeit bei Mutterkühen

Um jedes Jahr ein gesundes Kalb absetzen zu können, ist auch im Mutterkuhbetrieb ein gutes Management erforderlich. Dieser Beitrag geht auf das Fruchtbarkeitsgeschehen und die Einflüsse auf die Fruchtbarkeit ein. Es werden praktische Tipps zur Verbesserung der Fruchtbarkeit Ihrer Mutterkühe gegeben.

In Herden, in denen ein Zuchtstier mitläuft, ist die Fruchtbarkeit der Mutterkühe üblicherweise gut.
In Herden, in denen ein Zuchtstier mitläuft, ist die Fruchtbarkeit der Mutterkühe üblicherweise gut.
Das Fruchtbarkeitsgeschehen von Tieren wird vorwiegend hormonell gesteuert. Die Hormone gelangen über das Blut zu den Zielorganen. Auf den sensiblen Hormonhaushalt wiederum wirken zahlreiche Umwelt- und Tierfaktoren ein:
• Fütterung
• Klima, Jahreszeit, Tageslänge
• Saugen des Kalbes bzw. Milchgewinnung
• Erkrankungen
• Haltungsbedingungen
• Absetztermin und Trockenstehdauer
• Alter, Genetik, Körperkondition
Zum Teil können sich diese Faktoren auch direkt auf die Fruchtbarkeit auswirken. Beispielsweise kann eine nicht bedarfsgerechte Fütterung die Funktion der inneren Geschlechtsorgane sowie die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen.
Ein Ausbleiben der Brunst kann auf viele unterschiedliche Faktoren zurückgeführt werden.
• Hormonelle Reize durch das saugende Kalb (bzw. durch mehrmaligen Milchentzug)
• Mangelhafte Fütterung und Nährstoffversorgung vor und nach der Abkalbung
• Jahreszeit (Licht, Temperatur, Nährstoffversorgung)
• Zu jung oder zu alt bei der 1. Abkalbung
• Nachgeburtsverhalten und nachfolgende Gebärmutterentzündung
• Fehlende äußere Reize (kein Stier, Bewegungsmangel)
• Allgemeinerkrankungen (siehe oben)
Teilweise beeinflussen sich die angeführten Faktoren auch gegenseitig. So leidet zum Beispiel bei schlechter Tiergesundheit häufig auch die Futter- und Nährstoffaufnahme und in Folge auch die Fruchtbarkeit.

In Herden, in denen ein Zuchtstier mitläuft, ist die Fruchtbarkeit der Mutterkühe in der Regel gut. Ob der Einsatz eines Zuchtstiers möglich ist, hängt wesentlich von der Betriebsstruktur ab. Bei künstlicher Besamung muss die Tierbeobachtung intensiviert werden, ein zusätzlicher Zuchtstier am Betrieb kann in größeren Herden aber empfohlen werden.
Für 20 bis 40 Kühe ist, je nach jahreszeitlicher Verteilung der Belegungen und Alter des Tieres, ein Zuchtstier notwendig. Bei gezielter Steuerung des Belegevorgangs kann ein Stier auch für mehr Kühe noch ausreichen. Die Kühe haben dabei zwar immer Sicht- und Geruchskontakt mit dem Stier, sie werden jedoch nur zum Decken für eine kurze Zeit zum Stier gelassen. Jungstiere müssen schonend behandelt werden und dürfen nicht zu früh zur Herde kommen. Schlechte Fruchtbarkeitsergebnisse können auch durch mangelnde Samenmenge und –qualität verursacht werden.
Dr. Andreas Steinwidder, Dr. Johann Gasteiner



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Aktualisiert am: 09.11.2004 12:49
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