Fruchtbarkeit: Im Gleichschritt zur Brunst

Eine Zyklussynchronisierung bei Kühen soll zu deutlich besseren Trächtigkeitsraten führen. Wichtiger als Hormone ist das konsequente Beobachten der Tiere.
Regelmäßige Fruchtbarkeitskontrollen durch den Tierarzt helfen, die Fruchtbarkeit der Herde zu verbessern.
Regelmäßige Fruchtbarkeitskontrollen durch den Tierarzt helfen, die Fruchtbarkeit der Herde zu verbessern.
Diverse Hormonprogramme zum Auslösen einer zeitgleichen Brunst bei einer Tiergruppe (Zyklussynchronisation) versprechen verbesserte Besamungsergebnisse. Aus arbeitswirtschaftlicher Sicht kann auf Brunstbeobachtung verzichtet werden, da die Besamung ohnedies zu einem fixen Zeitpunkt erfolgt. Was allerdings vielfach überlesen wird, ist die Tatsache, dass solche Synchronisierungsprogramme hauptsächlich in großen Herden mit bisher häufig sehr schlechter Fruchtbarkeit angewandt werden, woraus dann auch die scheinbaren Erfolge resultieren.

Hormontherapie
Je nach Art der Zyklusstörung gibt es verschiedene Ansätze. Bei Azyklien, also echter Brunst- und Zykluslosigkeit, wird Progesteron eingesetzt und in Form von Tabletten oder so genannten Vaginalspiralen verabreicht. Der mehrtägige Einsatz (6 – 10 Tage) sollte gegen Ende durch die Injektion eines Prostaglandins unterstützt werden. In der Regel tritt die Brunst dann 2 bis 3 Tage nach Ende der Progesterongabe bzw. nach Entfernung der Spirale auf. Bei Kühen mit Follikelzysten ist neben dem Einsatz von Progesteron in der oben genannten Form auch die Injektion eines Releaserhormones (GnRH) möglich. Das Problem der „bleibenden Gelbkörper“ mit Füllung der Gebärmutter lässt sich hingegen sehr gut mit 2 oder 3-maliger Prostaglandin-Injektion lösen, da dieses Hormon den Gelbkörper zur Rückbildung anregt und damit eine Brunst inklusive Entleerung der Gebärmutter ermöglicht.

Fazit
Die genannten Managementmaßnahmen „Fruchtbarkeitsplanung“ – Dokumentation – Fruchtbarkeitsüberwachung sind mit exakter Tierbeobachtung, geplanter tierärztlicher Visite und konsequenter Therapie allen Synchronisationsprogrammen sowohl wirtschaftlich wie auch aus Sicht der Fruchtbarkeit überlegen sind. Daher mein Credo: Zuerst beobachten – dann erst Hormone!

Autor: Dr. Walter PEINHOPF, Dr. Vet – Die Tierärzte, Jöss


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Aktualisiert am: 04.02.2009 16:29

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