Front-Mähwerke im Vergleich

Neben den Kriterien Leistungsbedarf, Bodenanpassung, Voderachsbelastung und Abtrocknungsgeschwindigkeit spielt beim Kauf eines Aufbereiter-Frontmähwerkes auch der Bedienungs-, Einstell- und Wartungskomfort eine bedeutende Rolle. Was das „Landwirt“-Testteam dazu zu sagen hat erfahren Sie im folgenden Text.
PÖTTINGER: gezogen mit beweglichem Tragrahmen; KUHN: gezogen mit Zugtrapez; CLAAS: geschoben
PÖTTINGER: gezogen mit beweglichem Tragrahmen; KUHN: gezogen mit Zugtrapez; CLAAS: geschoben
Im Teil 1 dieser unfangreichen Vergleichsuntersuchung haben wir die Messergebnisse der FJ-BLT Wieselburg und des LFZ Raumberg-Gumpenstein veröffentlicht (siehe Ausgabe 17/2009). Während bei der Zapfwellenleistung und dem Abtrocknungsverlauf von aufbereitetem Futter keine nennenswerten Unterschiede zwischen den drei Testkandidaten festgestellt wurden, waren die Unterschiede beim Schubkraftbedarf und der Bodenanpassung beachtlich.

Schubkraft und Bodenanpassung
Diese beiden Werte stehen in einer gegenseitigen Abhängigkeit und lassen sich mit der Mähwerkseinstellung beeinflussen. Sie haben weiters einen großen Einfluss auf die Mähqualität, die Futterverschmutzung, auf das Verschleißverhalten des Mähbalkens und den Treibstoffverbrauch. Diese Fakten bestätigen uns, wie wichtig es war, neben der Zapfwellenleistung auch die Schubkraft und den Auflagedruck zu messen. Eine niedrige Schubkraft bei gleichzeitig guter Bodenanpassung wurde nur beim Alpha-motion-Mäher von Pöttinger gemessen. Das Disco von Claas hat zwar eine gute Bodenanpassung, benötigt aber eine wesentlich höhere Schubkraft. In diesem Fall würde das Landwirt-Testteam eine traktorseitige Entlastung empfählen.
Beim FC 313 von Kuhn erfolgt die Anpassung mit der hydropneumatischen Auflagedruckregelung Lift-control. Hier lässt sich die Schubkraft auf eine sehr einfache Weise reduzieren, was allerdings zu Lasten der Bodenanpassung führt.
Frontmähwerke sind bei eventuellen Hindernissen stark gefährdet. Ein geringer Auflagedruck kann diese Gefahr etwas entschärfen.

Vorderachsbelastung
Aufschlussreich waren auch die Messungen der Vorderachsbelastung. Der Gewichtsunterschied zwischen dem leichtesten und schwersten Scheibenmähwerk betrug 240 kg. Der Unterschied bei der Zunahme der Vorderachsbelastung beim Anheben des Mähwerkes betrug aber bis zu 400 kg.
In diesem Punkt ist das geschobene Claas-Mähwerk im Vorteil. Ein gezogener Anbaubock, wie ihn Kuhn und Pöttinger verwenden, ist technisch aufwändiger und schwerer. Die Zugpunkte liegen vor dem Mähbalken. Dies soll zu einer besseren Bodenanpassung bei geringeren Auflagekräften führen. Nachteilig ist das höhere Gewicht des gezogenen Anbaus.
Alle Mähwerke waren mit Zinkenaufbereitern ausgestattet. Auch diese brauchen für einen ordentlichen Futterfluss zwischen Vorderachse und Mähbalken ausreichend Platz. Bei den Schwadformern von Claas und Kuhn konnte die Schwadbreite so eingestellt werden, dass das aufbereitet Mähgut nicht überfahren wurde. Beim Pöttinger-Mäher ist mit dem serienmäßigen Schwadblech die Schwadbreite mit 1,7 m begrenzt und wird daher teilweise überfahren.

Schnitthöhenverstellung
Die Schnitthöhenverstellung erfolgte bei allen drei getesteten Frontmähwerken über die Oberlenkerspindel der Fronthydraulik. Ohne Zusatzkufen konnten je nach Fabrikat Schnitthöhen zwischen 30 und 60 bis 80 mm eingestellt werden. Mit Zusatzkufen waren beim Claas Disco bis zu 100 mm (+ 30 mm) und Pöttinger Novocat bis zu 80 mm (+ 20 mm) möglich.

Transportstellung und Wartung
Für die Umrüstung von Arbeits- in Transportstellung müssen bei allen drei Mähern die seitlichen Schutztücher hochgeklappt werden. Claas liefert auf Wunsch hydraulisch klappbare Schutztücher. Dazu ist aber ein doppelt wirkender Hydraulikanschluss erforderlich. Dies gilt ab sofort auch für das Novacat von Pöttinger.
Besonders positiv aufgefallen ist, dass das Kuhn Frontmähwerk FC 313 serienmäßig mit einer Warn- und Beleuchtungseinrichtung ausgestattet ist.
Bei der Wartung gibt es nur geringe Unterschiede. Bei allen Mähwerken sind das Getriebeöl und das Öl im Balken zu wechseln, bzw. die Schmiernippel laut Schmierplan abzuschmieren. Dazu gibt die Betriebsanleitung wertvolle Hinweise. Diese ist bei allen drei Herstellern verständlich und übersichtlich aufgebaut.

Weitere Bilder zu diesen Mähwerken finden Sie unter www.landwirt.com/landtechnik

Autorenteam
DI Alfred PÖLLINGER, LFZ Raumberg-Gumpenstein
DI Franz HANDLER, FJ-BLT Wieselburg
Dipl.-HLFL-Ing. Manfred NADLINGER, FJ-BLT Wieselburg
Dipl.-HLFL-Ing. Emil BLUMAUER, FJ-BLT Wieselburg
Ing. Johannes PAAR, Der fortschrittliche Landwirt


Aktualisiert am: 04.09.2009 12:24
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