Front-Mähwerke im Vergleich

Die FJ-BLT Wieselburg, das LFZ Raumberg-Gumpenstein und das „Landwirt“-Testteam haben die drei Front-Mähwerke mit Zinkenaufbereiter von Claas, Kuhn und Pöttinger einer umfangreichen Vergleichsuntersuchung unterzogen.
Alle Mähwerke wurden vor den Messungen exakt laut Betriebsanleitung eingestellt.
Alle Mähwerke wurden vor den Messungen exakt laut Betriebsanleitung eingestellt.
Erstmals wurde dabei auch der Zusammenhang zwischen Auflagegewicht und Schubkraftbedarf gemessen. Dazu haben wir, mit einer eigens dafür entwickelten und in die Fronthydraulik integrierten Messtechnik, während der Fahrt die Schubkräfte ermittelt. Weiters haben wir mit einer Drehmomentnarbe den Leistungsbedarf an der Zapfwelle gemessen, die Vorderachslast, die Bodenanpassung mittels Mähhöhenmessung und den Abtrocknungsverlauf bei verschiedenen Aufbereitereinstellungen bestimmt.

Leistungsbedarf an der Zapfwelle
Der Leistungsbedarf an der Zapfwelle umfasst den Leistungsbedarf für den Antrieb der Mähscheiben und des Aufbereiters.
Der mittlere Massenstrom durch die Mähwerke betrug 66,6 t FS/h (= Frischsubstanz/Stunde) bei einer mittleren Fahrgeschwindigkeit von rund 12 km/h. Die Schwadbreite war auf 170 cm eingestellt. Im Durchschnitt wies der Claas-Mäher tendenziell den höchsten Leistungsbedarf auf. Danach folgten die Mäher von Kuhn und Pöttinger.

Auflagegewicht und Schubkraftbedarf
Generell verfügen alle Mähwerke über ein Entlastungssystem, das verhindert, dass das gesamte Mähwerkgewicht während dem Mähen am Boden aufliegt. Um den Verschleiß des Mähwerkes, die Schäden an der Grasnarbe und den Schubkraftbedarf möglichst gering zu halten, sollte das Auflagegewicht nicht höher eingestellt werden als für eine optimale Bodenanpassung erforderlich ist. Geringere Schubkräfte helfen auch Kraftstoff sparen.

Fazit Bodenanpassung
Die Bodenanpassung, gemessen an der Einhaltung der Mähhöhe bei unterschiedlichen Geländebedingungen, hängt stark mit dem eingestellten Auflagedruck zusammen. Nur Pöttinger schafft mit dem Frontmäher Alpha-motion ein gutes Mähbild bei gleichzeitig geringem Auflagedruck von rund 55 kg pro Meter Mähbreite. Claas erreicht dasselbe gute Ergebnis bei rund 105 kg Auflagedruck pro Meter Mähbreite. Das Mähwerk von Kuhn muss bei schwierigen Geländebedingungen den Auflagedruck erhöhen – mit rund 70 kg pro Meter Arbeitsbreite schafft man kein befriedigendes Mähbild mehr. Generell gilt die Fahrgeschwindigkeit den Geländebedingungen anzupassen, auch mit der besten Technik lassen sich Geländekuppen nicht mit der gleichen Geschwindigkeit bearbeiten wie ebene Flächen.

Fazit Abtrocknungsverlauf
Die Feldliegezeiten von Grünlandfutter lassen sich durch die Behandlung mit Zinken- oder Walzenaufbereitern um ein bis zwei Stunden bei der Silagebereitung und um drei bis vier Stunden bei der Bodenheubereitung verkürzt werden. Im Trocknungsversuch am LFZ Raumberg-Gumpenstein konnte eine beschleunigte Abtrocknung im Vergleich zu unaufbereitetem Futter gemessen werden.

Landwirt-Tipp
Hinweise zur Berechnung der Achslast finden Sie auf den Seiten 50-52 in der Ausgabe 11/2009. Am einfachsten ist es mit dem „Radlastrechner“ der FJ-BLT Wieselburg. Diesen können Sie von unserer Homepage herunterladen: www.landwirt.com/download

Autorenteam:
DI Franz HANDLER, Dipl.-HLFL-Ing. Manfred NADLINGER, Dipl.-HLFL-Ing. Emil BLUMAUER; FJ-BLT Wieselburg
DI Alfred PÖLLINGER, LFZ Raumberg-Gumpenstein
Ing. Johannes PAAR, Der fortschrittliche Landwirt


Aktualisiert am: 20.08.2009 14:31
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