Frischmilch: Keine Einigung über Kennzeichnung in Deutschland

Die freiwillige Selbstverpflichtung zur Milchkennzeichnung von herkömmlicher Frischmilch und länger haltbarer ESL-Milch ist gescheitert. Nur ein Drittel der Milch ist in Deutschland entsprechend der Selbstverpflichtung gekennzeichnet.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Deutschlandweite Überprüfung der
In vielen Deutschen Geschäften wird keine traditionelle Frischmilch mehr angeboten.
In vielen Deutschen Geschäften wird keine traditionelle Frischmilch mehr angeboten.
Verbraucherzentralen von über 650 Milchpackungen in 80 Lebensmittelgeschäften. Eine weitere Erkenntnis: Traditionelle Frischmilch wird in vielen Geschäften überhaupt nicht mehr angeboten.

Marktcheck in Berlin
„Die Milchwirtschaft hat ihr Versprechen nicht gehalten und führt die Verbraucher weiter an der Nase herum“, so Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) bei der Vorstellung des Marktchecks in Berlin. Die Verbraucher hätten ein Anrecht darauf zu erfahren, welche Art von Milch sie kaufen. Billen: „Wenn die Selbstverpflichtung nicht zeitnah umgesetzt wird, muss Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner die Milchindustrie mit einer klaren gesetzlichen Vorgabe zwingen, Frischmilch und ESL-Mich auf einen Blick unterscheidbar zu machen.“ Die Selbstverpflichtung wurde Anfang Februar vom Bundesverbraucherministerium, Milchindustrie-Verband e.V. (MIV) und Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) ausgehandelt.

Kaum mehr traditionelle Frischmilch in Deutschen Regalen
Die im Zeitraum 13.06. bis 25.06.2009 durchgeführte Stichprobe der Verbraucherzentralen umfasste 660 Milchpackungen bzw. -flaschen. Sie ergab, dass von den 660 Proben nur rund 240 richtig gekennzeichnet waren, 202 mit dem Zusatz „länger haltbar“ und 40 mit „traditionell hergestellt“. Oft sind die Produkte stattdessen irreführend mit "extra lange frisch", "länger frisch" oder "maxi frisch" bezeichnet und suggerieren eine besondere Frische. Immer noch findet sich – auch bei Marken- und Bioprodukten – ESL-Milch ohne irgendeinen Hinweis auf die längere Haltbarkeit. In gut einem Drittel der Geschäfte (29 von 80) war überhaupt keine herkömmliche Frischmilch mehr erhältlich. Clara Meynen, Referentin für Ernährungsverhalten und Prävention im vzbv: „Der Verbraucher hat Anspruch auf Wahlfreiheit. Echte Frischmilch muss flächendeckend im Handel erhältlich und als solche gekennzeichnet sein.“ (Proplanta)


Aktualisiert am: 20.07.2009 19:57
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