Fremdkörper: Metall im Futter stoppt die Milch

Die Gefahr, dass Rinder bei der Futteraufnahme auch Fremdkörper abschlucken, ist groß. Wird die Fremdkörpererkrankung erst spät erkannt oder behandelt, kann es zum Verlust des Tieres kommen. Hier erfahren Sie, wie Sie Fremdkörpererkrankungen vorbeugen können.
In den meisten Fällen schützt ein Magnet vor einer Fremdkörpererkrankung.
In den meisten Fällen schützt ein Magnet vor einer Fremdkörpererkrankung.
Fremdkörpererkrankungen spielen in der Rinderpraxis trotz aller bekannten Vorbeugemaßnahmen immer noch eine große Rolle. Bei Untersuchungen an Schlachttieren wurde festgestellt, dass ein hoher Prozentsatz an Tieren zum Zeitpunkt der Schlachtung Fremdkörper im Netzmagen aufwies. Besonders bei älteren Tieren ist die Gefahr, dass Fremdkörper abgeschluckt werden, hoch. Im Gegensatz zu Schafen oder Ziegen fressen Rinder kaum selektiv und spucken einen aufgenommenen Fremdkörper wie Nägel, Schrauben, Drahtstücke, abgesplitterte Metallstücke von Maschinen, Haarnadeln usw. nur selten aus. Durch schlechte Futterverwertung und geringerer Milchleistung kann es zu empfindlichen wirtschaftlichen Einbußen für den Landwirt kommen.

Fremdkörper verhindern
Die einzig wirksame Vorbeugung gegen eine Fremdkörpererkrankung besteht darin, alle Möglichkeiten, die zu einer Fremdkörperaufnahme führen können auszuschalten.
Daher ist bei Reparaturarbeiten im Stall besonders darauf zu achten, dass keine Metallteile ins Futter gelangen. Besondere Vorsicht ist auch bei Zaunarbeiten auf der Weide geboten. Stark abgenutzte Metallteile in Kraftfuttermühlen stellen ebenfalls eine große Gefahrenquelle dar. Auch beim Futtermischwagen sollten stark beanspruchte Metallteile, die mit dem Futter in Berührung kommen, regelmäßig auf übermäßige Abnutzungserscheinungen überprüft werden. Generell sollten Maschinen, die zur Futteraufbereitung verwendet werden, mit Magneten ausgestattet sein, um etwaige Fremdkörper sicher aufzunehmen. Feine Drahtfäden in alten Autoreifen, die zur Beschwerung von Abdeckplanen auf Fahrsilos verwendet werden, können ebenfalls leicht in die Silage gelangen.
Trotzdem kann nie zu hundert Prozent verhindert werden, dass gelegentlich Fremdkörper in das Futter gelangen. Deshalb ist es ratsam, bei allen Tieren vorbeugend einen Magneten einzugeben. In der Regel wird der Magnet mit Eintritt der Zuchtreife durch einen speziellen Eingeber verabreicht. Dieser verhindert relativ zuverlässig das Auftreten von Fremdkörperkrankungen.
In seltenen Fällen kann der Magnet beim Widerkauakt wieder ins Freie gelangen. In der Regel bleibt er aber zeitlebens im Netzmagen liegen. Die Eingabe von Magneten bei allen Tieren in Kombination mit einer sorgsamen Futtergewinnung verhindert somit zuverlässig das Auftreten von Fremdkörpererkrankung.

Autor: Mag. Christian LAMPRECHT, Weitersfelden


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Aktualisiert am: 11.11.2008 10:53

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