Frankreich verteilt Agrarbeihilfen um

Frankreich wird den Spielraum zur Umverteilung der EU-Direktzahlungen, den der Health Check geschaffen hat, vor allem für eine stärkere Grünlandförderung nutzen.
Frankreich will die Grünlandförderung stärken.
Frankreich will die Grünlandförderung stärken.
Das gab Landwirtschaftsminister Michel Barnier gestern auf der Messe "Salon de l "Agriculture " in Versailles bei Paris bekannt. Rund EUR 1,4 Mrd. oder knapp 18% der Zahlungen aus der ersten Säule der EU-Agrarpolitik an die französischen Landwirte sollen ab 2010 umgeschichtet werden. Die Hälfte der Summe wird für eine neue Weideprämie verwendet. Weitere EUR 240 Mio. einschließlich nationaler Kofinanzierung sind für die Unterstützung einer besonders umweltschonenden Grünlandnutzung vorgesehen. Barnier will die EU-Agrarpolitik damit in Frankreich gerechter und nachhaltiger ausgestalten. So wird die Umverteilung dazu beitragen, den Unterschied zwischen den höchsten und niedrigsten Flächenzahlungen um mehr als die Hälfte zu verringern.

Vorbereitung auf 2013
Der Entscheidung des Ministers gingen umfassende Beratungen mit dem landwirtschaftlichen Berufsstand voraus. Im Ergebnis können die französischen Schaf- und Ziegenhalter mit zusätzlichen EUR 135 Mio. rechnen. Für die Milchviehhaltung in Berggebieten sind weitere EUR 45 Mio. eingeplant. Die Hilfen für den Ökolandbau werden um EUR 57 Mio. erhöht. Zur Sicherung der Futterversorgung wird der Anbau von Eiweißpflanzen mit zusätzlich EUR 40 Mio. bezuschusst. Die Ernteversicherung will Barnier um EUR 100 Mio. aufstocken. Die Mittel dafür sollen allerdings nicht aus Modulationsgeldern stammen, sondern aus dem Haushalt des Ministeriums und Versicherungsbeiträgen. Der Ressortchef sieht in der Neuausrichtung die beste Gelegenheit, um den Fortbestand der EU-Agrarpolitik über 2013 hinaus zu sichern.

Barnier kündigt Rücktritt an
Außerdem kündigte Barnier an, Anfang Mai von seinem Amt zurückzutreten, um sich ganz dem Europa-Wahlkampf widmen zu können. Der Minister ist der erste Kandidat auf der Liste der bürgerlichen UMP auf der Ile de France (Paris und Umland) für die Wahlen zum EU-Parlament vom 04. bis 07.06. Nach den angekündigten Umverteilungen der Direktzahlungen kommen jedoch Zweifel an seinem Wahlerfolg auf. Auf der Ile de France dominieren die Marktfurchtbetriebe, die sich mit dem Verlust an Subventionen noch lange nicht abgefunden haben. (AIZ)


Aktualisiert am: 02.03.2009 13:43
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