Dürre Elementarschäden Tierversicherung Alternative

Antworten: 6
User Bild
Aequitas 20-02-2020 08:50 - E-Mail an User
Dürre Elementarschäden Tierversicherung Alternative
Nachdem in Österreich eine Versicherung sehr dominant bei Dürre, Elementarschäden, Tierversicherung ist und sicher der eine oder
andere nicht damit zufrieden ist wollte ich fragen wie es mit Alternativen aussieht.

Land schiesst ja ca 55% zur Versicherung bei.
Mein Gedankengang wäre eine Versicherungsgenossenschaft zu gründen welche auch die Gefahren abdeckt, im Schadensfall Betriebe mit einen nötigen Polster versorgt.

Eine Überlegung wäre. Prämien richtigen sich nahe wie bei der Hagelversicherung zwecks förderfähigkeit.
Wenn ein Betrieb je nach ha z.B. Summe 2250€ im Jahr einzahlt + Zuschuss Land 2750€ sind 5000€ im Topf
In 10 Jahren sind 50 000€ im Topf.

Bei Dürre, Engerlinge,Hagel oder massive Tierseuche,... kann der Betrieb selber entscheiden z.B. nach 2 Jahre auf 5000€ zugreifen, wenn der Schaden erst 10 Jahre eintrifft 50000€ usw und sofort.

Welche Komplikationen könnten eintretten?
Rechtstreitigkeiten mit einer großen Mitbewerberversicherung oder Land wenn sie die Förderzuschüsse nicht aktzepiteren würde, Rechtschutzversicherung ist gegeben, Zeit und Wille im möglichen Rahmen meinerseits auch.

Beiträge wie verwalten: Gerade wenn mehr Betriebe da aufspringen würden wären schon eine Menge Geld im Topf. Wenn es möglich wäre müsste jeder Landwirt seinen Topf selber verwalten, somit fällt Geldunterschlagung, Misswirtschaft von Seitens des Betreuers aus.

Problem Feststellung von Schäden: Da jeder seinen Topf selber beschickt steht es ihm frei selber bei Hagel, Überschwemmung,Dürre,Engerlingsflächensanierung... im eigenen Mass festzustellen ob Schäden aufgetretten sind und der Topf geöffnet wird. Alternativ Lokalaugenschein Ortsbauernobmann,.... müsste reichen sollte vom Land das zuwenig sein eventuell BBK Mitarbeiter oder,..........

Hintergrund der Sache: Katastrophenfond des Landes wird für obengenannte Schäden nicht mehr aufkommen. Deswegen Versicherungszuschuss des Landes um die Kosten skalierbar zu halten.

Nach meiner persönlichen Einschätzung wandert aber ein großer Teil des Geldes nicht in die Tasche des Bauern sondern in die Versicherung.
Wenn man so ein System selber verwaltet spart man Kosten, hat einen großen Geldtopf wo man selber entscheidet ob er angetastet wird oder nicht und nicht eine Versicherung die sagt um 1% hats in der KG zuwenig geregnet oder Hagelschäden Mais die zu niedrig entlohnt werden.
Ähnlich den Wechselseitigen Brandversicherungen.

Alternativ wäre es noch möglich eine andere große Versicherung zu finden die das nach den Vorgaben umsetzt, die wird das aber sicher auch nicht kostelos tun.
z.B. 5-10% Versicherungssumme Aufwandsentschädigung.

So meine Überlegungen sind noch sehr sehr am Anfang, hat sowas Sinn? Wo sind die größten Fehler in meiner Überlegung versteckt und wie könnte man sowas erreichen. Ich bin über jede ehrliche Meinung froh.

lg






User Bild
Vollmilch antwortet um 20-02-2020 09:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Dürre Elementarschäden Tierversicherung Alternative
Guten Morgen!

Gute Idee! - aber:

Wenn ich selbst entscheide, ob ein Schaden entstanden ist, dann werde ich wohl jährlich den Topf öffnen und mein eingesetztes Kapitel verdoppeln.
Da braucht es einen externen "Schätzer"... und schon beginnt die Bürokratie. Und ohne Bürokratie werden Bund und Länder diese Idee nicht unterstützen.

Wäre es nicht einfacher die öffentliche Hand zahlt den einzelnen Landwirten jährlich direkt einen "Katastrophenvorsorgezuschuss" aus (unabhängig davon ob ein Schaden eingetreten ist). Und der einzelne Betrieb entscheidet selbst, wie er Vorsorge trifft (Humusaufbau, Fruchtfolge, Lagerhaltung, Sparbuch,...) ?

LG Vollmilch



User Bild
KaGs antwortet um 20-02-2020 10:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Dürre Elementarschäden Tierversicherung Alternative
Das Versicherungsprinzip bekämpft nicht die wahren Ursachen! Ursache der Engerlingschäden ist das „aushungern“ des Grünlandes! Kommen ja zu wenig Nährstoffe mehr hin, dann noch die Trittschäden durch Weidevieh. Trockenheit tut ihr Übriges noch. Bis zum Spätherbst wird alles rausgenagt, was noch grün ist. Wie oder wann soll/kann sich das Grünland erholen? Ja das Förderwesen zwingt ja zu solchen Auswüchsen. Sehr oft würden einige Kreuzeln weniger am MFA mehr Nutzen bringen, als die Förderung selber. Was nützt die Förderung, wenn dann LKW-weise Futter dazu gekauft werden muss? Dann soll die Versicherung zahlen. Die sind aber auch keine Wohltäter, wenn zu viele Schäden geltend gemacht werden, dann wird halt die Prämie „angepasst“. In welche Richtung, eh klar, nach oben.
Diese Art von selbstverwalteter Versicherung geht halt in Richtung Freunderlwirtschaft wer was wie viel bekommt. Würde sagen, nur mehr Hagelschäden und Überschwemmung versichern, die Trockenschäden und Engerlingschäden rausnehmen.


User Bild
Aequitas antwortet um 20-02-2020 12:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Dürre Elementarschäden Tierversicherung Alternative
@Vollmilch

Ob man den Schaden regelmässig auszahlen lässt oder 10-20 Jahre parkt bleibt sich finanziell gleich.
Jedem seine Entscheidung wie das Jahr abgelaufen ist.

Katastrophenvorsorgezuschuss jährlich in der Höhe wie wenn der Betrieb sich wo anders versichert hätte wäre natürlich einfach. Ob das Land das Geld an die Hagelversicherung oder Landwirt überweisst wäre egal, es gab ja in OÖ auch mal die Grünlanderhaltungsprämie oder so ähnlich hieß sie welche direkt vom Land an die Landwirte ausbezahlt wurde.

lg


User Bild
179781 antwortet um 20-02-2020 13:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Dürre Elementarschäden Tierversicherung Alternative
Der richtige Ansatz wäre, dass die Landwirtschaft mit der Produktion so viel Geld einbringt, dass man ein Eigenkapitalpolster schaffen kann, mit dem man auch einmal größere Schadenfälle abdecken kann. Oder den Überschuss für eine Versicherung aufwenden. In dem Fall bietet sich auch eine Art Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit an, so wie anfangs erwähnt.
Die jetzige Lösung mit Zuschüssen für die Hagelversicherung ist auch eine Hilfe, hat aber doch einen unguten Beigeschmack. Da wird eine Versicherung großzügig bezuschusst, die dann über eine Werbeagentur, die einer Parteiorganisation gehört ebenfalls großzügig Inserate in Zeitungen schaltet, die einer Partei sehr nahe stehen. Es wird also eine Teil des Geldes in einen Kreisverkehr geschickt, wo es am Ende der Partei hilft aber in der Öffentlichkeit stellt man es geschickt als Zahlung an die Bauern dar.

Gottfried

User Bild
sts antwortet um 20-02-2020 15:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Dürre Elementarschäden Tierversicherung Alternative
Es gibt die deutsche RTR Versicherung, die in Deutschland Tierversicherungen und DGL. Anbietet. Diese werden auch in Österreich angeboten und auch bezuschusst.

User Bild
Aequitas antwortet um 21-02-2020 08:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Dürre Elementarschäden Tierversicherung Alternative
Meinst du mit RTR die R+V Versicherung?
Wie sind hier die Konditionen?

Momentan klingt für mich Vollmilchs Kathastrophenvorsorgezuschuss am sinnvollsten.
Damit steht es jeden Landwirten frei sich mit dem Geld versichern zu lassen, Bodennährstoffe aufzudüngen, Flächen pachten, Futtermittelzuzukaufen,....

Jedoch ist die Frage wie einfach es wird das umzusetzten?
Hagelversicherung wird sicher massiv dagegen steuern.


Bewerten Sie jetzt: Dürre Elementarschäden Tierversicherung Alternative
Bewertung:
Noch keine Bewertungen vorhanden!
message;613222





Landwirt.com Händler Landwirt.com User