Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?

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Lammperl 12-07-2019 14:23 - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
In der neuen Ausgabe im Landwirt, gibt es einen schönen Bericht über Dänemarks Landwirtschaft.

Dänemarks Landwirte sind nicht nur in der Produktion sehr fleissig, sondern auch sehr gute Bankkunden.
Pro Kuh kommt ein Fremdkapitalanteil von 20 000 Euro zustande, da der durchschnittliche Betrieb 207 Kühe hält, will ich die Schuldenlast solcher Betriebe nicht mehr aufz##++--$§n .
Ich denke die Landtechnik bei Maschinen und Stallbau haben 20:0 gewonnen!
Die Scherpas wie im Artikel erwähnt, dürfen jetzt 3 Generationen lang ihre Gesundheit für die Sieger opfern, wenn es sich ausgeht.
Die Marktöffnung in Richtung Amerika, wird dazu sicher helfen, die Scherpas noch länger im Hamsterrad zu beschäftigen.
Bei Handel und Industrie liegt der Fremdkapital Anteil bei 10- 30 % des Umsatzes, (30 % bei Starker Expansion),
Aber in der Milchwirtschft Landesweit bei durchschnittlich 550%.
Wie es dann bei den Schweinebetrieben ist, will ich eigentlich gar nicht mehr wissen!

Vielleicht denke ich ja falsch, aber kann mir ein Michbauer hier erklähren wie sich das ausgehen kann?

LG Lammperl





Richard0808 antwortet um 12-07-2019 14:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
Geht sich e niemals aus den Bauern wird eingeredet größer, besser, moderner und Investieren.
Und jetzt bei Schuldenlasten von 20tsd pro Kuh sind sie ausgeliefert und müssen um jeden Preis ihre Milch auf den Markt schmeißen.
Für die gibt es kein zurück mehr.

Einfach dumm
Aber da sehe ich eine Marktlücke, Hamsterräder nach Dänemark Exportieren:)


Century antwortet um 12-07-2019 15:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
20k Fremdkapital?

Wie viel Eigemkapital war denn da noch vorhanden?


Richard0808 antwortet um 12-07-2019 15:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
Laut dem Bericht hat ein Durchschnittlicher Milchbauer in Dänemark 4,14Mio€ Schulden....
Wie kann so etwas passieren?


geba antwortet um 12-07-2019 15:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
Da haut's einen um!

Unvorstellbar! Wie sich Landwirte verschulden, bzw. abhängig machen.

Bei uns in Österreich, so glaube ich wird es dann nicht recht viel besser sein bei den modern, neuen Betrieben

Ich frage mich, warum machen Bauern das? Mir fehlt da jeder Hausverstand?!?

Wenn das die Zukunft ist, dann Mahlzeit!

Echt, wäre interessant, wie es in Österreich aussieht, kann nur den Kopf schütteln....


textad4091 antwortet um 12-07-2019 16:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
Naja, Fremdfinanzierung ist in der Wirtschaft nicht unüblich- Außer, dass ma dort (z.B. Industrie) im Vergleich mit der Landwirtschaft von einem Bruchteil des Amortisationszeitraumes ausgeht ... Eigentlich sind solche Betriebe voll am Zahn der Zeit xD Zynisch gesagt ... Wenn jemand über ein paar Generationen zurückzahlen will, soll er doch^^ Andere (ebenso Betriebsleiter) drehen sich halt im Bett noch einmal nach, während der andere schon längst im selbst verschuldeten Hamsterrad ist ...
Zu den 20 000 Euros Fremdkapital pro Kuh kann ich leider nur zynisch und sarkastisch sein^^


2472660 antwortet um 12-07-2019 16:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
der unterschied zur industrie ist, dass in der lw sehr viel kapital in grund und boden steckt (in dänemark durch das erbrecht noch viel mehr als zb bei uns), darum müsste man das etwas differenzierter betrachten, um vergleiche ziehen zu können!
diese zahl sagt genau gar nichts aus (also nicht überbewerten;-))


Hofknecht antwortet um 12-07-2019 16:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
Die Zinsen sind so niedrig wie noch nie zuvor! Wenn wann nicht jetzt? Die ganzen Architekten der Bauernkammer sind schon seit Monaten ausgebucht, es wird gebaut was das Zeug hält!


geba antwortet um 12-07-2019 16:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?

Scheinbar in Skandinavien so üblich.

Ich war vor zwei Jahren in Schweden, dort traf ich Milchbauer.

Diese klagten jedenfalls sehr über die katastrophale Situation in der Milchproduktion.

Typische Farmgrößen bei Milchvieh ca. 300 Kühe und mehr, die unter 100 - 120 Kühen haben das Handtuch schon längst geworfen oder tun es noch.

Dort sagt man, die großen Farmen gehören meistens den Banken, Industrieellen, Versicherungen, Spekulanten, etc.

Die Landflucht in Schweden ist enorm hoch, die Jungen gehen in die Stadt, Fachkräftemangel wirbt mit sehr guten Gehältern


geba antwortet um 12-07-2019 16:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
@Hofknecht:

"Die Zinsen sind niedrig" das heist aber man bekommt das Geld nicht geschenkt!

Könnten aber auch wieder mal steigen, dann gibt es genug "Tote"


Richard0808 antwortet um 12-07-2019 17:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
Zitat von geba
"Dort sagt man, die großen Farmen gehören meistens den Banken, Industrieellen, Versicherungen, Spekulanten, etc."

Genau so ist es und das ist auch so gewollt.
Das "einfache Bauern" solche Ländereien besitzen ist der oberen Schicht sowieso ein Dorn im Auge.

Wie kommt man überhaupt auf den Gedanken sich in einem Betriebszweig wie Milchvieh hoch zu Verschulden?



mittermuehl antwortet um 12-07-2019 17:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
20 000 €/GVE Fremdkapital in einen Milchbetrieb ? Da nehem ich mir 15 Milchkühe. = 300 000 € und baue mir um das Geld eine kleine Privatkäserei mit Hofladen. Könnte funktionieren. Aber ich glaube in dem Beitrag wird etwas anderes gemeint sein... ;)




ewald.w(88y8) antwortet um 12-07-2019 20:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
österreich hat den niedrigsten fremdkaitalanteil der gesamten eu--wobei diese zahl möglicherweise aus vor der letzten erweiterung stammt--ich weiss es nimmer genau.

das hat aber mit dem traditionell hohen anteil an kleinen nebenerwerbsbetrieben zu tun.

sehr kapitalintensive sparten wie zb schweineproduktion haben diese entwicklung zu hoher notwendiger verschuldung bei neubauten in entsprechender grösse aber bereits geschnallt und steigen mittelfristig aus dem hamsterrrad aus, wie die vor wenigen monaten publizierte umfrage unter schweinebauern belegt.

diese umfrage hat die agrarpolitik überrascht bzw geschockt.

am fremdkapitalintensivsten in österreich ist gastronomie und hotelerie mit einem anteil von 95 protent--eine irre zahl, aber fremdenverkehr an sich ist bei uns relativ krisenstabil.




mostkeks antwortet um 12-07-2019 21:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
Mich hat der Betrag auch geschockt und ich habe das mal mit meinen 20 Butterhirschen hochgerechnet.

Anderseits ist es dort üblich den Betrieb zu kaufen - Vererben(schenken) kann sich der Vorgänger nicht leisten. Wenn die Fläche dafür alles Eigengrund ist, schaut das wieder anders aus.

Bei 5% Zinsen bezahlt er 1.000€/ Kuh Zinsen/Jahr.
In Österreich gibt es auch Betriebe die Großteils mit Pachtflächen arbeiten und 1000€/ha Pacht zahlen.
Sind auch 500€/Kuh +300€ Verzinsung für den Stall (10.000/Standplatz 60%Fremdkapital 6000 mit 5%)
ist man aber auch nicht weit weg...….
Es ist halt Pachtzins statt Bankzinsen. Über eine Tilgung wird man nicht nachdenken, der Betrieb wird bei Antritt des Ruhestandes wieder verkauft an den nächsten - der Erlös ist für die Tilgung.

Tauschen möchte ich auf jeden Fall nicht!

Aber wenn man bedenkt dass der Durchschnittsbetrieb 207tsd €/ Jahr an Zinsen zahlt für Geld das aus dem Nichts erschaffen wurde und für das es so gut wie keinen realen Gegenwert gib kommt man schon ein bisschen ins grübeln.....


Juglans antwortet um 13-07-2019 00:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
Was euch Ihr immer um das Geld anderer Leute Sorgen machen müsst! Glaubt Ihr die Dänen sind bescheuert? Meine Bekannten Dänen sind durchwegs erfolgreich im Agribusiness . Und die drehen alle soviel Kohle um , dass die bei 4 Mille von der Bank kein Problem mit der Tilgung hätten.
mfg


xaver75 antwortet um 13-07-2019 02:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
interfarms.com Dänemark

Da hat man die Qual der Wahl.

mfg


gbgb antwortet um 13-07-2019 08:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pro Kuhplatz 20 000,- Fremdkapital?
Guten Morgen!

Wie schon oben geschrieben könnte ich mir auch vorstellen, dass dazu eine starke Rolle spielt, wie in Dänemark die Betriebe übernommen oder gekauft werden.

Schöne Grüße


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