Düngung Wintergetreide

Antworten: 7
goldfarmer
Düngung Wintergetreide
Wer hat seine Bestände schon angedüngt?
Bei uns im oö. Voralpenland konnte man aktuell noch kaum in die Felder...

Wie schaut eure Düngung aus?

Ich habe einen sehr gut entwickelten Weizen (mehrzeilig, Sorte Hewitt, Vorfrucht Soja), den würde ich in den kommenden Tagen andüngen mit etwa 60kg N 20kg P 20kg K
Danach zum Ährenschieben die große Gabe mit 80 kg N (Mischung Harnstoff/KAS)

Bei der Gerste ähnlich nur die zweite Gabe auf 70 kg begrenzen!

Was sagt ihr, ist die Strategie sinnvoll oder würdet ihr etwas ändern?

schellniesel
Düngung Wintergetreide
Ja die Gabe zum schossen fehlt!!
3xdüngen ist fast Pflicht bei Getreide

Wird oft unterschätzt aber in dem Zeitraum wird die kornanlage gemacht! Gut versorgte Pflanzen bilden hier mehr Körner je Ähre!

Beim Weizen der als einzelährentyp gilt ist diese Gabe besonders Wichtig!!

Schwefel fehlt ein wenig es sei den dein npk Dünger enthält auch diese Komponente!!

Zum Zeitpunkt des andüngens der Bestände:
Zeit wär's jz eigentlich schon überall!
WG sowieso! gut bestockter Weizen kann etwas warten sollte aber keine Mangelerscheinungen aufzeigen!!

Vl reicht die Woche der Morgenfrost aus um das befahren der Felder zu ermöglichen??

Mfg Andreas


goldfarmer
Düngung Wintergetreide
ist eine Gabenteilung auf 3 mal wirklich notwendig bei Futtergetreide?

Die letzte Gabe dient ja eher dazu um das Protein zu erhöhen!

ja die Wintergerste spielt schon alle Farben, wobei der Bestand schon wesentlich gelber war und neuerdings wieder in ein schönes grün übergeht trotz Vorfrucht Winterweizen...

letztes Jahr bin ich im Weizen 3 mal gefahren und konnte leider keinen großartigen Ertragszuwachs feststellen (habe etwa 7,8 t/ha geerntet)

drum dachte ich mir wenn ich Ammonium/Nitrat-N mische könnte ich die 2 Gaben so machen, dass über dem gesamten Vegetationszeitraum N für die Pflanzen zur Verfügung steht... aber ich bin kein Profi (zumindest noch nicht) :-D



schleinzer
Düngung Wintergetreide
weniger ist öfters mehr


12markus34
Düngung Wintergetreide
@ goldfarmer (thomas?): Deinen beiden Beiträgen zu Folge glaube ich du hast Schossen und Ährenschieben verwechselt. Da du von Futterweizen schreibst, hast du wahrscheinlich zu Vegetationsbeginn und dann noch einmal zum Schossbeginn gedüngt und nicht wie geschrieben zum Ährenschieben.
Weiters würde ich die von dir erhoffte verzögernde Wirkung von N in Ammoniumform nicht überschätzen. Aufgrund der Witterung um die Zeit des Schossen wird dieser N innerhalb von ein paar Tagen pflanzenverfügbar sein. (Nebenbei erwähnt enthält eine Mischung aus Harnstoff und NAC nicht nur Ammonium und Nitrat, sondern auch Amidstickstoff, da N im Harnstoff vollständig in Amidform vorliegt).

Wenn ich mich richtig erinnere fütterst du dein Getreide nicht selbst. Demnach würde ich beim Weizen schon versuchen über 12,5% RP zu erreichen um ihn als Mahlweizen vermarkten zu können. Demnach wäre eine dritte Gabe zum Ährenschieben sicher sinnvoll.

Grundsätzlich würde ich an deiner Stelle viel Zeit draussen in den Beständen mit beobachten verbringen. Nimm dir immer ein scharfes Stanleymesser mit und schneide Halme auf. Weiters würde ich mich intensiv mit benachbarten Landwirten über deren Düngestrategien unterhalten. So wirst du in ein paar Saisonen viele lernen können.

Lg und viel Erfolg
Markus

PS: Andreas, um ganz genau zu sein, die Ährenanlage findet bereits im Doppelringstadium (EC25) statt. Im Schossen geht es "nur" mehr darum ob die bereits angelegten Spindelstufen erhalten bleiben oder wieder reduziert werden ;)

schellniesel
Düngung Wintergetreide
Danke Markus;-)

Gebe dir recht besonders in dem Punkt mit dem beobachten!! Ist das wichtigste in punkto Getreide!!
Nach Schema f zu fahren bringt in vielen Jahren nichts!!

Bin auch kein Profi aber durch Beobachtung,natürlich auch Kollegen kann man schon einiges erfahren und lernen!!

Zur 3. Düngung tja die muss bei futtergetreide bis EC39 erfolgen!! Dann geht's aufs tausendkorngewicht! Danach ist sie eher nur Protein wirkend...

Tja des weiteren würde ich bei düngestrategien auch die betriebliche Situation miteinfließen lassen!

Bei futtergetreide und veredelt über die Tierhaltung bei 100% Eigenflächen kann man durchaus mit extensiver bestandsführung wirtschaftlicher unterwegs sein wenn ich so den Futterbedarf decken kann!

Bei teurer Pacht und knappen Futter sind die 60kg/n je Ha zusätzlich sicherlich nicht ganz schlecht angelegt!!

Hab voriges Jahr meinen Nachbarn a bisserl beraten weil er nach ein paar Jahren versuchen es nicht geschafft hatte die Anforderungen für mahlweizen zu erfüllen sowie ertragsmässig auch trotz recht intensiver bestandsführung nur auf 6t kam!

Dann hat er letztes Jahr gleich auf futtergetreide gesetzt wo ich ihn dann zu einem 10t Weizen verholfen habe!!

Mfg Andreas

goldfarmer
Düngung Wintergetreide
@markus
Du hast natürlich recht...
Die angedachte Strategie würde eine Startgabe zu Vegetationsbeginn und eine Gabe zum Schossen (aber eher spät vorsehen)
Da habe ich mich verschrieben, letztes Jahr hatte ich 60kg N angedüngt, 60kg N zum Schossen und nochmal 25 kg N beim Ährenschieben gedüngt und da konnte ich eben keinen wirklichen Ertragszuwachs feststellen...
Könnte aber auch sein, dass ich da schon ein bisschen zu spät dran war... die Ährenanlage war schon etwa 1,5 cm und die Düngung sollte ja schon vorher abgeschlossen sein hab ich mal gehört...

was vielleicht auch ertragsmindernd war ist, dass es das es mein erster Weizen war und ich den Herbizideinsatz im Herbst verschlafen habe und erst im Frühjahr Sekator/Atlantis OD ausgebracht habe nachdem der Unkrautdruck schon relativ groß war!

Heuer habe ich schon Stomp Aqua und Alon vorgelegt im Herbst und bin mit der Wirkung sehr zufrieden...

Danke Markus und Andreas für die guten Tipps!
Was ich vielleicht noch sagen muss, bei uns wird das Getreide ab Feld verkauft, da wir in einem intensiven Veredelungsgebiet sind und wir keine geeigneten Hänger haben...
Denkt ihr es wäre trotzdem sinnvoll auf Mahlweizen Qualität hinzuarbeiten?
Wie ist die preisliche Differenz?

12markus34
Düngung Wintergetreide
2015 betrug die Differenz zwischen Futterweizen (<11,5% RP) und Mahlweizen (>12,5% RP) im OÖ Zentralraum rund 25€. Wobei die meisten Aufkäufer dazwischen auch noch Abstufungen hatten.
Beim Mahlweizen hast du den Vorteil, das dir meist mehr Vermarktungsmöglichkeiten als beim Futterweizen offenstehen.
Deine aktuelle Handhabung mit Abholung durch den Käufer und teilen der Handelsspanne steht einem Mahlweizenverkauf wohl auch nicht um viel nach.

Bezüglich der weiter oben und auch im Schwefelthread angesprochenen Düngermischungen möchte ich auch noch meine Meinung kund tun. Ich weiß, dass gerade im Traunviertel aufgrund einer modernen Düngermischanlage Mischdünger von einer Genossenschaft stark angepriesen wird. Trotzdem möchte ich eine Mischung aus Harnstoff und NAC oder Piamon S und NAC nicht streuen müssen. Da kann doch nie ein gleichmäßiges Streubild entstehen.

lg Markus