Skandale und Kontrollen oder besser skandalöse Kontrollen

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heribertniessl 20-02-2013 16:42 - E-Mail an User
Skandale und Kontrollen oder besser skandalöse Kontrollen
Bin selbeer Landwirt und werde als Lebensmittelproduzent streng kontrolliert z.B: AMA - Cross Compliance Bestimmungen, Eurap Gap Kontrolle im Kartoffelbau (durchgeführt von einer Kontrollfirma) Pflanzenschutzkontrollen der Landesregierung, usw. usw. usw.
Mir macht das Bauer sein schon bald keine Freude mehr, denn in Wirklichkeit arbeiten wie großteils nicht mehr in der Natur sondern im Büro um die Aufzeichnugen zu führen die all die Kontrollstellen fordern.

Nicht der Bauer ist Schuld an den Pferdefleischbetrügereien und auch nicht der Konsument. Die Lebensmittel sind zu billig und ihre Wertschätzung ist nicht gegeben fordern die einen - mich als Landwirt würde es freuen wenn wir für unsere Produkte mehr erhalten würden, aber der Kosument muss sich auch sicher sein können dass bei günstigeren Lebensmitteln die Gesetzlichen Standards eingehálten werden. Es sind andere die betrügen und daran verdienen.
Ich nenne 3. Hauptursachen für die Pferdefleischbetrugsgeschichte:

1. zu milde Strafen:
Wie kann es sein,dass bei Untreue teilweise höhere strafen verhängt werden als bei Betrügereien im Lebensmittelbereich

2. Kontrollssystem nach dem HACCP Konzept:
Jeder Lebensmittelverarbeiter ist angehalten seine kritischen Produktionsschritte zu dokumentieren und die Behörde kontrolliert nur die Dokumentationen und viel zu gering werden auch Stichproben an den Lebensmitteln selbst gezogen, und oft werden zwar Stichproben gezogen aber nur ein Teil dieser wird analysiert. Wer auf Verdacht kontrolliert ist immer zu spät. Papier ist eben geduldig.

3. das Kartellrecht greift in der Lebensmittelbranche: nicht, so gibt es immer mehr Konzentration auch auf der Verarbeiterseite, was längere Transportwege mit sich bringt - Tiertransporte will auch keiner -

In der Wirtschaft ist es halt anscheinend so, dass jemand nur mehr Gewinne machen kann indem er andere betrügt, im Pferdefleischskandl ´werden die Konsumenten betrogen.

Wo ist die faire Partnerschaft zwischen Lebensmittelverarbeiter und Lebensmittelproduzent geblieben? Würde es diese noch geben wären auch die Konsumenten beim Lebensmitteleinkauf sicher.Mit Betrügern kann es keine faire Partnerschaft geben

Hier wäre wohl noch viel zu sagen, aber ich bin mir sicher dass die Rinderpreise in den nächsten Wochen nachgeben werden. Irgendwelche Konzerne erhalten vielleicht Schadenersatzklagen die in den meisten Fällen durch Versicherungen gedeckt sind. Im endeffekt zahlt die Zeche wieder der Bauer.

mit fleischigen Grüßen, Heribert Nießl
PS: sagt díe eine Lasagne zur anderen: "in meinem Inneren bin ich doch nóch ein bißchen Rind geblieben".


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