120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze

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G007 04-11-2012 10:21 - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
In meinen Freundeskreis ist jetzt in der Diskussion über die Verhältnismäßigkeit der einzelnen Betriebszweige in der Landwirtschaft im Zuge der Vollpauschallierungsobergrenzen folgende Frage aufgetaucht:
Wieviel könnten bei einem gemischten Rinderbetrieb (Milchvieh/Aufzucht) Milchkühe/ mit dazugehöriger Milchquotte und Masttiere gehalten werden, um die 120 GVE Grenze nicht zu überschreiten.
Mir geht es um gute Betriebe und nicht um einzelne Spitzenbetriebe.
So eine Info von aussenstehender Seite würde uns sehr viel helfen.
Bitte um einige Beispiele.
Danke!

mfg
gerd



molbro antwortet um 04-11-2012 12:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Die Pauschalierungsverordnung sieht folgende Grenzen vor:
Vollpauschalierung: EHW < 75.000 € und weniger als 60 Ha LN und weniger als 120 VE und weniger als 5 Ha Obstkulturen. Wird eine dieser Grenzen überschritte, so ist die Vollpauschalierung nicht mehr anwendbar.
Bis zu einem EHW von 130.000 € ist als Gewinnermittlungsvereinfachung die Teilpauschalierung vorgesehen. Wobei für Veredelungsbetriebe das Ausgabenpauschale 80 % betragen soll. Wer als Veredelungsbetrieb gilt, bzw. ab welchen Tierbesatz die 80 % gelten sollen ist noch nicht bekannt. Die wird in der Ausformulierung der Pauschalierungsverordnung festgelegt.
Freiwillige Buchhaltung bzw. E/A-Rechnung
AFA für Grund und Boden: Grund u. Boden unterliegt keiner Abschreibung. Dies gilt auch für Gewerbebetriebe!!!!!! Mit der Abschreibung soll die Wertminderung abgegolten werden (Maschinen, Gebäude usw.)

Wie gesagt liegt bei NUR 460 Mastschweinen am Stand die 120 GVE Grenze (460 mal 2,9 Umtriebe mal 0,09). Das sind DOPPELT so Viel GVE wie beim ÖPUL (460mal 0,13).
Bei Milchkühen liegt die 120 GVE Grenze bei 65 Kühen mit Nachzucht.
ansonsten:
• Rinder bis 6 Monate = 0,3 GVE
• Rinder 6-12 Monate = 0,55 GVE
• Rinder 1 bis 2 Jahre= 0,8 GVE
• Rinder über 2 Jahre = 1 GVE



waldorf antwortet um 04-11-2012 19:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
NICHT VERWECHSEL: GVE (wird im ÖPUL angewandt) IST nicht VE(Vieheinheiten), die bei Pauschalierungsgrenzen maßgebend sind.
Hier gibt es andere Berechnungsschlüssel. Die gleiche Anzahl an Tieren führt bei Schweinen zu mehr VE als es GVE sind (siehe link)

http://www.tll.de/ainfo/archiv/ve_schl.pdf
 



may antwortet um 04-11-2012 20:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Hallo Waldorf, G007,
das sind die deutschen Umrechnungen
In dieser Unterlage sind die österr. Berechnungen enthalten (Unterrichtsbeispiel)

http://schulen.eduhi.at/otterbach/downloads/4.2%20SteuerrechnungMusterOtterbachLoesung2014.xlsx

Wenn die eigenen Zahlen eingesetzt werden kann sich jeder selbst das Ganze ausrechnen
(? Einrechnung der EU - Zahlungen auf Pachtflächen)
Im Milchbetrieb die Richtmenge nicht vergessen (bzw. die erzeugte Menge bei Überlieferung), bei den Mastschweinen werden die erzeugten Stück gerechnet (im Gegensatz zum ÖPUL) usw.
mfg Hans


__joe007 antwortet um 05-11-2012 12:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Sind in dieser Exceltabelle nur die verkauften Tiere einzugeben?

Was hat dann ein Ferkel, Zuchtschwein, Eber, wenn Mastschwein 0,09 hat ????

Wie hoch ist der Aufschlag für eine VE ?

Sind die Werte in den orangen Kästchen fix ?

Gibt es hiezu noch genauere Unterlagen ?




may antwortet um 05-11-2012 16:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Sind in dieser Exceltabelle nur die verkauften Tiere einzugeben? Mastschweine, Ferkel ja, sonst Bestand
Was hat dann ein Ferkel, Zuchtschwein, Eber, wenn Mastschwein 0,09 hat ????
siehe VE_Tabelle, Spalte F + Anmerkungen unten
Wie hoch ist der Aufschlag für eine VE ?
= Wert "Zuschlag je VE", alt 152 € (wenig Überschreitung, oder überwiegend (in €) eigenes Futter),sonst mehr; neu 250 €
Sind die Werte in den orangen Kästchen fix ?
Änderungen 2014 lt. agrarnet.info
http://www.agrarnet.info/?+Wichtige+Eckpfeiler+in+der+Zukunft+&id=2500%2C1746585%2C%2C%2C

Gibt es hiezu noch genauere Unterlagen ?
mir derzeit nicht bekannt bzw. siehe Link
mfg Hans


Baunpetz antwortet um 05-11-2012 17:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Hallo,
Sind bei Milchviehbetrieben nicht auch noch die Milchmenge mal 0,05 zu multiplizieren und von den 120VE in Abzug zu bringen?
200 000 l Milch x 0,05 = 10VE
Zum 4% igen Tierzuschlag beim EW neu, noch eine weiter Belastung für die Milchbauern.
Die Katze ist noch nicht aus dem Sack - Die Belastungswelle rollt.
Die Verhandlungen sind noch im Gange.
Wünsche ALLEN viel Erfolg!


Baunpetz antwortet um 05-11-2012 17:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Hallo,
Sind bei Milchviehbetrieben nicht auch noch die Milchmenge mal 0,05 zu multiplizieren und von den 120VE in Abzug zu bringen?
200 000 l Milch x 0,05 = 10VE
Zum 4% igen Tierzuschlag beim EW neu, noch eine weiter Belastung für die Milchbauern.
Die Katze ist noch nicht aus dem Sack - Die Belastungswelle rollt.
Die Verhandlungen sind noch im Gange.
Wünsche ALLEN viel Erfolg!


JosefP. antwortet um 05-11-2012 18:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Die Normalunterstellung bei den VE wurde auch gesenkt!!!!
1 bis 20 ha je 2VE
20-999 ha je 1VE


vorher war von 1bis 10 ha 3VE

Dh. 40ha =60 VE
Wenn mann 100 VE hat dann ca. 40*250€ Zuschlag zum Einheitswert! (10000€)

so schauts leider aus
tschosef


179781 antwortet um 05-11-2012 19:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Alles in allem sieht das danach aus, dass die Mehrheit der aktiven Betriebe mit Tierhaltung sich wohl vom Einheitswert verabschieden wird und Einkommenssteuer und SVB nach Buchhaltungsergebnissen berechnen muss. Bei allen anderen Abgaben die vom EHW berechntet werden, wird es wohl keinen Ausweg, als mehr bezahlen geben.
Der einzige "Trost" ist wohl, dass wir lange Zeit besser gestellt waren, als unsere Berufskollegen in den Nachbarländern.

Gottfried


__joe007 antwortet um 05-11-2012 19:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Und wie sieht das nun im Nebenerwerb aus ? Wieder doppelt zahlen ?


enh antwortet um 05-11-2012 19:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Hallo!
@may: Danke für die Exceltabelle von der Schule Otterbach. Hier kann man schon sehr genau errechnen was sich verändert. Es fehlt die 83%Berechnung im neuen System oder ich habe es Fehlerhaft interpretiert.
Eine sehr deutliche Schieflage haben wir bei der Schweinemast im Gegensatz zu allen anderen Tiergattungen 1330 verkaufte Schweine sind 119,7 VE. Somit müsste jeder der mehr Schweine mästet eine andere Einkommensermittlung machen(Teilpauschalierung 20% Gewinn ist wohl kein gangbarer Weg in der Schweinemast) also bleibt nur Einnahmen –Ausgaben oder bilanzieren
.
Ich bitte euch alle, nutzt eure Kontakte bei bekannten Agrarpolitiker um diese Schieflage noch zu korrigieren



tristan antwortet um 06-11-2012 06:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
@tschosef
40 ha sind bisher 70 VE Normalbestand, weil:
bis 10 ha: 3VE
10 - 20 ha: 2VE
über 20 ha: 1 VE
alles je ha gerechnet. Nach der neuen Berechnung sind es nur mehr 50 VE Normalbestand.
Bisheriger Zuschlag bei deinem 100VE-Betrieb: 30 VE * 150€ = 4500,-
Neuer Zuschlag zum Einheitswert: 50 VE * 250€ = 12500,-
hde Tristan



waldorf antwortet um 06-11-2012 08:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
@may
danke für die Berichtigung und die richtigen Zahlen :-)


Christoph38 antwortet um 06-11-2012 09:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
spannend wirds auch noch bei Kombinationen, wie zB Wein und Obstbau in Verbindung mit Tierhaltung oder ha RLN

Aber bisher gibts ja nur die "Grobeinigung" im Ministerrat SPÖVP.
Dem Jakob Auer bzw. BB wird es sicher gelingen noch einige Punkte ins Paket hineinzuverhandeln.
Ob zu Gunsten oder zu Ungunsten der Bauern wird sich auch noch zeigen. ;-)

Ich bin schon gespannt ob die Politik irgendwann draufkommt, dass auch ein sog. "Großbauer" aus Sicht von Umsatz und Gewinn ein wirtschaftlicher Zwerg ist.
Bei manchen Politikern hat man ja den Eindruck dass sie einen Großbauer auf eine Ebene betrachten mit einem Industriebetrieb.


G007 antwortet um 18-11-2012 15:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Wer weis Bescheid?
Am Dienstag wurde die neue Pauschallierungsverordnung mit einigen Veränderungen beschlossen. Die begleitende Durchführungsverordnung ist noch offen.
Daher meine Frage:
Werden die Einkommen der Teilpauschallierung von 70/30 oder 80/20 progressiv besteuert, Freibetrag 11.000.- Euro (Ehepartner 22.000.-) oder abzüglich Freibetrag darüber hinaus generell mit 42% EST?


ANDERSgesehn antwortet um 18-11-2012 19:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze

hier, das gestzlich abgesegnet wird:

lg
ANDERSgesehn.




G007 antwortet um 19-11-2012 23:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Hallo!
Mir fehlen noch die Durchführungsbestimmungen und welche Einkommensteuer Sätze angewendet werden.


john88 antwortet um 20-11-2012 01:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Generell 70/30, für Einkünfte der Tierhaltung 80/20, dann hängt's von deinen weiteren Einkünften ab (Aufwandsentschädigungen nicht vergessen)


tristan antwortet um 20-11-2012 06:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
120 GVE - Vollpauschallierungsgrenze
Wie berechnet man die Zuschläge für öffentliche Gelder zum lw. Einheitswert?
• GAP-Gelder der Säule 1 werden berücksichtigt (§ 35 BewG)
• er Anrechnungsfaktor leitet sich aus dem Ertragsanteil ab
• ergibt einen Anrechnungsfaktor von !! 33% !!
Beispiel für eine betriebsindividuelle Berechnung:
Betrieb hat € 15.000,- öffentliche Gelder
33% von € 15.000,- = € 4.950,- = Zuschlag zum Einheitswert
Wie berechnet man die Viehzuschläge zum lw. Einheitswert?
• Die bisherigen Bewertungsvorgänge bauten sehr wesentlich auf einer Agrarstruktur
auf, die weit verbreitet auch die Viehwirtschaft als wesentliches Element
berücksichtigte
• Die heutige Differenzierung der Produktionsrichtungen kommt in der bisherigen
Regelung (Normalunterstellung und Vieheinheitenzuschläge) kaum zum Ausdruck
• Daher: Anpassung der Normalunterstellung und höhere Gewichtung gemessen
an der Einheitswertsumme = Zuschlag zum Einheitswert für Vieheinheiten über
der Normalunterstellung
• VE-Zuschlag € 280,- (Vorläufige Schätzung für jede VE über der
Normalunterstellung)


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