Eigenmächtige Servitutserweiterung?

Antworten: 6
Woodster 25-08-2012 22:54 - E-Mail an User
Eigenmächtige Seritutserweiterung?

Hallo allseits,

hab ein Grundstück mit einem eingetragenen Servitut für den Nachbarn. (Gehen, fahren mit Fahrzeugen aller Art)
Dieses Servitut wurde vom Vorbesitzer z.g. des Nachbarn vor ca. 20 Jahren eingetragen. Der Weg war bisher unbefestigt und führt über meine Wiese und teilweise Wald.
Plötzlich kam ein Schreiben, womit mich der Servitutsinhaber davon verständigt das er demnächst beabsichtige den Weg "wieder neu schottern" zu wollen.

Ich habe dem widersprochen, weil eine Erschwernis der Wiesennutzung für mich gegeben ist.
In einem zweiten Brief schreibt er, dass meine Zustimmung zur Schotterung des Zufahrtsweges zu seinem Haus (Kellerstöckl) nicht erforderlich ist, da dieser schon befestigt war.(wenn auch im Laufer der Zeit der Weg überwachsen wurde)

Als ich an einige Tage später zu meinem Grundstück kam, war gerade der Bagger an der Arbeit.
Die Geländeschräge war bereits abgetragen (auf einer Seite zu ca. 50 cm) Wurzeln von zwei Nussbäumen freigelegt. Vom 2. Nachbarn (über diesen Wiesen-Grund führt ebenfalls der Sevitutsweg) war schon ein Frostkoffer ausgehoben. Hier war kein einziger Stein einer ehemaligen Befestigung zu sehen.

Der Frostkofferabtrag war bei mir erst auf ein oder zwei Meter erfolgt. Ich habe daher die Bauarbeiten stoppen lassen.
Einige Betonreste vom Bauwerk nebenan waren zu sehen, aber von einer Befestigung wie auf des 2. Nachbarn Wiese weit und breit keine Spur.

Nun erhalte ich Rechtsanwaltsbriefe mit sinngemäßer gleicher Forderung wie oben.
Wenn ich nicht zustimme - Klage...

Ich denke zwischen Weg einschottern und Frostkofferabtrag mit Einschottern ist doch ein kleiner Unterschied.

Muss man das nun dulden - oder nicht? Noch dazu mit Erschwernis der Mäharbeiten.
Hat da jemand vielleicht Erfahrung mit so einer Vorgangsweise?



Fallkerbe antwortet um 25-08-2012 23:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Eigenmächtige Seritutserweiterung?
@woodster,
wenn ich der servitutsinhaber wäre, da wüsste ich mir schon zu helfen.
Ich würde zwei oder drei mal an einem rechten regenwettertag mit einem schweren Traktor oder LKW diesen Servitutsweg hin und herkämpfen- Achstief . Mit gutem recht freilich.

Dann wird eine normale Schüttung im Servitutsweg sicher die kleinere Erschwerniss darstellen.


Kompromissvorschlag:
60 sm kiesschüttung, 5 cm Humus drauf, dann kannst mähen, der andere kann fahren.

Ein Weg, der aufgrund guter schüttung sauber und stabil bleibt, dürfte doch auch in deinem interesse sein, zumal die Investitionskosten vom servitutsnehmer getragen werden-



zehentacker antwortet um 26-08-2012 15:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Eigenmächtige Seritutserweiterung?

Hallo!
Servitute wie bei Dir sind kein Einzelfall, daher gibt es darüber jede Menge Gerichtsurteile. Auch oberstgerichtliche Entscheidungen. Jede Bauernkammer kann Dir daher Auskunft erteilen und Du kannst auch den kostenlosen Rechtsbestand der Kammer in Anspruch nehmen.

MfG ferd



rbrb131235 antwortet um 26-08-2012 18:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Eigenmächtige Seritutserweiterung?
Ich gebe Fallkerbe recht.Ein Schotterweg hat doch auch für mich und nicht nur den Servitusihaber Vorteile.
Noch dazu auf dessen Kosten.
Leute warum macht ihr euch wegen solchen Kleinigkeiten das Leben so schwer ? Aber das ist halt die östrreichische Seele. Jemand hat durch mich einen winzigen Vorteil und schon wird es unerträglich.

Grüsse rbrb13


Woodster antwortet um 26-08-2012 18:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Eigenmächtige Seritutserweiterung?
Danke einmal für die Antworten.

@rbrb13,
diese Verallgemeinerung mit dem Hinweis auf die "österreichische Seele" trifft in diesem Fall nicht zu.

Wollte mich nach dem ersten Schreiben gütlich einigen, sodass es für beide passen kann.
Hab leider nur wüste Beschimpfungen geerntet...



rbrb131235 antwortet um 26-08-2012 19:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Eigenmächtige Seritutserweiterung?
Nein Woodster, ich will dir auf keinen Fall unterstellen, dass du in der Sache der Böse wärst.
Ich bin aber der Meinung, dass immer das erste Wort das Wichtigste ist, nicht das erste Schreiben, da ist der Karren meist schon verfahren.




Grüße rbrb13


walterst antwortet um 26-08-2012 21:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Eigenmächtige Seritutserweiterung?
@rbrb

wenn der Weg für den Servitutsverpflichteten irgendeine Bedeutung hat, dann hast Du schon Recht. Das muss aber absolut nicht der Fall sein.
Der auf Kosten des Servitutsberechtigten neu geschotterte Weg kann auch ein reines Bewirtschaftungshindernis darstellen. (Womit ich nicht sagen will, dass die Schotterung nicht geduldet werden muss)


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