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krähwinkler 24-07-2012 14:40 - E-Mail an User
Bestechende Logik
Die doch recht beachtlich gestiegene Milchanlieferung der letzten 24 Monate führt jetzt zu einem Milchpreisrückgang. Also der gute Preis führte zur Ausweitung der Produktion. Wann sonst sollst du Milch erzeugen, wenn nicht in guten Zeiten!

In der letzten IG Zeitung wird argumentiert, dass die Milchbauern gezwungen sein werden,noch mehr Milch zu erzeugen, weil die Produktionskosten gestiegen sind UND die MIlchpreise fallen.
Einmal ist der hohe Milchpreis Schuld, dann wieder der niedrige Milchpreis. Egal wie, alle Wege führen zu höhere Produktion.

Diese jedes denkende Hirn beleidigende Logik in einer Milchbauernzeitung immer wieder lesen zu müssen, macht mich fassungslos.



Indianerlandwirt antwortet um 24-07-2012 20:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Immer mehr zu Produzieren macht Süchtig. Darum ist die Lösung für fallende Milchpreise, steigende Milchpreise, Produktionskostenerhöhung und Kostensenkung immer - "noch mehr zu produzieren". Die Logik von Süchtigen.


teilchen antwortet um 24-07-2012 20:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik

@melanchthon

Der Preis ist nicht staatlich geregelt, warum also sollte er hoch bleiben, wenn es Überschuss gibt?
Der Kuchen = Abnahmemenge wird dadurch ja nicht größer.
Es werden bloß die Stücke weniger und dafür größer.

Für mich ist diese "Logik" bloß eine versteckte Aufforderung, die eigene Wirtschaftlichkeit doch wieder einmal zu überdenken.
Es kann nicht angehen, dass man die eigene Produktion noch mit Sozialleistungen wie Pensionen, Kinderbeihilfe etc. subventioniert, um über die Runden zu kommen.
Ich fände es fairer wenn das in dieser Klarheit gesagt wird, als die Bauern in die nächste Großinvestition und damit in eine noch größere Abhängigkeit zu jagen.




krähwinkler antwortet um 25-07-2012 17:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Eine alternative Bauernorganisation, die etwas auf sich hält, sollte sich auf Argumente berufen, die hieb- und stichfest sind.

Also: auch für die IG-ler steuert der Preis die Menge. Oder will uns jemand verklickern, dass bei knapper Versorgung der Milchpreis nicht nach oben geht?


mosti antwortet um 25-07-2012 22:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
@melanchthon: der milchbauernproblem ist; bei guter marktversorgung geht der preis nach unten!!! drum gehts ohne mengensteuerung nicht, da sich bauern sonst selber inns knie schießen (austrixen), allem voran unsere bauer-vorzeigebetriebe (vollgas,mehr, besser, größer)---ist´s nötig 100kühe vollgas zu jagen damit eine familie das hausen hat??? könnte da nicht etwas ein bisschen schiflaufen???


krähwinkler antwortet um 26-07-2012 08:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Auch deine Menge wird vom Preis beeinflußt. Du hättest nur gerne, dass die Quote bleibt, damit neben dir die Ställe nicht so aus dem Boden schießen und du fürchten musst, den Anschluss zu verlieren.

Das explosionsartige Wachstum von euch Milchproduzenten hat meines Erachtens was mit dem billigen Kraftfutter und der Förderpolitik zu tun. Aber da scheuen die alternativen Bauernpolitiker die Auseinandersetzung selbst innerhalb ihrer eigenen Organisation.

Langfristig werdet ihr Milchviehhalter euch Gedanken über die Bodengebundenheit ihrer Erzeugung machen müssen. Die Diskussionen darüber sind in D schon im Gang.

Solange die alternativen Bauernpolitiker aber der Quote nachtrauern, haben sie keine Zeit für wirkliche Zukunftsthemen.


se123 antwortet um 26-07-2012 09:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
einfach mal bei Wikipedia "Schweinzyklus" eingeben
anschließend vielleicht noch antizyklisch
wer dann daraus die richtigen Schlüsse zieht, hat vielleicht einen Wettbewerbsvorteil



krähwinkler antwortet um 26-07-2012 09:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Ja und was sind deine Erkenntnisse für den Milchzyklus? Wie lange dauert er in etwa, und in welchem Stadium befinden wir uns? Und in welcher Region tritt er wann auf? Existiert der Begriff überhaupt? Wenn nicht, warum nicht? Und was ändert die Quotenfreigabe an der Gestalt des Zyklus? Ich freue mich auf deine Anworten.


Steyrcvtfan antwortet um 26-07-2012 09:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
an melanchthon:

Schon wieder einmal Ratschläge von einen nicht betroffenen.
Liberalisieren bis ales kaputt ist, leider mit den Milchvieh geht die schöne Kulturlandschaft um die uns alle Länder mit intensiver Produktion beneiden verlore.

Habe bei den richtigen Vollgasbetrieben vorallen gesehen das die Lebensqualität stark vermindert ist
Außer große Maschinen ist nicht viellos.


se123 antwortet um 26-07-2012 11:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
@melanchthon:
nein, es gibt keinen Milchzyklus, weil der Begriff der dies beschreibt und für sehr, sehr viele Güter (auch ausserhalb der Landwirtschaft) gilt, bereits Schweinezyklus heißt, da er hier das erste mal definiert wurde. Der Schweinezyklus wird aber wohl auch für einen freien Milchnmarkt gelten. Wie aber genau? - das ist ja das Schöne an der Zukunft - sie ist ungewiß und das ist genau das was unternehmerisches Handeln definert: Entscheidungen zu treffen in einem ungewißen Umfeld und für eine Zukunft die keiner weiß wie sie sein wird.
Und hier sind wir bei dem Punkt mit dem so viele Milchbauern ein Umstellungsproblem haben. Sie sind Ungewißheit einfach nicht gewohnt. Sie wussten am Anfang des Jahres wieviel Milch sie liefern dürfen und zu welchem Preis. Die eine oder andere Unsicherheit war schon dabei (Wetter, Kranke Kuh,...) aber niemals gab es Unsicherheit bzgl. des Absatzmarktes.

Interessant ist ja auch, dass dieses grundlegende Marktpreisverhalten 1927 nach einem Teil der Landwirtschaft benannt wurde, da es da erstmals dokumentiert wurde. Heute, 85 Jahre später hat ein anderer Teil der Landwirtschaft so seine Probleme sich an dieses Gegebenheiten zu gewöhnen, die für den anderen Teil so selbstverständlich sind, dass sie sogar nach ihm benannt wurden.


teilchen antwortet um 26-07-2012 12:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik

@se123, @Melanchthon

Einen natürlichen saisonalen Zyklus gibt's schon, der sich aus der Verfügbarkeit von Grünfutter ergibt - so hab ichs mir erklären lassen.
Dafür hab ich aus der ZMG (Zentrale Milchmarktberichterstattung) die saisonale Milchliefermengen herauskopiert und gemeinsam dargestellt. Der Vergleich zeigt die Jahre 2008-2012 in der EU.
Die Jahresvergleiche in Neuseeland zeigen auch eine Zyklizität, allerdings mit anderen Vorzeichen - klar, auf der anderen Seite des Globus.

Durch das Grünfutter im Frühjahr steigt die Milchleistung und in den folgenden Monaten gibt es einen Milchüberschuss. Im Herbst verknappt sich das Angebot wieder und der Preis steigt.
Dieser natürliche Zyklus ist seit 2008 nicht mehr sehr verlässlich und unberechenbar geworden, weil andere Einflussfaktoren wichtiger geworden sind.




 


teilchen antwortet um 26-07-2012 13:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik

PS: In den USA wird auch von einem 3-Jahreszyklus gesprochen, der die Investitionszyklen eines Betriebes abbildet, wenn er seine Produktion erhöhen will. Könnt Ihr das aus Eurer Sicht bestätigen?


Die Abbildung hier zeigt, was sich dann auf dem Markt abspielt, wenn Überschuss oder Verknappung auf dem Markt ist.
Wenn es im April-Mai immer den Mengenüberschuss gibt, ist die Nervosität demnach im Spätsommer groß, wenn der Preis dann noch einmal gesenkt wird, wo man doch schon hart auf den Anstieg wartet.
Ganz schlimm wars 2008, als es im Herbst keine Erholung gab, sondern der Milchpreis weiter auf Talfahrt war. Grund war u.a. ein dürrebedingter Exportengpass in Neuseeland 2007, und die Preise schossen in die Höhe. Dadurch war auch der Verbrauch gedrosselt, der Überschuss konnte nicht abgebaut werden. Preissenkungen waren die Folge, um den Verbrauch wieder anzukurbeln.


Weiters habe ich eine Analyse in Topagrar gefunden, die eine Prognose der weltweiten Milchproduktion und des -verbrauchs skizziert.

Ich finde diese Analyse recht gut nachvollziehbar. Sie ist zwar vom Februar 2012, aber aufgrund der Langfristigkeit kann man sich das schon einmal anschauen.

Ich lese daraus, dass die Herausforderung für Europa wird, die wachsenden Verbrauchermärkte rechtzeitig für den Export zu erschließen, dann sollte es auch mit dem Preis klappen. Wie man sieht, wächst der Verbrauch innerhalb von Europa bis auf Käse kaum mehr.
Der globale Einfluss wird größer, damit sind Zyklen immer schwerer ablesbar, was den Markt unberechenbarer macht.



 
 


krähwinkler antwortet um 26-07-2012 13:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Man möchte es nicht glauben, wie stark Grünfutterung/Weidegang immer noch praktiziert wird. Siehe Produktionsbuckel! Sie ist aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht umzubringen.

Andere Einflussfaktoren: Die da wären?

Sehr schön sichtbar ist die gestiegene Produktion in der EU und in Ö noch viel deutlicher. Wenn du je Kuh nur mehr 0,35 ha Grundfutterfläche brauchst und dir den Rest zukaufen kannst, dann kann sich jeder ausmalen, wie schnell das Betriebswachstum in der Milchviehhaltung mittlerweile machbar ist. Dass die Böden die Güllemengen nicht mehr derpacken, brauch ich den Bodenschmutzberatern nicht erzählen. Das steht nämlich nicht auf einem anderen sondern auf dem selben Blatt.

Die existierende Kontingentregelung nimmt auf die Intensivität der Milcherzeugung keinerlei Bezug. Man könnte den Verfechtern der Kontingentregelung eine gewisse Blindheit in Sachen Ökologie unterstellen.
Tun wir aber nicht, weil wir sind ja nett zueinander!


teilchen antwortet um 26-07-2012 14:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik

@melanchthon

Die Grünfütterung hat nur bedingt mit Weidegang zu tun.
Es geht um die Qualität des Futters im Frühjahr, im Winter ist halt kein frisches Grünfutter zu haben.
Ob es zugekauft, selber angebaut und gefüttert oder von den Kühen höchstpersönlich von der Weide gerupft wird, ist für die Milchqualität egal.
(Ich glaube die Landwirte hier lachen sich eins über uns, weil wir hier solche Basics austauschen)

Andere Einflussfaktoren?
Wie ich schon geschrieben habe, globale Einflüsse werden zunehmend stärker. Dürreperioden und Missernten in großen Exportländern, Bevölkerkerungswachstum, Wohlstandsentwicklungen in Schwellenländern...
Darum ist es für Milchproduzenten bzw. generell alle Landwirte immer wichtiger, sich über globale klimatische Gegebenheiten, wirtschaftliche Ereignisse und Verbraucherentwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Ad Kontingentierung
Die wirkt schon, es würde sicher noch viel mehr geliefert, gäbs die Kontingentierung nicht. Jeder ist sich selber am nächsten, und was kümmert einen die Preissenkung in den folgenden Monaten, wenn man sie alleine eh nicht beeinflussen kann? Hauptsache der einzelne kann seinen Umsatz in produktionsintensiven Monaten sichern. Jeder der betriebswirtschaftlich vernünftig arbeitet, denkt und handelt so. Darum gibt's die Kontingentierung.

Im übrigen finde ich, weil zwei Theoretiker können die Mechanismen des Milchmarktes nicht erklären, das sollten wir den Milchbauern selber überlassen. - Soll heißen, auch Milchbauern sind eingeladen mitzudiskutieren :-)



krähwinkler antwortet um 26-07-2012 14:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Um zur Bestechenden Logik zurückzukehren: Solche die Bauern unter allen Umständen als Opfer darstellende Ansichten kommen mir feige vor. Sie verhindern, dass Verantwortung für sein Tun übernommen wird. Ist etwas kindliches, unreifes. Erwachsene stehn zu dem was tun.

Zu deinen Argumenten:
Da sieht man wieder einmal: die Botschaft entsteht im Empfänger. Du hast mich sowas von falsch verstanden!
Mir fehlt allerdings gerade die Lust auf alles zu antworten.

Wenn du glaubst, die Diskussion ödet die Bauern an, dann schreib doch einfach nix! Schwierig, nicht wahr? Ich weiß, das die Bauern gerne lesen, was andere denken. Und umgekehrt!




teilchen antwortet um 26-07-2012 14:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik

"...Du hast mich sowas von falsch verstanden!"
- ein Melanchthon der dieses Namens würdig ist, würde sagen "Ich habe mich schlecht ausgedrückt".

Schönen Tag noch, Melanchthon.



krähwinkler antwortet um 26-07-2012 15:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Die Behauptung mit dem sicheren Preis für ein Jahr ist nicht tragfähig. Schau dir dazu die Milchpreisstatistiken an.

Erfahrungen bezüglich eines eventuellen Milchzyklus sind wegen der staatl. Eingriffe (Quote, Exportversicherungen, Importschutz etc.) schlicht nicht vorhanden.

Manche sehen einen engen Zusammenhang von Erdölpreis und Milchpreis. Je unbehinderter die Handelsströme für Milch, umso eher wird der Öl- mit dem Milchpreis korrelieren. Und darauf läuft es hinaus.

Ein Bauer profitiert von diesem Wissen recht wenig. Für ihn zählt, ob er attraktiv - also wohlstandsverheissend - ist.


krähwinkler antwortet um 26-07-2012 15:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Ja, so ist das Forum. Allerlei Leute schreiben da mit:

Wer sagt, dass ich nicht betroffen bin! Zahlst du vielleicht meine Haushaltsrechnung? Krieg ich die Milchprodukte gratis?

Liberalisieren und Kaputtmachen in einem Atemzug zu nennen geht mir zu weit. Ö. Landwirte haben allen Grund selbstbewußter zu sein. Sie haben den EU-Beitritt famos bewältigt.

Du weißt, das ich für eine Bodengebundene Milchproduktion statt der Quote werbe. Und zwar EU-weit. Auch der Holländer hat ein Recht auf eine intakte Landschaft, der Mailänder, wie der Bretone und der Elsässer, der Ungar und der Kroate.

Das mit der intakten Landschaft ist so eine Sache. Schau dir mal Luftaufnahmen von heute und vor 15-20 Jahren an. Du wirst dich wundern, wie die Landschaft verändert worden ist.


Mascher88 antwortet um 26-07-2012 15:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Hallo,

bin selber Milchbauer in OÖ, und kann leider nicht verstehen warum manche Bauern so an der Quotenregelung hängen. Mir persönlich ist sie ein Dorn im Auge. Kann dem System nichts abgewinnen, wenn mann das ganze Jahr produziert und erst am Ende sieht wieviel man wirklich bekommt.
Sehe das Ganze ähnlich wie ihr, glaube auch nicht, dass Infolge des Quotenendes die Produktion explodieren wird. Wie soll das auch gehen, jeder der die Möglichkeit hat produziert jetzt schon soviel es ihm möglich ist. Außerdem werden die momentan hohen Rohstoffkosten die Milchproduktion eher senken.

PS: kann leider keinerlei Zusammenhänge zwischen Ölpreis und Milchpreis finden! (Milchpreis sinkt seit einiger Zeit, während Diesel für den Verbraucher stetig teurer wird)


krähwinkler antwortet um 26-07-2012 17:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Was soll das 88 bei deinem Nick bedeuten? Lass das hinter dir!

Der Zusammenhang wird zwischen dem int. gehandelten Rohöl WTI (Western Texas Intermediate) und dem Energieträger Mais , der entweder vermehrt ins Mischfutter oder in die Energieerzeugung wandert, hergestellt. Der Kraftfutterpreis steuert dann die Milchmenge Grafiken findest du bei Rabobank, OECD und vielleicht bei VÖM. Der öst. Dieselpreis ist übrigens im Vergl. zum Vorjahr auch billiger geworden. (Sh. letzter VPI).

Deiner Prognose wird von einer aktuellen Studie, die für 2013 mehr Milch voraussagt, widersprochen. Der Verpackungsmulti Tetrapak rechnet für Ö mit steigender Anlieferung bis 2014, sinkendem Rohmilchpreis und steigendem Trinkmilchpreis.

Inzwischen wird Zeit verplempert mit Quotennostalgie!



Tyrolens antwortet um 26-07-2012 18:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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*lol* Die höhere Milchanlieferung im Frühjahr soll vom Grünfutter kommen???


teilchen antwortet um 26-07-2012 20:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik

Hallo Tyrolens,

ich freu mich über eine bessere Erklärung, ich hab mir das auch nur erklären lassen.
Was sind die Gründe für den Peak im Frühjahr?



fabian antwortet um 26-07-2012 21:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
lieber melanchthon (alois burgstaller),

als freier landwirtschaftlicher berater (vormals bei Bio Austria), solltest du wissen dass der sogenannte "produktionsbuckel" nicht nur von der grünfütterung stammt.
milchviehbetriebe mit ganzjahressilage beweisen jährlich, dass im frühjahr (tageslänge) auch bezüglich milchleistung, fruchtbarkeit etc. einiges in bewegung kommt!

wahrscheinlich gibt es auch in der beratung ein "sommerloch" !

einfach gesagt - ist dir fad?


krähwinkler antwortet um 27-07-2012 09:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Servus Fabian
Wie du richtig schreibst, ist der Produktionsbuckel nicht nur aber eben doch auch von der Grünfütterung. Nichts anderes habe ich geschriebenl. Du hast auch was übersehen bei deiner Aufzählung: Die Saisonalität bei der Abkalbung, so ganz nebenbei. Danke trotzdem für deine fachliche Supervision!
Was das Sommerloch anbelangt, kann ich dich nur bestätigen, es ist extrem groß. Ich kann mich ein bissl ausruhen für den Herbst. Er könnte ja turbulent werden. Ich hoffe du bist auch bei guter Gesundheit.


Mascher88 antwortet um 27-07-2012 12:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Möchte wissen, was dich mein Nick interessiert? hast du keine anderne Sorgen?

Möchte nur festhalten, dass du dir in deiner Antwort wiedersprichst. Im ersten Absatz schreibst du, dass der Kraftfutterpreis die Milchmenge regelt (Kraftfutter wird momentan teurer, folglich sollte die Milchmenge sinken) und gleich darauf schreibst du, dass bis 2014 weitere Mengensteigerungen prognostiziert werden. Also was den nun?

Und zum Thema VPI:
habe mir einen Tankbeleg vom 02.08.2011 gesucht. Preis: 1,391 € / l
und heute an der Tankstelle ausgezeichneter Preis: 1,399 € / l

Da kann mir der VPI erzählen was er will, ich habe Fakten die dagegen sprechen!!



teilchen antwortet um 27-07-2012 12:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik

Hallo Mascher88,

Ich finde Deine Fragen gut, und ich würde mich keine Wette eingehen trauen, wie die Milchmengenentwicklung nach Ende der Quotenregelung ausschauen wird.
Vielleicht gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Milchpreises und dem Ölpreis, der nicht-linear und zeitversetzt und wer weiß mit welchen sonstigen Abhängigkeiten behaftet ist. Für Nicht-Ökonomen sind solche Zusammenhänge nicht erkennbar, und für betriebliche Entscheidungen schon gar nicht anwendbar.
Aber vielleicht weiß der Eröffnet dieses Threads mehr, er ist eh vom Fach.

PS: die 88 ist ein Nazi-Chiffre, es würde mir seltsam erscheinen, wenn das jemand für seinen Nick Verwender. Ich vermute, in Deinem Nick ist es Dein Geburtsjahr.



teilchen antwortet um 27-07-2012 12:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik

Noch eine Frage an Dich, Mascher und andere Milchproduzenten, weil der Zusammenhang zwischen teuren Futtermitteln, Treibstoff und Dünger mit der Milchproduktion genannt wird:
Ist es so, daß Ihr weniger produziert, wenn die Preise hier steigen, aber der Milchpreises passt?
Wie zeigt sich dieser Einfluss?

LG, Teilchen



Mascher88 antwortet um 27-07-2012 13:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Zum glück weiß keiner genau, wie sich die Sache entwickeln wird. Ist wie beim Wetter, ist besser man kan das ganze nicht beeinflussen.
Wahrscheinlich wird es einen Zusammenhang zwischen Ölpreis und Milchpreis geben. Aber sicher keinen direkten, und wenn wir ehrlich sind hängt praktisch alles in unserer Welt mehr oder weniger mit dem Ölpreis zusammen.
Kann nur für mich sprechen aber:
bei mir persönlich haben die Kosten der Betriebsmittel praktisch keinen Einfluss auf die Milchmenge. Füttere meine Kühe Leistungsgerecht (d.h.: sie bekommen so Viel Futter wie sie brauchen um bei ihrer Leistung gesund zu bleiben und kein kg mehr) bin eigentlich ständig darum bemüht meine Kosten zu senken, auch wenn der Milchpreis gut ist. Kosten senken und effizients steigern = Betriebswirtschaft, oder?
habe dabei leider keinen Einfluss auf die Kosten der Betriebsmittel und kann auch die Menge kaum beeinflussen: kaufe ich weniger Dünger als notwendig, sinken die Erträge und ich muss mehr Futter zukaufen. Für mich also egal ob ich das Geld für Dünger oder Futtermittel ausgebe.
Auch die Treibstoffmenge liegt kaum in meinem ermessen, kann nur schauen beim Kauf einen guten Preis zu bekommen.
Bin mir aber auch sicher, dass das viele Leute anders sehen. Es gibt genug Leute (die ich auch kenne) die z.B. die Gabe von Kraftfutter und Düngemittel alleine vom Preis abhängig machen.

habe leider nicht darauf geachtet, mich politisch korrekt zu bezeichnen. Sollte sich dadurch jemand gestört fühlen entschuldige ich mich natürlich dafür. Finde es aber ausgesprochen amüsant, dass diese Dinge gleich mehreren Leuten auffallen. Und nur aus diesem Grund und nicht als Nazi Zeichen bleibt das jetzt auch so!!

LG, Mascher


Mascher88 antwortet um 27-07-2012 13:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bestechende Logik
Und noch als Update: Tankstelle aktuell: 1,431 € / l

wo ist der VPI, wenn man ihn braucht!!


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