Stiefkind Berggebiet

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edde 26-05-2012 10:38 - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
schade , dass der hofer andreas nimmer lebt, sonst hätt er wohl längst zu den bergbauern gesagt "mannda esch is zeit"--zeit sich um eine neue förderungsgerechtigkeit zu wehren.

immerhin sind seit dem eu-beitritt 27 jahre vergangen,zeit in der sich die agrarwelt gewandelt hat.
heut ist der arbeitseinsatz pro hektar das um und auf,der technische fortschritt hat in den gunstlagen bei weitem mehr an arbeitserleichterung gebracht als in den berrgebieten mit ihrer unausweichlichen rinderhaltung,
ein sicherer indikator für diese schieflage sind aussergewöhnlich gestiegene preise für pacht in ackerrregionen und moderate preise für grünland wenns überhaupt noch bezahlende pächter gibt.

wenn hier nicht entgegengesteuert wird,auch vor dem hintergrund sinkender milcherlöse ists schlecht bestellt um das schöne alpine fremdenverkehrsland österreich, und die flachlandbauern mit ihrer (ehemaligen)stierhaltung werden aus lauter dankbarkeit für ihre hohen prämien auch nicht die gstecken mähn.

mfg






G007 antwortet um 26-05-2012 11:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Die Förderungen sind an Deine Rechenkünste angelehnt.


Faltl antwortet um 26-05-2012 12:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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und ich dachte wir sind erst 17 Jahre bei der EU



sturmi antwortet um 26-05-2012 12:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@edde
Die Berggebiete werden überdurchschnittlich gefördert, sogar die Waldviertler kassieren Bergbauernprämien!
Übrigens, beim Touristen "melken" kommt auch ordentlich Geld herein! ;-))
MfG Sturmi


Julian95 antwortet um 26-05-2012 13:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich bin einer der wenigen der später eine berglandwirtschaft auch ohne viel förderung bewirtschaften will.

Das problem bei uns jungen leuten:

Ich bin in meiner schule (lw-schule) wirklich der einzige, der später einen bergbauernhof bewirtschaften will,, dass problem sind einfach die vielen maschinen , die es im flachland gibt und keiner will "freiwillig" in da leidn herumklettern.
Es geht einfach nur ums geld...i glaub, dass ma a liebe zu de berg und zum viehch habn muss, damit ma des machn kann, geld spielt eine rolle, aber fördergelder sollten sinnvoller verwendet werden


Julian95 antwortet um 26-05-2012 14:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich bin einer der wenigen der später eine berglandwirtschaft auch ohne viel förderung bewirtschaften will.

Das problem bei uns jungen leuten:

Ich bin in meiner schule (lw-schule) wirklich der einzige, der später einen bergbauernhof bewirtschaften will,, dass problem sind einfach die vielen maschinen , die es im flachland gibt und keiner will "freiwillig" in da leidn herumklettern.
Es geht einfach nur ums geld...i glaub, dass ma a liebe zu de berg und zum viehch habn muss, damit ma des machn kann, geld spielt eine rolle, aber fördergelder sollten sinnvoller verwendet werden


Fallkerbe antwortet um 26-05-2012 14:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@julian,
mit deinen 17 jahren hast du keine nennenswerten ausgaben.
Da ist es noch recht leicht, von genügsamkeit zu sprechen.

Unterhalten wir uns nochmal darüber, wenn du deine Lebensmittel, Versicherungen, Sozialversicherung, Kleidung, Auto, Treibstoff, Strom, Wasser, Kanal, Müllgebühren, Steuern, Hausraten, Heizkosten, Telefon und Internet selbst verdient und bezahlt hast. Und vieleicht hast irgendwann mal eine freundin, und die möchte dann auch noch gerne in den urlaub.
Auch Kinder, solltest du mal welche haben, kosten Geld und nicht zu knapp.

@edde,
Zitat
wenn hier nicht entgegengesteuert wird,auch vor dem hintergrund sinkender milcherlöse ists schlecht bestellt um das schöne alpine fremdenverkehrsland österreich
Zitat ende
Die frage ist angesichts leerer Staatskassen schon, ob jede leitn unbedingt mit steuergeld gemäht werden muss oder mit steuergeld abgeweidet werden muss. Wald ist doch auch was schönes.

noch ne frage, ist kärnten so viel früher als alle anderen Bundesländer zur EU beigetreten?


textad4091 antwortet um 26-05-2012 15:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Österreich ist genau für eines wirklich bekannt und immerwieder positiv in Erinnerungen festgesetzt, und zwar is das der Tourismus; Österreich bietet weder weiß Gott welche wissenschaftlichen, produktiven oder wirtschaftichen Leistungen, die nicht in einem andren Land gleich bzw. besser vollzogen werden können; Mir fällt augenblicklich wirklich nichts in diesen Bereichen ein, falls ich mich Irre bin ich gern lernwillig dafür; Hab jetz auch nur 5min mein Gehirn durchforstet, kann sein dass mir später sehrwohl was einfällt;
Kurzum, worauf ich hinaus will: Wenn man jetzt Steilflächen/Almen in dementsprechenden Bundesländern verwalden lassen würd oder halt aufforsten, zwecks "höherer" Produktivität, na wie wird sich das wohl auf den Tourismus auswirken?
Almpflege sowie Landwirtschaft in steilen bwz. Berggebieten ist schwierig und teuer, würd man aber drauf verzichten setzt sich ein Rad in Bewegung welches sich für Österreich in die negative Richtung dreht .....
Mit Produktivität hin oder her kann jetzt ruhig jeder kommen- Aber ich sag's als angehender Land- und Forstwirt mal so: ich sag nicht wie ein z.B. >100ha Ackerbaubetrieb zu wirtschaften hat, umgekehrt verlang ich zumindest dasselbe; Denn zwecks ökologischen Bedürfnissen der Landschaft sitzen da jene in den "unproduktiven" Gebieten am längeren Ast, zumindest soviel trau ich mich dazu so leichtfertig sagen


Julian95 antwortet um 26-05-2012 15:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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ja aufjedenfall
würden die flächn ned gepflegt werden...wäre der tourismus nie so gut...ich als zukünftiger bergbauer seh mich eh hauptsächlich als landschaftspfleger


Fallkerbe antwortet um 26-05-2012 15:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@textad
Du scheinst ein wenig betriebsblind zu sein.
Österreich ist schon auch in anderen branchen konkurenzfähig, nicht nur im tourismuß.

Atomik ist weltmarktführer bei Alpinski.
Doppelmayer ist weltmarktführer bei Skiliften.
Fischer ist weltmarktführer bei Langlaufschi
Fequentis Weltmarktführer bei Sicherungstechnik für Flughäfen,
Schwingungsdämpfer kommen meist von der Firma Geislinger aus Hallwang in Salzburg,
Greenonetec ist führend bei grossen solarthermischen Anlagen
Die meisten Treibpartronen für Airbags kommen von ISI
Seit Jahren unangefochtene Nummer 1 bei geländegängigen Motorrädern ist KTM
Magna Powertrain Weltmarktführer für Pkw-Getriebe
Palfinger Weltmarktführer bei Lkw-Kränen.
Weltmarktführer bei Kürbiskernöl ist die Firma Pelzmann
Die Firma Pollmann ist Weltmarktführer für elektromechanische Baugruppen für Schiebedächer.
Red Bull ist Weltmarktführer bei Energy Drinks
Weltmarktführer bei Feuerfestprodukten ist die Firma "RHI
Und Rosenbauer ist auch hervorragend aufgestellt
Weltmarktführer ist Schiebl bei Minensuchgeräten.
Swarovski ist marktbeherrschend bei Kristallprodukten
Teufelsberger aht einen hervorragenden namen bei Seilen
Vöstalpine ist weltmarktführer bei Eisenbahnweichen
Wienerberger" ist der Weltmarktführer bei Hintermauerziegeln
Marktführer Zizala baut Autoscheinwerfer


Und auch der tourismuß hängt nicht ausschliesslich daran, ob auch die letzte leiten steuergeldfinanziert mit einem Laubbläser runtergelärmt wird.


Julian95 antwortet um 26-05-2012 16:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@Fallkerbe:

Sowas macht man nur dann, wenn man die arbeit gern macht..warum glaubst werden soiche flächen nur einmal im jahr mim mulcher gmäht...?
Wegen den förderungen.
Wenns die nd gäbe, würden das viele nd machen, dass in sauteuren heubläser einsetzen


Julian95 antwortet um 26-05-2012 16:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@Fallkerbe:

Sowas macht man nur dann, wenn man die arbeit gern macht..warum glaubst werden soiche flächen nur einmal im jahr mim mulcher gmäht...?
Wegen den förderungen.
Wenns die nd gäbe, würden das viele nd machen, dass in sauteuren heubläser einsetzen


edde antwortet um 26-05-2012 16:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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untertänigst um entschuldigung zu bitten für meine 27 jahre--und um nachsicht erflehend hoffend der schlampig bedienten tasten


veti antwortet um 26-05-2012 17:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Abgesehen von der Bedeutung der bergbäuerlichen Landwirtschaft was den Tourismus betrifft.: Wenn's darum geht, Werbespots "bei unsrer Ehr" zu drehen, die Förderungen beim Rest der Bevölkerung zu argumentieren, usw... dann können die Bergbauern schon herhalten.

Und @ Fallkerbe: bei dieser Auflistung solltest du auch die Produktionsstandorte der aufgezählten Firmen beachten und die genauen Besitzverhältnisse (z.B. gehören Matschitz "nur" 49%, der Rest einer asiatischen Firma- von dort kommt auch die Idee mit den taurinhältigen Getränken). KTM gehört ebenfalls schon zu knapp 40% asiatischen Investoren. Pelzmann stand im Verdacht, ausländische (wahrscheinlich chinesische) Kürbiskerne einzumischen. Wo Österreich drauf steht, ist eben nicht immer Österreich drinnen.

Aber ist ja alles kein Problem, der Bergbauer soll zusperren und im nächsten Werk einer der aufgezählten Firmen anheuern (wenn er Glück hat, muss er die Bundesgrenze nicht überqueren), seine Produktion übernimmt der in der "Gunstlage" - die Werbungen werden dann auch dort gedreht und die Bergretter haben sicher Spaß daran, die "geländegängigen" Touristen dann im verwaldeten, verwilderten Gedachs zu bergen. Ob die, die diese Hilfsleistungen nicht in Anspruch nehmen müssen und doch bis ans Ziel kommen, wieder kommen, wenn die Almhütte zu hat, sei mal dahingestellt....


wawiland antwortet um 26-05-2012 18:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Es ist schade wenn eine Gruppe der Bauern auf die aneren Bauern neidisch sind.
Viel vernünftiger wäre es wenn gemeinsam für das bessere gekämpft würde!!!!!!!!

Auch ein Ackerbauer hat es nicht leicht seinen Lebensunterhalt zu verdienen, im vergleich zu anderen Berufsgruppen wie zB. Lehrer, Beamte..... von Managern und Bänkern speche ich gar nicht!

Die Möglichkeiten eines Flachlandbauern sind natürlich vielfältiger als im Berggebiet, aber bei Vielen Betrieben ist die sogenannte flucht nach vorne mit ungewissen Ausgang verbunden, eigenkapital ist meist nicht vorhanden od. kommt von anderen Bereichen!

Darum Appeliere ich auf eine Zusammenarbeit der Bauern den ohne diese werden wir auf Politischer ebene nichts erreichen!




helmar antwortet um 26-05-2012 18:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Edde...vielleicht kommt es dir schon so lange vor wennst den Ergrauungsgrad der Haarpracht betrachtest?
Um aber zum Thema zu kommen......sehr oft wurde hier dieses Thema, und besonders oft wenn es um nona, die Milch gegangen ist, diskutiert. Tatsache ist dass es einen Bergbauernzuschuß bereits vor dem Beitritt Österreichs zur EU gegeben hat. Aber damals hat es auch den sogenannten "fiktiven Einheitswert" gegeben, und damit sind so manche Bergbauernhöfe durch den Rost gefallen. Sei es weil der Betriebsführer im Nebenerwerb gewesen ist oder sein(e) Partner(in), oder er hatte irgendein Gewerbe dabei. Auch ich habe den Bergbauernzuschuß nicht immer aus diesen Gründen bekommen, obwohl ich genauso bewirtschaftet habe wie alle anderen auch.
Wenn man nun das Wort "Gerechtigkeit" strapaziert, dann ist diese Hürde seit 1995 weg, aber einfacher ist es nicht geworden. Viele gesetzliche Vorgaben erhöhen die Kosten auf Grund der Topografie uvm. schon bei einem Bauvorhaben, und wenn man die Preise für Spezialmaschinen sieht, wird es einem auf ebenen Boden schwindlig.

Nur, was tun? In Zeiten von Sparpaketen wird man wohl kaum mehr Geldmittel für gewisse Gebiete auftreiben können......und oft wird es so sein dass sich jemand überlegen wird ob er seine Freizeit beim Arbeiten verbringen will und womöglich sein ausserhalb der Landwirtschaft verdientes Geld zur Erleichterung seiner Arbeit wieder in die Landwirtschaft steckt. Und es wird auch immer öfter Eltern geben welche ihren Kindern eigene Entscheidungen zur Berufswahl zubilligen, und damit im Kauf nehmen dass sie die letzten den Hof Bewirtschaftenden sind......
Es wird auch nicht möglich sein, für Berghöfe Ausnahmen bei Gesetzen, z.B. Bundestierschutzgesetz, zu machen, da in diesem Fall der Gleichheitsgrundsatz nicht mehr zuträfe.......
Bauer sein hat sehr oft auch mit Idealismus zu tun, aber vom Idealismus allein kann man auch nicht leben....vielleicht aber wären arbeitsteilige Verfahren für manche ein Weg, z.B. Vertragskalbinnen aufzucht u.ä., besonders dann wenn im Nebenerwerb gewirtschaftet wird. Was aber eher eine Reduzierung der Arbeitszeit als der Kosten bedeuten würde.
Und die Antwort von Fallkerbe an einen jungen User, der das Berglandwirtschaften (noch) durch die rosarote Brille betrachtet, finde ich in Ordnung......und zutreffend.
Mfg, Helga


Steinpilz antwortet um 26-05-2012 20:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Es ist gar nicht notwendig mehr Geldmittel für Bergbauern aufzutreiben. Sie gehören nur endlich fair verteilt! Sogar die "böse" EU-Kommission kann das historische Betriebsprämienmodell nicht mehr akzeptieren.
Und von diesem haben in den letzten Jahrzehnten vorallem die Betriebe in den Gunstlagen profitiert.

Es wird endlich Zeit dass sich die westlichen Bundesländer vereinen und einen gerechten Anteil für die neue Periode erkämpfen. Und sich nicht mehr von der (vor allem Niederösterreichisch dominierten) Agrarpolitik über den Tisch ziehen lassen.

Sogar wenn alle Zahlungen (auch die Ausgleichszulage, Bergbauernprämie etc.) zusammengezählt werden steigt 1 ha in Tirol bewirtschaftet (423 €) schlechter aus als der gleiche ha LN in Niederösterreich (576 €). Sind die Flächen in NÖ so schwierig zu bewirtschaften? So hohe Ertragsverluste durch eine 5 monatige Schneedecke? Teure Spezialmaschinen um die steilen Flächen zu bewirtschaften? Oder überhaupt nur mit viel Handarbeit zu bewirtschaften?
Anscheinend schon, denn würden die Betriebsprämien in Österreich vereinheitlicht - dann "gehen im Ackerbau die Lichter aus" laut Ernst Kapfinger, Präsident der Rübenbauern und Landwirt in der Korn und Gemüsekammer Österreichs.

Fragt man die Konsumenten welche Landwirtschaft sie unterstützen wollen (immerhin kommt von ihnen das Geld) dann ist die Antwort wohl eindeutig!!

http://www.blickinsland.at/news-standard/news-detail/p/11/article/nein-zu-einheitlichen-flaechenpraemien-in-oesterreich-4905/abp/92.html

http://gmeiner-meint.blogspot.com/2012/04/dann-gehen-die-lichter-aus.html




edde antwortet um 26-05-2012 20:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@steinpilz

du hast es präzise auf den punkt gebracht-genau das meint ich mit meinem eintrag.

ich bin aber zugegebenermassen sehr überrascht, wie gleichgültig es die mehrheit der poster hier sehen.

für mich ist somit klar, dass die einheitliche betriebsprämie nicht neu verteilt wird.
laut eu-vorgaben hätte österreich bis 2019 zeit, um auf ein einheitliches system umzustellen-sie werden sich erfolgreich im sinne der flachlandbauern dagegen wehren mit höchster wahrscheinlichkeit.

mfg


G007 antwortet um 26-05-2012 21:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Dreimal darfst Du raten wo die einflussreichste Bauernlobby sitzt, natürlich in Niederösterreich. Und jetzt ist es nicht schwer zu erraten was gefördert wird. Und die Agrarlobby (unter anderen sitzt Raiffeisen in der LKÖ) hat nur Interesse an Betrieben die auch massenhaft Rohstoffe produzieren. Mit diesen läßt sich auch richtig Kohle machen. Was ein Bergbauer an Rohstoffen produziert ist zu vernachlässigen. Mit Gras kann die Agrarlobby nicht viel verdienen.
Ein alter Spruch sagt schon:
In Landwirtschaft lässt sich nicht viel verdienen, aber an der Landwirtschaft sehr wohl.


rotfeder antwortet um 26-05-2012 21:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo!
Das ist immer das Dilemma gewesen, das die Ackerbauern besser gestellt wurden als die Grünlandbauern.
Schon als unterschiedliche ha-Prämien für Wiesen und Acker eingeführt wurden. Und dazu noch Umbruchsverbot, Anstatt die höheren Prämien für Wiesen zu gewähren, dann ist der Anreiz zum Umbrechen gleich geringer.
Doch das Problem fängt schon bei den Kindern an. NÖ Flachlandbauern schicken ihren Nachwuchs nach Wien zum Studium und manch einer macht dann als Politiker Kariere. Dadurch das bessere Netzwerk und entsprechende Gesetze. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann der letzte Agrarminister aus dem Westen im Amt war, gebürtiger Bauernsohn versteht sich. Die, die mir momentan so einfallen, kommen alle ehr nicht aus dem Gebirge. Es sind NÖ, B, und OÖ dabei.


Steinpilz antwortet um 26-05-2012 22:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Das Argument Bergbauern verdienen sich eh eine goldene Nase im Tourismus (deswegen brauchen sie auch weniger Fördergelder als Ackerbauern) ist doch ein Schwachsinn.
Ich könnt genauso behaupten Ackerbauern haben die besser bezahlten Nebenjobs, weil es in ihrer Umgebung (Donauraum, Industrieviertel) viele große Industrieunternehmen gibt. Oder noch besser sie haben einen Teil ihrer Fläche an genau jene expandierenden Unternehmen verkauft, oder eine Schottergrube draus gemacht... und deswegen brauchen sie weniger Förderungen.

Außderdem: von welchem großartigem Zusatzeinkommen sollen Bergbauern in Gebieten ohne/wenig Tourismus (Murtal, Mostviertel,...) leben?

Es geht doch gar nicht etwas zurückzuforden, sondern ab jetzt die Fördergelder möglichst fair zu verteilen. Wieso soll der Gesellschaft ein Hektar Bergwiese weniger Wert sein als ein Hektar Raps? Wenn keiner aufmuckt bleibt alles beim Alten, und die die am lautesten schreien sind meistens nicht die Bergbauern.


textad4091 antwortet um 26-05-2012 23:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@ Fallkerbe: Naja, muss gestehen an Voest bzw. RHI hab ich nicht wirklich gedacht ... Aber jetzt gehst mal her und fragst irgendwo in der Welt, möglichst gleichmäßig verteilt, wofür Österreich eigentlich bekannt ist oder woran Leute denken wenn sie an Österreich denken, auf das wollte ich unter andrem eigentlich hinaus- Wenns' t dann jene Geistesblitze die Känguruh und Haider sagen abziehst werden sich denk ich lockere 75% nur auf den Tourismus beziehen, und mehr hat Österreich ja ned wirklich zu bieten- Bei sämtlichen Unternehmen kommt es ja nur auf das Know- How der Forschungs- und Entwicklungsschiene draufan, und wie's ausschaut tut die hiesige Politik alles was geht um gerade das nicht zu fördern, sondern genau dem entgegenzusteuern ... Ich finde diese Entwicklung (kann sein dass sie sich auch nur in meinem Kopf abspielt^^) auch nicht grad richtig;

So, wieder zum Thema: Ich denke bei diesem hier geht es vorrangig um typische Streitigkeiten a'la "Die Bergbauern leisten ja nix" und "Die Ackerbauern saugen ja nur den Boden aus" ... Ich möchte auf keinen Fall in der Rolle eines Streitschlichters sein, allerdings sei gesagt dass der Herr Minister ja schon durch die Blume das dazu gesagt hat, ich glaub im Blick unsLand oder gar im Top Agrar war das, sinngemäß wiedergegebene Aussagen "Den Westen nicht gegen den Osten ausspielen" und "Niemanden bevorzugen" ... Ich denke eine klare Aussage für jemanden mit der Herkunft des Herrn B.
Aber mal schaun was rauskommt, i geht ned lang streiten weil's im Grunde eh nix bringt sondern warte mal ab was rauskommt ... Wahscheinli läufts ähnlich ab wie ein Thema der Bildungspolitik vor etwa 5 oder 6 Jahren, "überraschenderweise" muss ein Ergebnis auf'm Tisch also schuster'ma übern Nachmittag schnell was zusammen ...


HAFIBAUER antwortet um 27-05-2012 07:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@tria weist warum die Volkskultur bei uns noch in Ordnung ist,weil die Bergbauern noch zufriedener sind mit ihrem Einkommen.Und sie hetzen nicht durchs ganze Jahr nur dem Einkommen nach.Und trachten nicht ob schon wieder, ein kleiner zusperrt das man ein Paar ha zum Pachten kriegt.Was hat diese gier noch mit dem Einklang der Natur zutun oder eben mit der Volkskultur.


G007 antwortet um 27-05-2012 08:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@ textad4091

Zur Anspielung wegen der Herkunft des Herrn B. kann ich nur Sagen, dass ist der schwächste Landwirtschafts- und Umweltminister den wir je hatten. Ich kenne Aussagen der höchsten Agrarspitzen Österreichs die Sinngemäß lauten, dieser Mann sei eine Nullnummer. Nichtssagende Ankündigungen und nur keep smiling fürs Foto.


sturmi antwortet um 27-05-2012 08:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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"Was soll denn das Ganze werden - Klassenkampf? Hörndlbauern gegen Körndlbauern, oder was?"
@tria
Dann kommen auch noch die moralisierenden "Welternährer" dazu, die wollen auch ein großes Stück vom (Förder)Kuchen!
Bin ja mal gespannt ob unsere Politik wirklich so blemblem ist und Lowoutput-Betrieben noch mehr Förderungen zukommen lässt. Dadurch wird die Eigenversorgung Österreichs immer weiter zurückgehen und die Bevölkerung wird immer Abhängiger von importierten Lebensmitteln! Wollen das die Leute wirklich?!
MfG Sturmi


iderfdes antwortet um 27-05-2012 08:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Über vieles lässt sich eben streiten, mich haben eigentlich zwei Dinge besonders gestört, die hauptsächlich das Berggebiet betreffen: Erstens die Flächenreduktion bei Hutweiden, bei der jede kahle Fläche und jeder Trittweg gleich einmal abgezogen wird, 10 % mindestens, während bei allen anderen Flächen auch nicht jeder Maulwurfshügel abgezogen wird und nicht mal schmale Bäche durch die Wiese. Ganz abgesehen davon, dass bei Hutweiden sowieso nur 25 % der Förderungen einer anderen Weide bezahlt werden. Der zweite Punkt war, dass z. B. Bioförderung gleich um 50 % gekürzt wurden, wenn man einen gewissen Viehbesatz nicht erreicht, weil die Flächen eben so steil oder der Winter so lang ist. (Und weil die Anrechnung der Almflächen extrem hoch ist.) Eine Extraabzug für Wirtschaftserschwernisse sozusagen.


tomsawyer antwortet um 27-05-2012 08:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ui, gehts schon los die Verteilerstreiterei bezüglich Betriebsprämie neu.
Ich bin im keinem Ackergebiet zuhause und ja Sturmi ich im im W4 und bin auch in der Bergbauerzone 1 zuhause.Bei uns wächst kein Silomais, haben jetzt noch Spätfröste und ich lade Dich zum Steineglauben ein, pro ha Ackerland mind. einen halben Tag zu zweit, außerdem sind im W4 die Einkaufschwächsten Gemeinden zuhause.


textad4091 antwortet um 27-05-2012 10:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@ G007: Soll ja auf keinen Fall was gegen die Bewohner des Herkunftsbundeslandes vom B. sein- Es kann ja kein Ort, keine Gemeinde und kein Bundesland was für seine Politiker ...
Dass er nicht grad der stärkste ist war mir ohnehin klar, und seit seinem verbalen Ausflug in Frankreich is er sowieso immerwieder auf der Abschussliste von zynischen und satirischen Kabarettisten ...
Ich denke Klassenkampf is echt ein Schlagwort- Was andres will man ja ab und an nicht mal erreichen, denn dadurch heißt es gach wieder "seid's euch ja untereinander ned mal einig, da gibt's dann halt gar nix mehr" bzw. "Wie soll man euch da noch ernst nehmen" ... Letzteres bezieht sich vor allem auch auf Aussagen nicht sooo schwarz gefärbelten Zeitungen


Steinpilz antwortet um 27-05-2012 10:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@tria
Genau darum ist dein Argument der guten Zuverdienstmöglichkeiten in den jeweiligen Gebieten ein Blödsinn - weder Tourismus im Berggebiet - noch gute bezahlte Jobs in Industrieunternehmen in Gunstlagen. weil es auch Gebiete gibt die von keiner guter Wirtschaftsstruktur profitieren können.

was fair ist oder nicht liegt sicher im Auge des Betrachters - da geb ich dir absolut recht. Aber du musst schon auf beiden Augen blind sein um kein Ungleichgewicht zwischen durchsch. 250 € Betriebsprämie je ha (Futterbaubetrieb) und im Gegenzug 332 € Betriebsprämie/ha Marktfruchtbetrieb oder überhaupt 700 €/ha für den Stiermäster zu sehen. genauso im ÖPUL Programm - 1 ha Grünland wird deutlich schlechter gestützt als 1 ha Ackerland. Weil auf den Ackerflächen mehr Biodiversität herrscht als auf den Grünlandflächen? Ja genau...

Will jetzt überhaupt keinen Streit vom Zaun brechen, aber jedesmal wenn jemand Ungerechtigkeiten im System aufzeigen will heißt es gleich: wir müssen zusammenhalten! keinen Keil in die Bauernschaft treiben! etc..

Und im Endeffekt macht es sich dann die hohe Agrarpolitik im stillen Kämmerlein unter sich aus und wir werden vor vollendeter Tatsachen gestellt (wie das ausgeht wissen wir eh schon). Also, nix Hände falten, Goschn halten sondern diskutieren (im Unterschied zu Streiten), unser Recht einfordern, die Konsumenten mit ins Boot holen und zu guter letzt sollte ein Kompromiss rauskommen, mit denen alle leben können.

Wünsch euch einen schönen Tag!


veti antwortet um 27-05-2012 10:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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zitat sturmi: "Bin ja mal gespannt ob unsere Politik wirklich so blemblem ist und Lowoutput-Betrieben noch mehr Förderungen zukommen lässt. Dadurch wird die Eigenversorgung Österreichs immer weiter zurückgehen und die Bevölkerung wird immer Abhängiger von importierten Lebensmitteln!"

Und dafür steht die GAP nach Angaben des Ministeriums:

" für etwa 80 % der Staatsfläche Verantwortung getragen und insbesondere die Besiedelung in den Berggebieten und benachteiligten Gebieten aufrecht erhalten wird,
nachhaltige, umweltgerechte Wirtschaftsweisen in großem Umfang zur Anwendung kommen,
die Versorgung mit sicheren und qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln gesichert wird,
die reizvollen und vielfältigen Kultur- und Erholungslandschaften erhalten und gepflegt werden,
erneuerbare Energie und Rohstoffe zur Verfügung gestellt werden,
durch Investitionen Arbeitsplätze in Gewerbe, Industrie und Dienstleistungsbetrieben gesichert werden,
für den Schutz des Bodens, des Waldes sowie für die Reinhaltung des Wassers und der Luft gesorgt wird."

Von Produktionsintensivierung in der Landwirtschaft ist da nichts zu lesen und ich schau mir an, wie du das den Konsumenten gegenüber argumentieren willst.

Interessant dazu auch der Artikel, wie ein Mitarbeiter der Masterrind die Situation in Österreich sieht: http://www.holstein.at/sites/holstein.at/files/elkat/2010-09/. Der geht expliziz auf den Tourismus ein...

Und was den Klassenkampf betrifft- zuerst mit "Zusammenhalt" und "ja nicht auseinanderdividieren lassen" argumentieren und hinterher sind die Bergbauern wieder die gef****?



helmar antwortet um 27-05-2012 10:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
Hallo Tria...was soll das werden, ein neuer Klassenkampf?.......Nun, bei der Vielfalt auch in der Landwirtschaft ergibt es sich fast automatisch dass der "eigene" Betriebszweig der einzig "wahre und echte" Weg des Bauerntums ist. Und dass sich da eine Politik mehr oder weniger irgendwie durchlavieren muss, denn jede der "wahren und echten" Gruppierungen fühlt sich, obwohl sie doch die Agrarelite sind, gegenüber anderen benachteiligt.
Du sprichst auch an dass manche sagen dass sie seit dem EU-Beitritt besser dastehen als vorher......und das stimmt, die Fördertöpfe sind voller geworden. Auch wenn es inzwischen so ist dass es inzwischen sehr mühsam ist, so förderkonform zu wirtschaften dass man sich nicht in einer Auslegung von Überprüfungen verwickelt. Tatsache ist, es wird schon auch von politischer Seite versucht, die Berglandwirtschaft zu unterstützen und im Berggebiet zu halten. Das sollte auch mal gesagt werden....

Allerdings frage ich mich schon ob so mancher Bergbauer seinen Einheitswert/ha mit einem Flachlandackerweinbauern tauschen wollte......ich denke dass da die meisten dankend ablehnen würden.
Mfg, Helga


edde antwortet um 27-05-2012 10:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
also da können es manche drehen und wenden wie sie es wollen--diese versuchte einzementierung des bestehenden fördersystems (entgegen den vorgaben der eu)ist nicht mehr und nicht weniger als eine riesengrosse sauerei ,aber mehr als bezeichnend für diesen lobbystadel agrarpolitik.

insbesondere das "umbruchsverbot" sagt doch alles zu dem thema.

mfg


Fallkerbe antwortet um 27-05-2012 14:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
Zitat:
Es ist gar nicht notwendig mehr Geldmittel für Bergbauern aufzutreiben. Sie gehören nur endlich fair verteilt
zITAT ENDE

Ich sehe das etwas anders. Der Steuerzahler muss bislang alljährlich dieses Geld auftreiben. Es ist nicht einfach da, und braucht nur umverteilt werden.

@veti,
Es sind Österreichische firmen, und sie sind weltmarktführer. Damit ist klargestellt, das in Österrecih der tourismuß zwar wichtig ist, aber mit sicherheit nicht die einzig wichtige branche.
Wem die firmen dann gehören macht in dem sinn keinen unterschied.
Mir ist es lieber, die gehören vorrauschauenden Investoren als meinetwegen dem Staat oder irgendwelchen verbänden oder Interessensgemeinschften.

@textad,
ich glaube es kommt auf die gesellschaft an, die man befragt.
Wenn dein umgang mit Ausländern hauptsächlich touristen bzw touristiker sind, dann glaube ich dir die 75%





veti antwortet um 27-05-2012 15:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@ fallkerbe: auch wenn die firmen an der wiener börse notiert sind, ist es schon relevant, wo sie ihre werke haben- was wiederum (auch) mit den besitzverhältnissen zusammenhängt. Für die 08-15 Bevölkerung zählt primär, wie viel Arbeitsplätze die Firmen bei uns schaffen und welches Steueraufkommen mit ihnen verbunden ist. Das größte Unternehmen hast in der Aufzählung glaub ich vergessen: die OMV.

Mit an den Spitzenplätzen der Unternehmen nach Umsatz und Mitarbeitern sind übrigens REWE und Spar- womit man wieder bei der Landwirtschaft ist. Und beide machen gerne Werbung mit Bergbauern...


G007 antwortet um 27-05-2012 18:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
" Und beide machen gerne Werbung mit Bergbauern..."
Du meinst wohl auf Kosten der Berbauern!!!!



G007 antwortet um 27-05-2012 18:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
Würdest Du den ha Ertrag mit einen Bergbauern tauschen?


Steinpilz antwortet um 27-05-2012 20:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@tria
Hab nie behauptet dass Ackerbauern ihr Geld im Liegestuhl verdienen. Natürlich gehört auch harte Arbeit und hohe Investitionen dazu.
Laut deinen Aussagen brauchst du höhere Investitionen um dein Ackerland zu bewirtschaftet als z.b: eine Grünlandfläche oder eine Bergwiese. Ehrlich gesagt wär ich mir da nicht so sicher (Mähwerk, Zetter, Schwader, Ladewagen, Güllefass, - wenn's Bergmaschinen sind, dann min. 1/3 teuerer als normale Geräte).

Aber angenommen es ist wirklich so dass deine Investitionen für den Ackerbau höher sind als für Grünlandflächen.
Der Unterschied zu dir ist nur, dass ich mein Heu nicht ans Lagerhaus verkaufen kann sondern über den Rindermagen veredeln muss. Jetzt kommen natürlich noch ein paar Kleinigkeiten dazu (Stallgebäude, Güllegrube, Silo's, Arbeitskosten für's Stallgehen). Schön langsam sind die Kosten um 1 ha Grünland zu bewirtschaften mit Sicherheit höher als 1 ha Ackerland zu bewirtschaften.

Aber um die Objektivität zu bewahren: ein Blick in den Grünen Bericht (2010) bringt ein wenig Licht ins Dunkel:
Einkünfte aus Land und Forstwirtschaft der Futterbaubetriebe je Arbeitskraft 2010: 15 500 €
Einkünfte aus Land und Forstwirtschaft der Marktfruchtbetriebe je Arbeitskraft 2010: 33 000 €

Na bumm! Beides nicht gewaltig aber dass Futterbaubetriebe benachteiligt sind ist wohl eindeutig.

Tipp: wenn dir deine Maschinenkosten zu hoch sind - vielleicht ist beim MR günstiger ;)




 


soamist2 antwortet um 27-05-2012 21:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@ tria,

habe deine beiträge in der vergangenheit als angenehm positiv empfunden.
bei diesem thema dürfte wohl ein glaserl schilcher zuviel im spiel gewesen sein...

lies eventuell deine bisherigen beiträge nochmal durch - besser erst morgen ...




Mick antwortet um 27-05-2012 22:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@Steinpilz

Das Gleiche gilt aber auch für Dich: Wenn Dir Deine Zetter, Schwader, Mähwerke zu teuer sind, dann wende Dich einfach an den MR...

Grundsätzlich darfs in der Dirkussion hier sowieso nur um die Fläche gehen. Dass man im Bergegebiet vielleicht auch noch in den Milchviehstall muss ist völlig egal. Sonst darfst Du auch nicht über die hohen Stiermästerprämien klagen, die haben nämlich den gleichen Ursprung: Geld für die Tierhaltung, das dann idiotischerweise auf die Fläche umgelagert wurde...

Und auf die Statistiken im Grünen Bericht brauchst nichts geben. Jede Statistik kann man so darstellen, dass sie einen bestimmten Zweck erfüllt.

Ich halte nichts von großen Veränderungen im Förderdschungel, weil das IMMER nur dazu führt, dass irgendwer verliert und irgendwer auf dessen Kosten gewinnt. Die Betriebe haben sich ja bald 10 Jahre auf das bestehende System eingestellt und die Bergbauern kommen damit genauso klar wie die Anderen.

Gruß
ein Hügellandbauer (nicht flach und nicht Berg, mit Futterbau noch dazu. Bin ich jetzt auch benachteiligt??)


Halodri antwortet um 27-05-2012 22:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@ Mick
Das mit den Stierprämien ist ohnehin nicht einzusehen dass Betriebe welche überhaupt keine Stiere mehr halten aufgrund historischer Werte noch hohe Betriebsprämien erhalten, ist aus meiner Sicht nicht zu rechtfertigen.
Ich finde den Ansatz der EU, dass für ein bestimmtes Gebiet ( z.B. Waldviertel) der Hektarsatz gleich hoch sein sollte gar nicht so schlecht. Absolute Gerechtigkeit wird es ohnehin nie geben, aber die Einführung der BHK Punkte gegenüber der Zoneneinteilung vorher war eine deutliche Verbesserung des Fördersystems für Bergbauernbetriebe.


Mick antwortet um 28-05-2012 09:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@ Halodri: Da bin ich Deiner Meinung: Wer keine Stiere mehr hält sollte auch die entsprechenden Ausgleichszahlungen nicht mehr bekommen. Deswegen meinte ich ja dass es idiotisch von den Bürokraten war diese Prämie auf die Fläche umzulegen.

In der allgemeinen Diskussion wird da aber leider nicht so genau unterschieden, da sind gleich alle Prämien ungerechtfertigt...

In Zukunft wirds aber noch lustiger: Jetzt wollen ja alle regional einheitliche Prämien, d.h. AUCH DIEJENIGEN DIE NOCH NIE VIECHER HATTEN BEKOMMEN DIE RESTE DIESER PRÄMIE.

super, oder?


payment antwortet um 28-05-2012 10:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
he tria, viele schöne worte, ja so sans heutzutage, sportlich, fesch, alles wissen, viel bla,bla, und glaubt in seiner eitlen blödheit das er sich mit an bergbauern vergleichen kann, scheisser- hast schon mal an stier zur kuh gefürt, schon mal klauenpflege bei (hochgelobten) laufstallkühen gemacht, beim weideaustrieb im frühling hinterm zaun gestanden, hast schon mal heu gemacht am berg und geborgen(vielleicht sogar mehr als ein paar scheibtruhen), bist schon mal mitn traktor in da leitn abgepfiffen,......... zum kotzen


joholt antwortet um 28-05-2012 11:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@payment warum ziest du so über einen ackerbauern her nur weil er nichts mit viehaltung zu tun hat heist es doch nicht das er von nichts eine ahnung hat. ich bin selber auch bergbauer und weis was wir leisten aber auch andere machen ihre arbeit und geschenckt bekommen nur die wenigsten was. und eines ist sicher eine gerechte agrarförderung wird es nie geben. es hat immer bauern gegeben die so viel wie möglich an förderungen herrausgeholt haben aber interesanter weise sind es genau diese was am meisten jammern und auch die meisten baugründe verkaufen müssen.
mfg Hans


textad4091 antwortet um 28-05-2012 11:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@ tria; Genau so wie du sollte man eigentlich denken- Nicht auf die andren schielen bzw. neiden und dann herumtrampeln, sondern aus dem eigenen Betrieb das Beste machen bzw. das Beste rausholen; Um den Betrieb zu verbessern kann und soll man sich ruhig Ideen von andren holen, aber nur auf andre herumzuhacken bringt ja sowieso nix


Mick antwortet um 28-05-2012 11:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
Eine gerechte Aufteilung der Agrarförderungen müsste es eigentlich nur schaffen die natürlichen und schwer abschaffbaren Bewirtschaftungserschwernisse halbwegs auszugleichen. D.h.
1. je steiler desto mehr Geld. Gilt aber auch für Ackerbauern. Das Marchfeld würde ich da irgendwo bei Null ansetzen und die hinterste Bergwiesen als 100%
2. je kleiner die Schläge desto mehr Geld. Den Punkt könnte man zwar theoretisch durch eine Flurbereiningung verbessern, aber so einfach ist das halt auch nicht. Marchfeld würde hier wohl größtenteils auch wieder leer ausgehen aber auch so manches Grünlandgebiet wo die Wiesen eh 5ha aufwärts groß sind. 2ha wäre da vielleicht eine sinnvolle Grenze.
3. Je weniger Regen fällt desto mehr Geld und umgekehrt. Da gibts sicher irgendwelche langjährigen Durchschnittwerte, die man da heranziehen kann. Da könnte dann auch das Marchfeld wieder was bekommen, die Grünlandgebiete eher nicht.

Alles andere, ob jetzt einer intensiv, extensiv, Bio oder sonstwas wirtschaftet muss egal sein. Das hat jeder für sich zu entscheiden bzw. hat das im Umweltprogramm abgedeckt zu werden.

Natürlich müsste man drauf achten dass die Förderhöhe auch noch in Relation zum tatsächlichen Aufwand steht, aber das sollte ja machbar sein.
Im Gegenzug müsste man dann auch die Sozialversicherungsbeiträge etwas nivellieren, denn wenn benachteiligte Gebiete durch diese Förderung dann besser dastehen, so muss sich das auch hier niederschlagen.

Nur so meine Gedanken...


Hirschfarm antwortet um 28-05-2012 13:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@payment: Hast du schon einmal einem Mähdrescher der bis über die Achsen versunken ist ausgebaggert? Hast du schon einmal ein paar ha Kartoffel umpflügen müssen weil es aufgrund der Bodenfeuchte unmöglich war zu ernten? Hast du schon einmal zuschauen müssen wie die Kulturen am Stamm vertrocknet sind, wohlgemerkt nachdem die ganze Arbeit und Kosten schon angefallen sind? Hast du schon einmal Getreide in der Biogasanlage entsorgen müssen weil die Erntebedingungen so schwierig waren , daß es für sonst nichts mehr zu gebrauchen war? Hast du schon einmal was nochmal anbauen müssen weil es abgefroren ist, oder vom Zwergvirus befallen oder von Thripsen oder Erdflöhen aufgefressen worden ist?
mfg
p.s.: Zur Frage der Fördergerechtigkeit: Dort wo viel wächst soll viel gefördert werden und dort wo wenig wächst wenig. Denn ohne Förderung wäre es auch so , daß die Bauern auf den guten Standorten durch die höheren Produktpreise mehr profitieren. Alles andere wäre Gleichmacherei ala Kommunismus. Oder noch besser : Gleich weg mit ALLEN Förderungen!


schellniesel antwortet um 28-05-2012 17:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
Jetzt lasst mal die Kirche im Dorf!

Auch den Grünland(berg)betrieben wird es auch mal ein Futter verregnet haben und ein Tier mehr Tierartzkosten verursacht haben als es dann erwirtschaftet!
Und den Getreidebauer gehts net alle Jahre so das er sein Gerteide net rechtzeitig vom Feld bekommt!
Der Biogasanlage wirst das Futter ja auch net geschnekt haben?

Und unser Kollegen auf den "Bergen" werden auch net Stiefkindlich im stich gelassen!

Wenn ich für meine Humanen Steilflächen bereits über €500-700/ha an Fördergeldern beantragen kann ganz ohne Aufwand in Finanzieller Hinsicht dann möchte ich nicht wissen was sonst wo es richtig steil wird drinnen ist!?

nicht falsch verstehen der Arbeitsaufwand ist sicher nicht vergleichbar! Ein weinig weiß ich schon was es heißt im steilen Terrain zu arbeiten und wie Leicht es dagegen auf einen ebenen Fläche geht!

Sicher ein Ackerbauer der gut in der Vermarktung ist mit Fläche gut ausgestattet ist und den Pachtzins niedrig hält wird sicher einfacher etwas ganz ohne Fördergelder erwirtschaften können!

Gerade als Marktfruchtbetrieb ist man aber auch Marktechnischen Risiken ausgesetzt von der ein Grünlandbetrieb höchtens was beim Futter zu kauf was spürt und zwar das es weniger Kostet!

Denke das Fördersystem ist derzeit zwar nicht 100% gerecht allerdings müsste es dann ganz reformiert werden und viel mehr auf Aktuelle Marktereignisse angepasst werden!

Mfg Andreas



Steinpilz antwortet um 28-05-2012 18:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
@tria, der sehende.

Eines muss man Dir lassen: die Größe auf noch so flegelhafte Beiträge mit Sarkasmus und Witz zu anworten hast Du ;)
Wir haben in Ö übrigens nicht nur eine gewisse Versorgungsicherheit mit Milch, sondern müssen sogar exportieren. Insofern will ich als Grünlandbauer von meinen Berufskollegen nicht nur als Landschaftspfleger gesehen werden. Das Argument, dass uns das Ausland locker mit Milch versorgen könnte, wäre sofort auch auf jegliche Ackerfrüchte genauso umzulegen. Nur hoffe und glaube ich ist es der Gesellschaft doch sehr viel Wert Lebensmittel im Land zu produzieren, anstatt auf das Ausland angewiesen zu sein.

Diese Debatte kann man natürlich endlos führen. Hat keiner was davon. Aber Fakt ist einfach Grünland/Bergbauernbetriebe waren in den letzten Jahrzehnten im Fördersystem benachteiligt. Das hat nichts mit Neid zu tun. Oder übersteigerten Gerechtigkeitssinn. Es ist nur fair für 1 ha Grünand gleich viel BP zu bekommen wie für 1 ha Ackerland.
Find's schön, dass Du in deiner Arbeit als Ackerbauer so aufgehst. Bin mir auch ziemlich sicher dass die meisten Bergbauern/Grünlandbauern mit Herzblut bei der Arbeit sind. Ansonsten würde sich so mancher die harte Arbeit eh nicht antun.
Genau deswegen ist es wichtig endlich gerecht von der Gesellschaft entlohnt zu werden. Der Überlegungen von Mick sind ja nicht schlecht - natürliche Erschwernisse/Benachteiligungen so gut es geht auszugleichen.

und @ Hirschfarm: dass denen wo viel wächst am meisten gegeben wird ist jetzt schon so - da bräuchten wir nichts ändern ;)

Wenn sich jeder nur um seinen eignen Kram kümmert und nie den Blick übern Tellerand wagt, wird sich nie was ändern!! (genau das will ja die (Agrar)Politik - nur ja nichts ändern, keiner will sich die Finger verbrennen)

P.S. hast übrigens schöne Bestände


farmer53 antwortet um 29-05-2012 09:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stiefkind Berggebiet
Wahnsinn, was hier im Forum innerhalb einer Berufsgruppe abgeht. Oute mich auch gleich mal als Flachland-Ackerbauer - so manche hier können mich von mir aus gleich bildlich an den Martherpfahl stellen, da ich ja so einfach mein Geld verdiene. Die einen verdienen quasi im Schlaf, die anderen müssen schuften was das Zeug hält... Hier wird auf Kollegen (tria - der gottseidank nicht dünnhäutig ist) hingehackt, die aufzeigen, dass es nicht überall so einfach ist, wie manche glauben.
Das mit den Föderungen ist so eine Sache - am gerechtesten wäre meiner Meinung nach keine Förderungen bzw Ausgleichszahlungen, sondern das die Produkte selbst mehr gefördert bzw. gerecht bezahlt werden sollten. Der Bergbauer soll für seine erzeugte Milch eine Ausgleichszahlung/Förderung bekommen, der Ackerbauer für sein erzeugtes Korn - natürlich beides in entsprechender Qualität. Und dann würde es sich wieder so regeln, dass der Fleissige, welcher gut erzeugt auch gut dasteht und diejenigen, welche weniger machen auch weniger haben... Aber das wird es halt leider nicht spielen und so müssen wir mit dem Leben, wie es momentan läuft - wir werden ja sehen, was die Zukunft bringt (hoffentlich nicht Mord und Totschlag innerhalb einer Berufsgruppe!!!)


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