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krähwinkler 14-05-2012 11:06 - E-Mail an User
Trachtenhype
Stoff der Heimat heißt der aktuelle Kinofilm, der sich ganz der Tracht widmet. Sie erlebt ja gerade eine Wiedergeburt. Tracht war nicht immer ein politisches Bekenntnis. Tragen jetzt Leute Tracht, von denen man es nicht vermutet hätte? Zu denen sie gar nicht paßt? Hättet ihr auch früher Tracht sicher nicht getragen? Ist Tracht ein bäuerliches oder doch schon ein ständeübergreifendes Stück Stoff? Sollen wir Zuwanderern eine Tracht zur Einbürgerungsfeier schenken, wie es Marlene Streeruwitz vorschlägt? Obwohl sie eine Intellektuelle ist, hat sie in Tracht geheiratet.


sturmi antwortet um 14-05-2012 11:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Die Trachtenbekleidung ist für mich ein bekenntnis zur Heimat! Von Bayern kommend wurde die Jugend wieder darauf aufmerksam! Es ist gerade "in" Tracht zu tragen und auch Volksmusiker wie Andreas Gabalier stürmen die Hitparaden.
MfG Sturmi
 


walterst antwortet um 14-05-2012 11:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
welcher Region ist denn die Tracht vom Gabalier zuzuordnen?



servusdiewadln antwortet um 14-05-2012 13:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
@walterst
der provinz -hinterpfuiteife-


golfrabbit antwortet um 14-05-2012 13:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Tracht hat für mich weder etwas Politisches noch Modisches an sich. Trage fast ausschließlich Tracht, allein schon weil man immer (egal ob Hochzeit, Ball oder Begräbnis) anständig angezogen ist und sich seiner Herkunft und seines Standes nicht zu schämen braucht. Um aber Uniformiertheit zu vermeiden sollte jeder bei seiner bevorzugten Kleidung bleiben, leider wird heute ziemlich viel unter "Tracht" verkauft das im Faschingsfundus besser aufgehoben wäre.


krähwinkler antwortet um 14-05-2012 13:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Tracht trägt doch in erster Linie die Jankerfraktion der Konservativen und Braunen. Obwohl der Androsch in Aussee auch trachtelt. Es wird Zeit, dass die Roten und Grünen auch in Dirndl und Janker aufgeigen, weil angeblich der Kaiser die Tracht einmal verboten hat, wegen Widerständlerei.


fendt_3090_2 antwortet um 14-05-2012 19:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Hallo.
Ich bin der letzte Bauer in einer 13000 Einwohnerstadt. Der Bürgermeister trägt gerne Lederhose, nur sind seine Wadeln so dünn, das die Strümpfe nicht halten. :-) Und es gibt noch viele "gestandene" Trachtenträger. Nichtsdestotrotz heiraten mein Schatz und ich heuer in Tracht. Aber ob das etwas mit dem sogenennten Hype(?) zu tun hat oder nicht, ist uns egal. Wer aber zu einer Trachtenhochzeit im August kommen will, soll dann einen Beitrag aufmachen, ich schreib dann Datum und Ort. :-)))
MfG.


helmar antwortet um 14-05-2012 21:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Genauso grauslich wie die Kathi Lampe Kollektion......
Mfg, Helga


Restaurator antwortet um 14-05-2012 21:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
damit man mich einmal im anzug sieht muss man schon sterben... :) .... oder auf die welt kommen.
trotzdem lieb ich meinen altsteireranzug mit den breiten doppel-lampassen an der hose, dem grünen revers, den achselspangen und vor allem der sich auf zug selbst aufknöpfelnden weste. und er hat sogar ein richtiges hosentürl und keinen schnellverschluss wie ein tupper-g'schirrl.
am meisten lieb ich an ihm, dass ihn mein grossvater nach einem original schnittmuster von 1930 genäht hat und so sitzt er nicht nur richtig bequem und engt absolut nirgends ein, er ist daher auch frei von allen modischen einflüssen.
das hauptproblem liegt heutzutage bei der kleidung im selben eck wie bei den nahrungsmitteln: billig muss sein und ständig was neues. das geht natürlich auf kosten der qualität.
im extremfall werden zu füllige damen dann im sinne einer abdeckung a la de christo verhüllt, anstatt mit viel geschick und arbeit eine weibliche figur herauszumodellieren. und genau das kann ein(e) gute(r) schneider(in) mit einem dirndl, wobei mir persönlich die alten, schlichteren arbeitsdirndl oft besser gefallen.


179781 antwortet um 14-05-2012 23:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
"Es ist gerade "in" Tracht zu tragen und auch Volksmusiker wie Andreas Gabalier stürmen die Hitparaden.
MfG Sturmi"

Trotz meiner bescheidenen Musikkenntnisse ist mir bekannt, dass der Herr Gabalier keine Volksmusik im eigentlichen Sinn macht, sondern ein Schlagersänger ist.
Soll ein jeder singen (und mit dem A... wackeln) wie er will. Nur wenn die Leute aus der volkstümlichen Schlagerbranche den Anspruch stellen Volksmusik zu machen, dann ist das nicht richtig.

Gottfried


helmar antwortet um 15-05-2012 06:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Lieber Gottfried.......Ich bin kein Fan vom Gabalier, aber er hat was....nämlich einen Trend (wieder) entdeckt. Reden oder singen wie der Schnabel gewachsen ist. Was kann man aber als Volksmusik bezeichnen? Ich würde eine solche so nennen welche in der breiten Bevölkerung ankommt, und die eventuell zum Mitsummen verführt. Und die auch vom Konsumenten gekauft wird, bzhw. deren Veranstaltungen viele Besucher haben. Wenn da manche unter "echter" oder "unechter" Volksmusik unterscheiden........da kenn ich ein paar "echte" solcher Musiker welche zwar sehr von oben herab auf die "unechten" schauen, aber für einen Nr.1 CD Hit sofort nicht nur die Großmutter verkaufen würden.
Und was manche Texte betrifft, egal von der "echten" oder "unechten"....auch schlechte müssen jemandem erst mal einfallen.....interessant wird es aber wenn man ein bisserl auf die CD Hüllen "echter" Volksmusik schaut. Viele dieser Lieder sind nicht uralt überliefert, sondern haben Autoren. Z.B. hat die Leiterin des Grenzlandchores Arnoldstein, Grete Komposch fast alle Lieder dieses großartigen Chores geschrieben. Und die hat sie dieser Formation auf den Leib geschrieben......
Um auf Gabalier zurückzukommen....er hat/oder wurde dazu gemacht, eine Marke kreiert, seine eigene.......aber mit "so liab hab i di" u.a. hat er mir besser gefallen, da war er weit "echter" als jetzt.
Mfg, Helga


sturmi antwortet um 15-05-2012 07:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Der Gabalier ist natürlich in diesem Sinne kein echter Volksmusiker. Er mischt volktstümlichen Schlager mit Rock 'n' Roll und bringt die Erotik mit ins Spiel!
Bzgl. Trachten, da wollen natürlich alle möglichen Leute Geld mit dieser Hype verdienen. Trachtenbadehosen, Trachtenbikinis, etc. sind die Auswüchse davon, werden aber wieder schnell verschwinden.
Prinzipiell finde ich´s aber toll das in Zeiten der Globalisierung sich viele junge Österreicher wieder ihrer traditionellen Kleidung besinnen anstatt wie Vorstadtprolls herumzulaufen!
MfG Sturmi



helmar antwortet um 15-05-2012 07:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Naja, lieber Sturmi........diese in "Kreischfarben" gehaltenen glitzernden Rüschenmonster? Das NÖ-Dirndl trag ich aber auch gern.....
Mfg, Helga


krähwinkler antwortet um 15-05-2012 09:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Globalisierung ist, wenn das Dirndl aus Österreich in Nigeria großen Erfolg hat. (Gelesen in der Krone) Dass die Tracht Substanz hat, zeigt die Tatsache, dass sie so viele Abwandlungen verträgt und jeder erkennt die Stilelemente sofort wieder. Außerdem kann man wieder über die reine Trachtenlehre streiten. Ist doch auch ein Lustgewinn. Und die Erotik der Tracht widerlegt die Keuschheit des Landlebens. Wer hat eigentlich festgelegt, welche Tracht zu welchem Bundesland gehört? Steirer, Kärntner, Tiroler, NÖ - das klingt nach Chauvinismus!


walterst antwortet um 15-05-2012 09:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
@sturmi
stell mal ein Foto rein, wo Du mit Arbeitsschürze zu sehen bist. Müsste in Deiner Gegend doch traditionelles Tagesgewand sein?


teilchen antwortet um 15-05-2012 23:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype

Ich finde Trachten toll, halte aber nichts davon seine Identität oder Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Region damit zu definieren.
Wir sind wir, und die anderen sind nicht wir.

Es gab einmal eine Zeit, da wollte man nicht dass bestimmte Menschen Trachten tragen. Menschen jüdischer Abstimmung war es im 3. Reich verboten, Trachten zu tragen.
Damit will ich jetzt nicht die Trachten schlecht machen, sondern zeigen, wie die Menschen damit instrumentalisiert wurden.
Das ist heute nicht mehr zeitgemäß, die Welt ist ein globales Dorf - siehe das afrikanische Dirndl das melanchthon erwähnt hat. Der Bericht darüber war kürzlich in den Medien, siehe Bild und Link.




 
 


helmar antwortet um 16-05-2012 06:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Erfreulich, und zwar besonders deshalb weil mit dieser Sache auch Frauen eine Chance für ein selbstbestimmtes Leben geboten wird.
Mfg, Helga


sturmi antwortet um 16-05-2012 10:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
"Ich finde Trachten toll, halte aber nichts davon seine Identität oder Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Region damit zu definieren. Wir sind wir, und die anderen sind nicht wir."
@teilchen
Nach dem Trachtenmodehype werden wieder jene übrig bleiben die so denken wie ich!
Regional, traditionell und trotzdem modern! Das ist kein Widerspruch, die Bayern (Slogan „Laptop und Lederhose“), aber auch viele Österreicher haben das verinnerlicht! ;-))
MfG Sturmi



krähwinkler antwortet um 16-05-2012 16:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
Tracht gehört allen, denen sie gefällt. Wenn es heute noch Leute gibt, die meinen, sie gehört ihnen, dann würde man nur unselige vergangene, braune Zeiten fortschreiben. Deshalb freue ich mich schon auf die Austrotürken, -schwarzen, -inder und -chinesen, die sich Tracht anziehen, von mir aus mit Kopftuch und Fes und Turban und Beikeles. Lena Hoschek und vielen anderen kreativen Schneidern (vulgo Designer) sei Dank!


sturmi antwortet um 17-05-2012 09:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Trachtenhype
"Deshalb freue ich mich schon auf die Austrotürken, -schwarzen, -inder und -chinesen, die sich Tracht anziehen,..."
@melachthon
Ja da freue ich mich dann schon, denn das muß witzig aussehen wenn ein Migrant im "Steirag´wandl" mit einem Turban aufm Kopf herumläuft! Die Hingucker sind ihm sicher! ;-))
Aber bis jetzt habe ich noch keinen türkischstämmigen Welser mit einer österreichischen Tracht gesehen! Ihr Nachwuchs hat eher Gangsterraper als Vorbilder!
http://www.youtube.com/watch?v=kmOtjLXS7iE&feature=related
MfG Sturmi

 


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