Wann kapiert es die Interessenvertretung ?

Antworten: 47
Christoph38 21-02-2012 22:18 - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Laut aiz.info wurde die Besteuerung von Gewinnen aus Umwidmungen von Grünland in Bauland vereinbart.

Tatsächlich und im Gesetzesentwurf unmissverständlich zu lesen wird zukünftig auch jeder landwirtschaftliche Grundverkauf mit 25% vom Gewinn besteuert.
Es stellt sich die Frage, kapiert die Interessenvertretung innerhalb der Begutachtungsfrist bis 27.2. wozu sie ihre Zustimmung erteilt hat oder nicht ??


m.josef@gmx.at antwortet um 21-02-2012 22:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
was sollen die noch kapieren. Die sind doch selbst mitschuldig an unserer Situation. Ich glaube kein Berufsstand hat eine derartige schlechte Vewrtretung als wir Bauern.


biolix antwortet um 21-02-2012 22:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Hallo !

ich wollte dir schon persönlich mailen lieber Christoph..

Aber nun hier: du warst der erste der das angesprochen hat, und du hattest völlig recht...
Ich weiß nicht warum das immer alles schön geredet wird, anstatt es anzusprechen, denn es kommt ja sowieso raus..

Was mich mehr aber noch mehr stört ist die SVB Erhöhung die wieder grad die kleineren Betriebe hart trifft...


Anstatt wirklich Systemfehler anzugehen, wieder das..

tg biolix da fällt einem das lei lei schon schwer heut...





schellniesel antwortet um 21-02-2012 22:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Warum auch sollte sie ein bessere haben sind ja nur mehr um die ~7% der Gesamtbevölkerung.

Und durchwegs sogar noch blinde Wähler dabei also da könnens zugunnsten von anderen Wählerschichten auch mal drüber hinweck entscheiden.
Ein bisserl was vor der Wahl versprechen und gut stellen mit den Bauern dann machens eh wieder das Kreuzerl wo es hingehört!!
Also wegen die paar Promille an Wählerbewegung haben sie mit anderen "Maßnahmen" leicht herinnen!

Mfg Andreas


walterst antwortet um 21-02-2012 22:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
@christoph
Keine Sorge! Unsere Vertreter schauspielern nur den Kasperl mit der langen Leitung. Aber das machen sie echt gut! (o.k. - 100%ig sicher bin ich mir auch nicht. Vielleicht 15%)

Inzwischen habe ich gehört, dass sich die AK schon wieder beschwert hat. Uns zwar deswegen, weil das feilschen um das Paket keinen Spaß gemacht hat.
Um sich nicht eines Verstoßes gegen die vereinbarte Geheimhaltung über die Verhandlungen schuldig zu machen, hat die AK die Szenen getarnt nachspielen lassen:

http://www.youtube.com/watch?v=R1s_5toNsrs
 


schellniesel antwortet um 21-02-2012 23:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Wie die Faust aufs Auge-Das leben des Brian!


baerbauer antwortet um 21-02-2012 23:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
@Christoph:
es werden ja Gewinne besteuert, ich sehe es nicht so eng.
aber
alles halb so schlimm, denn die SV trifft sicher alle härter, (bis auf die Beamten, die sind ja wieder ausgenommen da ja der Staat sonst die SV zahlen muss...)
lg



baerbauer antwortet um 21-02-2012 23:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
ja die Interessensvertretung vertritt Interessen - nur welche fragt man sich manchmal. Dies geht halt auch nur bei einer Pflichtmitgliedschaft im Verfassungsrang.... das ist Ö, das ist Bürokratie, das schafft unnötige (Verwaltungs)Strukturen, das schafft Arbeitsplätze für Beamten.....


walterst antwortet um 21-02-2012 23:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
das Problem scheint zu sein, dass für viele recht schwer zu verstehen ist, wie massiv und umfassend dieser Zugriff auf das Eigentum ist, für das während der Besitzzeit sowieso andere Steuern und Abgaben in stark steigender Form zu zahlen sind.
Dass für viele künftige Grundstücksverkäufe eine namhafte Steuer anfallen wird, obwohl gar kein echter Gewinn vorliegt, weil unter der Inflationsrate, will ich gar nicht probieren zu erörtern.


Fetzerl antwortet um 22-02-2012 00:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Insofern kann die ÖVP noch so laut beteuern, dass keine Vermögenssteuern kommen - die kommen halt über die Hintertür, falls man etwas verkauft.
@walter: mit den Gewinnen hast du recht; denn wenn ich an die Grundstückspreise vor 20 Jahren denke, die waren zT. höher als jetzt und da braucht man angesichts der Inflation von einer Verzinsung und Gewinnen gar nicht reden (selbst wenn man laufende Erträge berücksichtigt).
Wäre es eine wirklich reine Abgabe für Gewinne, die nachweislich aufgrund der Wertsteigerung durch Umwidmungen von Grün- in Bauland erzielt werden, dann hätte ich kein Problem damit; so wie es jetzt gestaltet ist, ist es ein Schröpfen der Immobilienbesitzer und damit eigentlich auch eine Vermögenssteuer.

@christoph38: Unsere "Interessenvertreter" kapieren nichts! Im Ernst: wieviele wirklich gescheite Leute sitzen da am Tisch? In der dritten Reihe und irgendwo tief in den Gremien und Arbeitsgruppen sind sicher gute Leute dabei; doch nach oben und nach vorne kommen ja nur die, die lieb reden und keine Fragen stellen (für jeden sehr gut zu beobachten bei diversen Aufsichtsräten im Raiffeisenbereich). Anders gesagt: ich halte die meisten für intellektuell zu gering bemittelt, um alles zu kapieren; geschweige denn, überhaupt mal vorauszuplanen, was eventuell diskutiert wird und was kommen könnte. So sitzt man dann unvorbereitet da und schaut blöd, wenn der Gesetzesentwurf rauskommt und hat alle Hände voll zu tun, um das nach außen als gut zu verkaufen...

Was den BB-Präsi Auer betrifft, so sollte der mal bei seinem alten Spezi Scharinger nachfragen: der hat im Rahmen einer Veranstaltung gemeint, dass man Zugeständnisse nicht so einfach geben, sondern sich teuer abkaufen lassen soll...
Und die Landwirtschaftskammern sollen sich schleunigst überlegen, was sie sein wollen: die Standesvertretung, ein Beratungsunternehmen oder eine Behörde. Alles zusammen geht nicht!

LG, Franz



Christoph38 antwortet um 22-02-2012 08:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Ich stelle mir auch die Frage wie die Interessenvertretung ihre Stellungnahme zum Gesetzesentwurf (Frist 27.2.2012 lt. AIZ) machen will, solange gesudert wird dass die Tücken im Detail und Kleingedruckten liegen, obwohl das Vorhaben schon aus der Überschrift hervorgeht.

Mich stört bei dem Ganzen die lupenreine Inflationsbesteuerung:

Grundkauf 2013 um € 50.000,-
Inflation 2,5% für 15 Jahre = 1,025^15= 1,4483

Verkauf 2028 um € 72.415,-
ergibt € 22.415,- Inflationsgewinn (ohne echte Wertsteigerung)

dass vom Gewinn ein Inflationsabschlag ab dem 11. Jahr von 2% abgezogen werden kann, muss wohl als Taschenspielertrick eingestuft werden.
5 Jahre * 2% Abzug = 10% = 2.241,-

€ 22.415,- minus Inflationsabzug € 2.241,- = € 20.174,- "Gewinn" * 25%= € 5.043 Immobiliensteuer

Die Aussage dass man keinen Substanzeingriff will und daher einen Inflationsabschlag gewährt, darf daher wohl noch unter die Faschingsscherze eingestuft werden.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht bringt unsere Interessenvertretung trotz Fasching und Aschermittwochsschmaus bis 27.2. noch was zusammen ? Sie stehen ja bereits lang genug auf der Leitung.


71herbert antwortet um 22-02-2012 08:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Ich glaube jeder BB-Nationalrat kann sich bei einer Verkleinerung des Nationalrates und den derzeitigen Umfrageergebnissen der Partei ausrechnen wo er nach der nächsten Wahl ist wenn er jetzt nicht schön brav der Parteiführung in der A.... kriecht. Un da ist eben jedem sein Hemd näher als der Rock. Wiel jeder BB-NR der jetzt gegen die eigene Führung auftreten würde die miserable Verhandlungsleistung öffentlich kritisieren würde wäre eben das nächste Mal nicht mehr dabei. Mut und ein Rückgrat kann man eben nicht kaufen.


walterst antwortet um 22-02-2012 09:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
gestern gab es dann noch eine Aussendung vom Kärntner LK-Präsidenten.
Aber anstatt sich mit dem Kleingedruckten zu beschäftigen und dies mit der eigenen Fraktion abzuklären, liefert der sich nur ein Match mit dem abgetakelten Doralt.
Und da hat er auch nichts besseres zu tun, als die Steuerhalbierung für die Spekulanten zu verteidigen.
Da zieht es mir voll das Fell ab.

PS: Selbstverständlich redet der Mößler auch nur von der Umwidmungsabgabe und nicht von der allgemeinen Grundstückssteuer.


kst antwortet um 22-02-2012 09:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Alles schön und gut, aber warum versucht niemand von Euch in die Gremien zu kommen wo man mitreden kann, hier im forum zu schreiben nützt nichts.


Muuh antwortet um 22-02-2012 09:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Kann mir nicht vorstellen, dass in solchen Gremien Leute erwünscht sind, die selbst mitdenken, aufdecken und dann auch noch öffentlich sagen - Clubzwang


Fendtfan antwortet um 22-02-2012 09:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Warum sollen sie es kapieren, sein wir mal ehrlich sie werden doch immer und immer wieder von unseren Bauern gewählt, und genau diese tragen auch jetzt die Verantwortung für diese kommenden Einschnitte.
Also wo seid ihr ?
Bitte nicht nur jammern und wenns wieder Zeit ist,das Kreuzerl WIEDER ja brav an der gleichen Stelle setzten.
Wenn ich höre wir sind ja nur drei oder auch vier Prozent, dann werde ich leicht ungehalten. Solche Argumentationen brauchen wir nicht, oder schon einmal nachgedacht das diese paar Prozent ca 90 Prozent von Österreich bewirtschaften hegen und pflegen und noch dazu LEBENSMITTEL von höchster Qualität erzeugen ?
Zur Arbeiterkammer, recht haben sie, wenn unsere Vertretung so leichtfertig in die Knie geht, gehören sie lieber heute als morgen verjagt.
Aber ja das dürfen wir ja nicht, wir dürfen nicht demonstrieren nicht streiken (siehe Milchlieferstreik vor ein paar Jahren, auch da hat man die Bauern kennengelernt wer wirklich ein Bauer ist, hat mitgetan, so einfach ist das)


Trulli antwortet um 22-02-2012 09:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Leider finde ich keine Alternative wo ich das Kreuzerl hinmachen soll!

Immer wieder aufzeigen und mitreden, (so wie es walterst immer wieder macht), halte ich für effizienter!

Sehe keine Partei die die Landwirtschaft besser vertreten könnte....
Nicht zu wählen kommt für mich nicht in Frage!
"Weiß" wählen, darüber muß ich noch nachdenken....

mfg


se123 antwortet um 22-02-2012 10:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Faszinierend wie sehr sich die Meinung über die Qualität der Interessensvertretung der Bauern von Bauern und Nichtbauern unterscheidet.
Was meint ihr, was ich mir (als Bauernsohn der in der Privatwirtschaft tätig ist) in den letzten Jahren alles anhören musste, welche Schweinerei es nicht ist, was die Bauern für Privilegien haben (keine Einkommensteuer zahlen, Stipendien bekommen und große Autos fahren, Agrardiesel, Riesengewinne durch Umwidmung, von den Förderungen gar nicht zu sprechen.)
Wenn man sich ansieht welche Positionen Vertreter der Landwirtschaft in den letzten Jahren in den Regierungen hatten (2 Finanzminister, 2 Vizekanzler,...vom Landwirtschaftsminister ganz abgesehen) und welchen Anteil sie an der Bevölkerung stellen, kann man nicht behaupten, dass sie unterrepresentiert waren. Das diese Sonderposition gerade im Schwinden ist stimmt allerdings.
Es würde dem Ansehen der Bauern durchaus nicht schaden, wenn sie sich mal damit beschäftigen würden, wie andere über die Rahmenbedingungen der Landwirtschaft denken. Würde auch helfen Argumente zu bringen, welche besseren Akzeptanz bringen, als immer die gleichen wie z.b. dass vor 30 Jahren die Preise besser waren.

Zum konkreten Fall:
In Ö wird nun mal (fast) jeder Vermögenszuwachs nicht inflationsbereinigt besteuert. Das ist jetzt keine Besonderheit die die Landwirte im besonderen Ausmass trifft.
Beispiel:
Ich lege 100.000€ auf ein Sparbuch mit 1% Zinsen. Somit bekomme ich in einem Jahr 1000 Euro Zinsen. Dummerweise war die Inflation aber 3 %, wodurch ich 2000€ Realverlust habe. Für diesen Realverlust muss ich aber nun 250 Euro KEST zahlen.

Wir haben in Ö nun mal ein System geschaffen, in dem jeder der Vermögen (geschaffen hat) der Dumme ist. Nichts haben, nichts tun, dies sind die Eigenschaften die in diesem Land belohnt werden!


walterst antwortet um 22-02-2012 11:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
@kst
Konkretes Beispiel: Angenommen, wenn ich dagegen bin, dass Priester, die Kinder missbraucht haben, ihr Amt weiter ausüber dürfen, muss ich dann Bischof oder Papst werden, bevor ich mich dazu äußern darf?
Muss ich, wenn ich feststelle, dass das neue Dach rinnt, selber Dachdecker lernen gehen oder darf ich das beim Ausführenden bemängeln?
Würdest Du auch dem Wiener Kammerpräsident empfehlen, er solle doch versuchen, in die Gremien zu kommen wo dies entschieden wird, statt sich per Presse und Internet über die Auflösungsabgabe für Erntehelfer zu beschweren?


Christoph38 antwortet um 22-02-2012 12:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
@ tria
Danke für deinen Hinweis auf die Inflationsabgeltung von 2% bzw. maximal 50%.

Ich sehe die Immobiliensteuer ungeachtet dessen, dass ich mich nicht unmittelbar und direkt betroffen erachte, gerade als Inflationsproblem mit enormer Zukunftswirkung und der Eignung dem Bauernstand sozusagen das Wasser abzugraben.

Und zwar denke ich dabei auch langfristig, da es ja gerade bei Bauern typisch ist, dass Höfe auch über Generationen in Familienbesitz bleiben. Das Problem besteht nun darin, dass selbst der Abschlag von 50% relativ bald erreicht wird, nämlich bei einer 3%igen Inflation (wie derzeit) nach ca. 25 Jahren, also bereits in einer "Besitzgeneration", von einem Rückblick auf massive Inflationszeiten gar nicht zu reden.

Es wird daher gar nicht allzu lange dauern, dass die blosse Inflationsbesteuerung dem Bauernstand ein ordentliches Stück des Besitzes abschneidet. Und irgendwie gibt es immer wieder mal Grundstückstransaktionen.

Ich habe bei meinen alten Urkunden einen Grundbuchsauszug von ca. 1870. Den Bauernhof gibt es zwar immer noch, aber von den Grundstücken wurde etliches vertauscht, verkauft und gekauft. Wenn da jedes mal die Steuer mitgeschnitten hätte, wäre die Hälfte der Wiesen schon weg.



Christoph38 antwortet um 22-02-2012 12:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Bei allem Verständnis für Faschingskeraus und den dabei anfallenden Stierschneiden und Sautreiben, sowie heutigem Heringsschmaus, sollte die Agrarvertretung ihr Hirnfasten schleunigst beendigen.

Laut Aiz hat es zb Schultes per heute 22.2.2012 noch nicht verstanden, dass eine allgemeine Bauernimmobiliensteuer als Gesetzesentwurf bereits seit Freitag vorliegt und auch vorher kein Geheimnis war.

Da die Gehirne der obersten Agrarier ja bereits seit längerem im wohltuenden Fastenzustand der Gedankenlosigkeit sind, wäre es angebracht das Hirnfasten einzustellen oder wenigstens bis 27.2. zu unterbrechen.
 


steira8075 antwortet um 22-02-2012 12:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Hab da eine Frage: Wenn ein Bauer wegen Schulden die Hälfte seine Flächen verkauft, und er muss 25 % Steuer abdrücken, aber der Grundpreis bleibt gleich, muss er dann 25% mehr Fläche verkaufen um die Schulden zu bezahlen? Was ist wenn er nicht mehr soviel Fläche hat? Wie denken dann die Banken wegen der Sicherstellung?


walterst antwortet um 22-02-2012 13:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
der Bauer wird nicht genau 25% mehr Fläche verkaufen müssen, sondern halt genau so viel mehr, wie im konkreten Fall nötig ist, um die Steuerlast zusätzlich abzudecken.

Ebenso wird die Bank sich ausrechnen, wieviel sie von einem geschätzen Erlös künftig abziehen muss und dies bei der Sicherstellung berücksichtigen und damit gegebenenfalls früher Druck machen.


steira8075 antwortet um 22-02-2012 13:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
früher Druck machen??..... da werden aber manche nachdenken müssen! Dann kommt es einer Entwertung von 25% gleich, oder?


se123 antwortet um 22-02-2012 14:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
da der Grundpreis in deiner Annahme gleich bleibt, fällt auch keine Steuer an, da kein Gewinn


walterst antwortet um 22-02-2012 14:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
@se123

Deine rechnung würde mich jetzt interessieren, wie Du zu "kein Gewinn" im Sinne der neuen Steuer kommst? Das Kleingedruckte genau gelesen?


steira8075 antwortet um 22-02-2012 14:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
wenn du recht hast walter dann wird es ein Katastrophe! Dann müssten wir uns aber wirklich zur Wehr setzten


Christoph38 antwortet um 22-02-2012 14:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
@steira8075

Die gute Nachricht zuerst: Die Steuer wird nicht so schnell 25% des Verkaufspreises erreichen, sondern sich erst im Laufe von mehreren Jahrzehnten diesem Wert annähern, je höher die Inflation ist desto rascher.

Die schlechte Nachricht: Wenn die Steuer 25% beträgt musst du nicht 25% mehr verkaufen, sondern 33,3% mehr, da ja auch die zusätzliche Fläche zu versteuern ist, du also die zusätzliche Fläche nur zu 3/4 rechnen kannst.
Bei den Banken gilt der Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht, was zur Folge hat, dass bei gleichbleibenden Grundpreisen der Hahn logischerweise früher zugedreht werden muss.



walterst antwortet um 22-02-2012 16:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Felix Montecucculi dürfte zur kleinen Fraktion der Hellköpfe gehören, die aufs Hirnfasten verzichten.
Der hat heute schon kleine Befürchtungen, dass da was Ungutes daherkommt.

Ich danke ihm sehr herzlich, dass er in einer heutigen Aussendung seine Gefühlslage darlegt:
"Wir fühlen uns über den Tisch gezogen"
Und dieses Gefühl rührt sich nach nicht einmal 14 Tagen, nachdem er über den Tisch gezogen wurde.


walterst antwortet um 22-02-2012 16:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
http://www.bauernzeitung.at/netautor/napro4/appl/na_professional/parse.php?id=2500,127482,,
 


Gerhardkep antwortet um 22-02-2012 16:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
eine frage mal
es heist ha "Umwitmungsabgabe"
normal sehe ich das so das diese abgabe nur kommt od. zu bezahlen ist wenn grünland od. acker in bauland umgewimet wird oder. ???
bei verkauf von Bauer zu Bauer fällt ja keine steuer an da es ja landwirtschaftl. boden bleibt.
so zumindest meine derzeitige info.



se123 antwortet um 22-02-2012 16:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
ich habe auf die Aussage von Steira8075 bezug genommen und er hat geschrieben "aber der Grundpreis bleibt gleich"! Somit fällt keine Steuer an.
In den nächsten Jahren wird beim Verkauf von landwirtschaftl. Nutzfläche generell noch nicht allzuviel Steuer anfallen und ob es dann nicht mal gesetzl. Änderungen bzgl Inflationsanpassung gibt, weiß kein Mensch. Dazu kommt noch, dass in den meisten Regionen Ö die Preissteigerung des landwirtschaftl. Nutzgrundes unter der Inflationsrate liegt, somit kommt es durch die Inflationsbereinigung zu keiner Steuer.

Auch hier wurde nur etwas in entschärfter Variante nachgezogen, was woanders längst Alltag ist. Wenn jetzt eine Bank (und laut öffentlicher Meinung machen ja die Banken die Gesetze) oder auch ein Privater Aktien kauft und diese 5 Jahre hält, dann glaubt dass es jetzt besser wäre diese zu verkaufen und eine andere zu kaufen, dann zahlt er für den nominellen Gewinn 25% Steuer, ganz gleich ob die Inflation höher war als sein "Gewinn" - denn hier gibt es den Inflationsausgleich nicht!

Ein Grund für die Aufregung liegt meiner Meinung nach darin, dass es ein Großteil der (steuerehrlichen) öster. Bauern ganz einfach nicht gewohnt ist, dass man für ein zusätzliches Einkommen Steuern zahlt. (ist völlig wertfrei gemeint). Die meisten öster. Bauern sind steuerlich pauschaliert. Wenn ein Bauer jetzt noch schnell ein gutes Geschäft macht, oder ein paar Tage für den Maschinenring fährt und dafür 1000Euro verdient, dann bleibt dass dem Bauern. Wenn ein (steuerehrlicher) Arbeitnehmer oder auch ein Unternehmer noch schnell 1000 Euro verdient, dann bleiben nicht mal 500 Euro (Sozialversicherung und Steuer) über.




walterst antwortet um 22-02-2012 18:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
@gerhardkep

es heisst "Umwidmungsabgabe" nur in den spitzenmäßigen Informationsblättern und in den Köpfen der Agrarvertretung.
Im Gesetz sowie seit vielen Tagen in jeder Tageszeitung ist schwarz auf weiß davon zu lesen, dass alle Wertzuwächse bei Immobilien betroffen sind, also jeder Grundbesitzer betroffen, ob Unwidmung oder nicht und künftig mit großen Beträgen, sonst kommen die errechneten 2 MRD€ ja nicht zusammen.




walterst antwortet um 22-02-2012 18:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
@se123
entweder hast du steira komplett falsch verstanden oder den Gesetzesentwurf nicht oder beides.

Steira zielte in der Frage darauf ab, ob er mehr Grund verkaufen muss, vorausgesetzt, der Verkaufspreis würde nach der Neuregelung nicht um den Steuerbetrag ansteigen, also "gleich bleiben"

Ob und wieviel Steuer anfällt, hängt neben dem Kaufpreis vom Erwerbszeitpunkt ab.


Christoph38 antwortet um 22-02-2012 18:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
@ tria
Schau dir vielleicht den link zur Bauernzeitung an, den Walter hereingestellt hat:

da steht: ... Höhe von 3,5 Prozent des Erlöses für Flächen, die vor 2002 erworben wurden.

also nicht 2012, Somit gilt der Mindestsatz nur für Erwerbe vor 2002, dies ist ein grosser Unterschied.


Ist insofern auch logisch, dass man den Altbestand auch kräftig zur Kasse bittet, weil sonst die angepeilten 2 Mrd nicht kassiert werden können.


Hirschfarm antwortet um 22-02-2012 19:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Logischerweise wird dadurch die Abgabebereitschaft für Immobilien massiv sinken - Nach dem Motto : Ich bin ja nicht blöd und verkauf meinen Acker weil da muß ich ja Steuern zahlen.
Dadurch wiederum wird das ohnehin nicht zu üppige Angebot noch verknappt. Was passiert bei knappem Angebot - Richtig - Die Preise steigen - was passiert wenn die Preise steigen - Richtig- Die neue Steuer schlaegt ordentlich zu. Wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.
mfg
p.s.: Der Staat ist der größte Inflationstreiber.


Christoph38 antwortet um 23-02-2012 09:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
@ tria
Habe nochmal den Gesetzesentwurf gelesen, dort steht nicht Grundstücke die vor dem 31.3.2012 angeschafft wurden, sondern alle danach erworbenen plus die am 31.3.2012 steuerverfangenen.

Laut den Beispielen der Erläuterung gehört zB Anschaffung 2005 nicht zum Altvermögen.


Gerhardkep antwortet um 23-02-2012 09:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
an tria
"gott sei dank bestehe ich nicht drauf "
tatsächlich ist hier noch einiges unklar hat mir auch jetzt ein Bankbediensteter gesagt der mit diesen dingen vertraut ist.

an se123
die aussage mit dem MR einnahmen ist nicht richtig
1. bei MR-arbeiten an dritte ist steuer fällig
2. bei der sogenannten Nachbarschaftshilfe (MR) kann der pauschalierte Landwirt der ja eigentl. Unternehmerbesteuert ist auch die ausgaben also Leistung nicht Steuerlich geltend machen wo dann seine steuerlast sinken würde. Daher Pauschaliert im beiderseitigem verfahren bei Einnahmen sowie bei ausgaben.!!!!
3. wenn du schwarzgeld meinst gilt das wiederum für bauern und unselbstständige gleichermasen.


walterst antwortet um 23-02-2012 09:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Ich gehe davon aus, dass die bauernvertreterliche Ruhe eine solche vor dem nachmittäglichen Sturm ist.

Wahrscheinlich werden unsere Vertreter, aufgeladen wie Taschenlampenbatterien in der heutigen NR-Sondersitzung den Gesetzesentwurf mit glänzender Rede in der Luft zerfetzen und dann ins Feuer springen und mit dem Hammer der Argumente 90% vom Problem auf dem Ambos, nämlich dem Rücken der Arbeiterkämmerer, glattschmieden, dass die Funken nur so stieben.

(Ich höre die Kühlflüssigkeit schon plätschern, die allein bei der Vorstellung an diese heißen Szenen verbraucht wird)


Christoph38 antwortet um 23-02-2012 09:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Lustig -obwohl der Fasching vorbei ist- heute auch wieder die Bauernzeitung.

"Nun aber tauchen plötzlich durch die Hintertür neue Belastungen auf..."
http://www.bauernzeitung.at/?id=2500%2C127481%2C%2C%2CeF9LRVlXT1JEX0FbMF09MTAw

Was vor ca. 2 Wochen den Tageszeitungen und dem Orf bekannt war, nämlich die allgemeine Immobiliensteuer, taucht nun plötzlich (für die Agrarvertretung) durch die Hintertür bzw. als Kleingedrucktes auf.

Worüber Zeitungen und ORF berichten, wird wohl eher nicht als teuflische Details, Kleingedrucktes und infame Belastungen durch die Hintertür einzustufen sein.
Viel eher scheint mir eine Belastung vorzuliegen die laut rumpelnd durch die Vordertür reingekommen ist, während die Agrarvertretung ein Nickerchen machte.
 


walterst antwortet um 23-02-2012 23:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
die bestehende GrundERWERBSsteuer ist von der Reform überhaupt nicht berührt.


walterst antwortet um 24-02-2012 12:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Übrigens wichtige Mitteilung der LK-Österreich: Nur noch bis 15. März ist es möglich, sich für das Casting für den Jungbauernkalender zu bewerben. Also nicht versäumen!


walterst antwortet um 27-02-2012 18:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
obwohl aeigentlich alles perfekt ausverhandelt ist und die Landwirtschaft laut einschlägiger Fachzeitungen voll zufrieden sein kann, klingt die heutige Stellungnahme der LKÖ irgendwie ganz anders.
Was ist da bloss los?

Unter anderem:

"Die Immobilienertragssteuer wird in der derzeitigen Fassung abgelehnt", betont die LK Österreich in ihrer Stellungnahme. Die Bauernvertretung kritisiert massiv den Entfall des § 4 Abs. 1 Einkommensteuergesetz. Der vorliegende Gesetzesentwurf würde in einer großen Anzahl von Sachverhalten zu einer Besteuerung führen, in denen aber überhaupt keine Einnahmen für den Steuerpflichtigen anfallen und/oder kein Geldfluss vorhanden ist, aus dem die Steuer getragen werden könnte", so Wlodkowski.

Betroffen wären beispielsweise Entschädigungen für Bodenwertminderung, etwa im Zusammenhang mit der Errichtung von Anlagen und Bauten im öffentlichen Interesse wie Straßen, Schutzdämme, Infrastruktureinrichtungen (Strom-, Gas-, Wasserleitungen), Flurbereinigungen beziehungsweise nicht-hoheitlich organisierte Eigentümerwechsel (Tauschvorgänge im Sinne einer Flurbereinigung), Ersatzbeschaffungen zumindest für jene Flächen, die im Zusammenhang mit den vorhin genannten Vorgängen verlorengegangen sind. Weitere betroffene Bereiche wären Betriebsaufgaben, wo es nicht gleichzeitig zu Veräußerungen kommt sowie Schenkungen, wo weichende Verwandte abgefunden werden, um den Betrieb in seinem Kernbestand zu erhalten.



Bewerten Sie jetzt: Wann kapiert es die Interessenvertretung ?
Bewertung:
Noch keine Bewertungen vorhanden!
message;332156




Landwirt.com Händler Landwirt.com User