Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...

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Woodster 12-02-2012 17:38 - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Werden wohl immer mehr kleine den Hut draufhauen und sagen, Leckts mi am A....!

z.B: Vor 15 Jahren gabs noch 3mal so viele Schweinebauern...
Sicher wurden auch viele Betriebe immer größer... aber trotzdem ist die Produktion gesunken.

Unser Vertreter sind nicht in der Lage, die Vorteile einer Versorgungssicherheit Österreichs öffentlichkeitswirksam zu präsentieren, bzw. zu argumentieren. Das die AK im Auftrag der SPÖ im Vorfeld mit Stalinorgeln auf den Bauernstand geschossen hat, war ja Verhandlungstaktik.
Von den Bauernvertretern kam kein "Muks".... Also wenn sie selber schon nicht können, sollten sie wen engagieren, der das kann. Anscheinend geht aber nichteinmal das... es ist ja zum ....

Wenn man das insgesamt so sieht, Dilenttantismus zum Quadrat!

https://www.landwirt.com/Forum/309553/Hallo---Bauernvertreter-aufwachen.html

Sorry der link läßt sich nicht korrigieren, hab das http in der Eile nicht rausgelöscht...
 


bauernbeispiele antwortet um 13-02-2012 14:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Das Bauernsterben ist meiner Meinung nach schon lange voll im Gang. In den letzten zwei Jahrzehnten haben in meiner Heimat die ganz kleinen (unter 10 ha) alle aufgegeben und in nächster Zeit ist die nächstgrößere Gruppe dran. Bei uns gibts viele kleinere Betriebe mit ca. 20 ha, die ohne Nachfolger sind und wo sich die Bauersleute halt noch bis zur Pension schleppen, ohne etwas zu verändern oder zu investieren. Meist sind das jene Leute, die von den Eltern noch mit dem Hof zwangsbeglückt wurden und die nie zufrieden mit ihrem Dasein waren. Mit der Einstellung kann man die Kinder halt nicht daheim halten... Und z.B. sind ja auch die Leute als Schweinebauern angeführt, die sich ein, zwei Tiere für den Eigenbedarf halten, und von denen haben schon viele aufgehört.
Ich verfolge auch die "Hetze" unserer Großparteien in den Medien und jede Seite bauscht gerne auf und dramatisiert die Vorhaben des Gegners. Es wird jede Menge Angstmache betrieben, wie z.B. kürzlich in der Bauernzeitung stand, die SP gehe nun auf die studierenden Bauernkinder los. Ich bin ein studierendes Bauernkind und meiner Meinung nach sollten sich die Roten lieber dafür starkmachen, dass die Einkommensbemessung bei der Studienbeihilfe endlich mal an das heutige Lohnniveau angepasst wird und die Kinder von Arbeitern und Angestellten bei Bedarf gerechterweise auch in den Genuss einer Beihilfe kommen können. Damit fängt man mehr Stimmen als mit Hetzreden, liebe Genossen!
Und nachdem der Bauernbund jetzt eine Marketingexpertin in der Führungsriege hat, könnte man ja mal drüber nachdenken, wie man Versorgungssicherheit bewerben kann :-)


edde antwortet um 13-02-2012 14:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...

@woodster

das argument mit versorgungssicherheit ist zwar recht und schön, doch in einem freien eu-markt ein zahnloser tiger.

der wirklich grösste feind der bäuerlichen landwirtschaft ist die heutige völlig andere art zu leben als etwa noch in den sechzigern oder frühen siebzigern.

freizeit, unbeschwerter urlaub,berufe mit weniger schmutz und geruchbelastung--insbesondere diese veränderungen haben letztendlich unzähligen höfen das genick gebrochen.

was ich durchaus unserer sogenannten interessensvertretung vorwerfen muss ist die viel zu belastende unnötige bürokratie, denn dies hätte die agrarpolitik in der hand--marktentwicklungen oder gar gesellschaftliche entwicklungen nur sehr beschränkt bis gar nicht.

mfg



Christoph38 antwortet um 13-02-2012 15:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Rein statistisch ist eine Beschleunigung des Bauernsterbens in % wohl möglich.

Faktisch nimmt das Bauernsterben aber ab, weil schon soviele gestorben sind, dass die Ausgangsmenge bereits massiv vermindert ist.
Wenn von 2 Bauern einer aufhört, sind das 50%, trotzdem ists nur einer, der das Handtuch geworfen hat.

in unserer Ortschaft gabe es vor 30 Jahren noch 5 Milchbauern, seit 5 Jahren noch einen und dessen Erzeugung liegt bei ca. 50.000 kg, sodass man das Ende wohl erleben wird.


bauernbeispiele antwortet um 13-02-2012 16:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
@edde
Ich weiß genau was du meinst. Natürlich gibt es auch Bauern, die es sich so einrichten, dass sie mal Urlaub machen und ihren Hobbys nachgehen können. Aber viele, so auch meine Eltern, leben noch nach dem alten Prinzip: Wer nicht 24/7 arbeitet, ist ein fauler Mensch oder besser, eine Frau, die nicht immer arbeitet, ist faul (Männer dürfen das scheinbar eher).
Als ich die Familie meines Partners (nicht LW) kennenlernte, habe ich nur so gestaunt, dass es in deren Gesprächen selten um die Arbeit, sondern meistens um Urlaub und Freizeitbeschäftigungen ging. Beides waren in meiner Familie beinah Fremdwörter, Urlaub gab es nie und Freizeit, das war höchstens der sonntägliche Kirchenbesuch. Als ich meine Mutter einmal fragte, warum sie jeden So in die Kirche gehe, antwortete sie, dass das für sie eine Erholung sei, einfach mal eine Stunde ruhig zu sitzen und dem Pfarrer zuzuhören.
Kein Wunder, dass die Kinder dann ihre eigenen Wege gehen oder irgendwann ausbrechen und wie ich nach der "Haushaltungsschule" plötzlich Technik studieren wollen, statt daheimzubleiben und auf den Traumjungbauern zu warten.
Natürlich gibt es auch Menschen, die gerne Hofnachfolger sind. Auch dann noch, wenn sie erwachsen sind und eigenständig denken können, denn einem Kind kann man ja leicht etwas einreden.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob der "Strukturwandel", an dem ich ja auch irgendwie ein bisserl mitwirke, gut oder schlecht sein soll. Aber bevor wir alle verhungern, kann ich immer noch mit meinem landw. Wissen aufwarten und den Leuten beibringen, wie man Kühe melkt und Erdäpfel anbaut. :-)



helmar antwortet um 13-02-2012 20:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Also irgendwie wird eine ernste Sache langsam aber sicher unfreiwillig komisch.........allein schon der Begriff "Bauernsterben" .......erinnert sich noch jemand an den Werbespot " ene, mene, muh, drausst bist du"?"Verhindern wir das Bauernsterben!" usw...........
Die wenigsten Bauern sterben daran dass sie aus welchen Gründen auch immer, aufhören ihre Höfe zu bewirtschaften. Genau genommen kann man es nicht einmal "Höfesterben" nennen, denn die meisten dieser Höfe sind sehr wohl entweder von ihren Besitzern bewohnt, oder was auch vorkommt, sie werden von Menschen gekauft und oft sehr mühevoll restauriert. Auch kommt es eher selten vor dass jemand alles zuwachsen lässt. Und da stelle ich nun die Frage: wer oder was ist denn eigentlich ein Bauer? Jemand der Beiträge zur SVB bezahlen muss? Jemand der Kühe, Schweine hat? Jemand der beim Bauernbund ist? Jemand der nicht bei diesem Mitglied ist?.........Oder schlicht und einfach jemand der aus Prinzip jammert?

Fragen über Fragen von einer Waldbäuerin, liebe Grüsse, Helga


Haa-Pee antwortet um 13-02-2012 21:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
bullendompteurin eine interessante lebensgeschichte die du verbreitest.
mich würde interessieren ob die eltern des freundes beamtenstatus oder im lehramt tätig sind dort is das thema urlaub und freizeitgestaltung an vorderster front.
weiss ich selbst zu gut von meinen freunden deren eltern professoren sind da hab ich mich immer gewundert wie man mit sowenig aufwand so blendend leben kann......
um 14 uhr wochentags auf der terasse oder wochentags bei schönwetter einen segeltörn war dort die regel.
während es zu hause meist bis 20 uhr durchgeht.

leisten kann man sichs wenns man für ernährung und verpflegung nur mehr 10 prozent des haushaltseinkommens zu verwenden hat.
wo die blöden bauern im staat für 5 euro in der stunde von neujahr bis silvester buckeln.....

ich kann dir nur gratulieren zum technikstudium da ist die bauernphile stimmung sowieso passe....

kann ich aus erfahrung meiner htl zeit berichten da hat der abteilungsvorstand immer äusserst abwertend über den bauernstand hergezogen.....



Woodster antwortet um 13-02-2012 22:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
@helmar,

denke schon, dass du weißt, was mit dem landläufigen "Bauernsterben" gemeint ist.
Wie kann man das jetzt nennen, wenn es z.B. vor 15 Jahren noch 3x soviele Schweinebauern gegeben hat?
Das hat auch nix mit jammern zu tun. Man muss sich das aber schon zu Gemüte führen, was da läuft.
Hab so das Gefühl, dass das von der Politik auch so gewollt ist. Möglichst viele abhängig und mit Bürokratie und Förderungen gefügig zu machen, bis es den kleinen zu blöd wird und den Hut drauf hauen (müssen).

Na, hast schon recht. Die Höfe verschwinden nicht, sie werden auch von irgendwelchen Leuten gekauft. Was passiert dann meistens? Die guten Flächen werden verkauft, verpachtet, etc. Die weniger guten verwalden, bzw. werden "gewaldet". Und das sind gar nicht so wenige, wo dass so passiert.

Bauer ist für mich jeder, der landwirtschaftliche Produkte erzeugen kann. Die Menge ist da zweitrangig.

Was ich aber als den größten Verlust orte, ist das Wissen, das mit diesem "Bauersterben" verloren geht. Wer kann heute noch ein Schwein aufarbeiten, geschweige denn für den Verzehr entsprechend herrichten? Und das ist nur ein Beispiel. So gehts mit vielen Produkten.

Mit dieser bäuerlichen Kultur geht auch eine vielfältige Zubereitungs- Ess- und Trinkkultur zu Grunde, die mit den einfachsten Mitteln bewerkstelligt werden konnte.



tch antwortet um 13-02-2012 23:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Wieviele Bauern von 100 halten Schweine?
Wieviel davon sind in der Lage ihre Messer selbst zu schleifen?
Wieviel von 100 können ihre Schweine selbst schlachten...

Wieviele von 100 halten Hühner?
und wieviel denen haben Probleme weil die Hühner auf den Futtertisch scheissen?

Das mit der Trinkultur ist auch so eine Sache.....
Wasser trinken? dazu braucht man nicht viel Kultur...
Wein... ja da fängts an, und dann mit dem Traktor auf den Acker?

Auch Nichtlandwirte haben vieles von dem was Bauern glauben, dass sie die einzigen sind die so etwas können drauf.

tch



tch antwortet um 13-02-2012 23:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Hallo haapee

Du siehst das es anders geht, blöd ist der,der sein leben nicht in richtung zufriedenheit ändert, die chance hast du durchaus.
so gesehen stimmt deine aussage :-)
Nein is a Luada

tch


helmar antwortet um 14-02-2012 08:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Wenn da hin und wieder kommt......du hast verpachtet.....ja, das habe ich, denn ich habe meinen Rechenstift sehr ehrlich mit mir selber angesetzt und ein paar nicht unbedingt in Geldwert zu bewertende Dinge dazu.......hätte ich etliche tausend Euronen für 3-4 Jahre die Ehre zu haben mich "produzierende" Milchbäuerin zu nennen investieren sollen? Da geh ich lieber in den Wald und brauche in Zukunft meine Zeiteinteilung weder vom Milchtank auf die Sammelstelle fahren noch von irgendwas anderem abhängig machen. Etliche male wurde mir auch hier im Forum und nicht nur auf IG Versammlungen vorgeworfen, dass mein Mann eh gut verdient und dass ich mich deshalb nicht für diversen Aktionismus engagieren müsse. Bis jetzt ist von dem kein Euro in die Landwirtschaft gelaufen.......also kann er mich im Falle des Falles "durchfüttern" denke ich mal......;-).
Mfg, Helga




Peter06 antwortet um 14-02-2012 10:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Ich denke jetzt mal positiv und glaube, dass unsere politischen Vertreter ihren Fokus bereits auf die kommenden Jahre ausgerichtet haben, was ländliche Entwicklung und Agrarförderung betrifft. Sie werden dann, unterstützt durch die Medien, der Öffentlichkeit plausibel erklären können, wie immens wichtig die bäuerlichen Strukturen für die Erhaltung der Kulturlandschaft, eines lebenswerten ländlichen Raumes, Versorgungssicherheit durch nachvollziehbare, nicht mit langen Transportwegen belastete Nahrungsmittelproduktionen, sind.
Durch gezielte, strukturelle Förderungen wird ein Grossteil jener bäuerlichen Betriebe, die als Zu- und Nebenerwerbsbetriebe ein ausserlandwirtschaftliches Einkommen erwirtschaften, erhalten werden können.
Die dazu benötigten Begleitmassnahmen, wie eine ökologische Steuerreform, die steuerliche Entlastung des Faktors "Arbeit" (Stichwort Lohnnebenkosten"), endlich eine adäquate Besteuerung des (arbeitslosen) Einkommens aus Kapitaleinkünften, etc. etc., haben unsere visionären, politischen Vordenker sicher schon längst geplant...............
Daran glaubt
Peter


biolix antwortet um 14-02-2012 10:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Sers Peter !

das passt nett dazu....

http://diepresse.com/home/recht/rechtwirtschaft/731744/Steuern_Aus-155-Euro-werden-20-Euro-fuer-den-Friseur


Wie viel muss ein Arbeitgeber zusätzlich zahlen, damit sein Arbeitnehmer sich einen weiteren Haarschnitt leisten kann? – Eine Rechnung als Plädoyer gegen die bevorstehende Erhöhung der Steuerlast......



und das in der Presse.. ;-))

ALso sie sind schon lange Veräter, nicht nur die Bauern auch die Arbeiter und die Kleingewerbetreibenden,...

lg biolix


josefderzweite antwortet um 14-02-2012 15:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
bleibt mehr für die anderen und die aufhören sind meist nicht zukunftsfähig. so schlimm ist es auch nicht.

das argument von dass die flächen verwildern oder zuwachsen ist auch überhaupt nicht gegeben. in meiner gegend wird so viel gerodet wie noch nie.


bauernbeispiele antwortet um 14-02-2012 19:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Flächen, die verwildern sind in meiner Gegend auch kaum vorhanden. Werden aber in der Zukunft noch genug Bauern da sein, die alles zusammenpachten? Besonders im Berggebiet will keiner Steilflächen oder Sumpfwiesen pachten, die großteils oder vermehrt händisch zu bearbeiten sind. Bei mir zuhause gibts auch noch die "Fleckerlwirtschaft", dass jeder Streifen einem anderen gehört, weil nie ein Konsens für eine Grundzusammenlegung da war. Das ist auch nicht sonderlich attraktiv für potenzielle Pächter.
Ich glaube schon, dass es in Zukunft mehr nicht bewirtschaftete Flächen geben wird, besonders in Fällen wie oben genannt. Jeder Betrieb kommt irgendwann an die Grenze der Expansion, bzw. der Betriebsleiter an seine physische Grenze des Schaffbaren. Noch gibt es in vielen Dörfern ein paar "Narrische", die alles pachten und dann ganze Tage am Traktor verbringen, aber auch die werden älter und damit weniger belastbar.


helmar antwortet um 14-02-2012 19:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Aber nicht nur das...es werden immer mehr welche nicht um jeden Preis pachten....
Mfg, Helga


josefderzweite antwortet um 15-02-2012 15:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
selbst auf steilsten Flächen werden rekordpachtpreise gezahlt. kenne fälle von Steilheit M2 bis M3 wo 350 euro /ha gezahlt werden. teilweise händische bearbeitung

Wenn jemand nicht verpachten will, dann will er nicht und dann verwachst alles und sicher nicht weil sich niemand für die bewirtschaftung finden lässt.



iderfdes antwortet um 15-02-2012 15:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bauernsterben wird sich wohl beschleunigen...
Schwer zu glauben, mit der Hand zu bewirtschaftende Flächen gibts bei uns umsonst. Und die landw. Nutzfläche nimmt täglich um zig ha allein in Österreich ab.


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