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krähwinkler 03-08-2011 09:29 - E-Mail an User
Gemeindefusionen
Der Rechnungshof kritisiert die Kostspieligkeit der Gemeinden. Er rät zu Verbünden oder Zusammenlegungen. Beim Pisatest haben die Kinder besonders kleiner Schulen unterdurchschnittlich abgeschnitten. Verbessert sich die Position der Bauern in größeren Gemeindeverbünden oder ist Small beautiful?


Peter06 antwortet um 03-08-2011 13:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gemeindefusionen
Ich glaube nicht, dass die "kleinen Gemeinden" das Hauptproblem einer dringend anstehenden Verwaltungsreform wären, vielmehr sollte endlich begonnen werden, die überbordenden Bürokratieauswüchse und Mehrgleisigkeiten bei Bund, Land, und BH zu reduzieren, versteckte Parteienfinanzierungen abzustellen und Postenbesetzungen nach Qualifikation durchzuführen und nicht als Belohnung für Günstlinge der Parteien zu missbrauchen.
Dass besonders kleine Schulen in kleineren Gemeinden schlechter in der Wissensvermittlung sein sollten, halte ich für ein Gerücht. Wie Du sicherlich weisst, werden bei PISA 15-Jährige getestet, und nicht Volksschulen, gerade diese kleinen Schulen am Land sind in der Vermittlung von Sozialkompetenz besonders gut.
Meint
Peter


krähwinkler antwortet um 03-08-2011 18:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gemeindefusionen
Deine Lanze für die kleinen Dorfschulen wäre auch meine gewesen. Nach der Lektüre der Pisaergebnisse (Link) legt sich meine Stirn in Falten und es tun sich Fragen auf.

Im Kanton Uri haben Gemeindeverbünde zu einer Belebung schon siecher Landgemeinden geführt. Auch das hat meinen Faltenwurf nicht verkleinert.
 



Gerhardd antwortet um 03-08-2011 21:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gemeindefusionen
Nebenbei nur möcht ich sagen daß ich keineswegs glaub daß Gemeindezusammenlegen mehr Erfolg hätte als das Zusammenlegen mehrerer maroder kleiner Firmen zu einer größeren.

Zu den kleinen Schulen: bei der 100-Jahr-Feier unserer natürlich sehr kleinen Volksschule hielt die Inspektorin eine Rede.
Diese beinhaltete auch, daß untersucht wurde, wie es um den Lernerfolg nach Schulgröße in Volksschulen stünde - mit dem Ziel mit einem wahrscheinlichen schlechten Abschneiden der Kleinstschulen ein Argument für deren Schliessung in Händen zu haben.
Da das Ergebniss genau gegenteiliges zu Tage brachte - nämlich mit einem wesentlich besseren Durchschnittserfolg von Kindern in Kleinstschulen - wurde es einfach - und das würde ich jetzt österreichisch nennen: nicht veröffentlicht!

Und der Bericht wie ein solches Pisa-Ergebniss zustandekommt - unterm Hund!


Holzwurm357 antwortet um 03-08-2011 22:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gemeindefusionen
Hallo,

naja, die Klein-und Kleinstschulen sind ja auch im ländlichen Bereich zu finden, da wo die Kinder noch einen gscheiden Hausverstand haben und wo die Mütter und Grossmütter zuhause auch noch mit den Kindern lernen und sie auf das Leben vorbereiten.

ich möchte meine Schulzeit nicht missen, obwohl unter anderem 6km Schulweg zu Fuss bei jeder Witterung zu bewältigen waren, aber wir waren unsere 8 dabei, und diese Gaudi, die wir damals hatten, die gibts heut nicht mehr!
lg, Gerhard

PS, von Gemeindefusionen halte ich nichts; ist die einzige politische Ebene, wo man noch persönlichen Kontakt zueinander hat, zum Einsparen gäbs bei Bund und Länder mehr als genug!
Gemeindefusion... was kommt als nächstes? könnt ma nit glei a paar Familien a zammlegn? :-))


Woodster antwortet um 04-08-2011 07:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gemeindefusionen
Ich bin auch der Meinung: Größer ist nicht immer besser.
Es gibt halt das Diktat der leeren Kassen. Diejenigen die das verursacht haben, kann man nicht gerade als ökonomisch und als vorausdenkende Elite bezeichnen. Als Firma wären sie als Geschäftsführer schon längst im Häfen.
Genau diejenigen, die das ganze bisher verbrochen und bewahrt haben, versuchen ihre Pfründe weiter zu sichern, indem wieder nur kosmetische Operationen vorgenommen werden.

Wenn schon Gemeindezusammenlegungen, dann soll das wenigstens nach Erfolgskriterien passieren dürfen.
Dazu muss man sich die Frage stellen, warum beim Finanzausgleich ein Wiener in etwa dreimal so viel wert ist, wie ein Bürger einer Kleingemeinde.

Mein Vorschlag: Beim Finanzausgleich gleich viel Geld pro Kopf. Sonderleistungen, die Städte für Gemeinden erbringen, werden separat in Rechnung gestellt. (Funktioniert z.B. mit dem Schulgeld schon lange so)
Gemeinden, die nicht effizient arbeiten, würde man im Nu erkennen. Diese wären dann die Fusionskanditaten. Denke dabei könnten wahrscheinlich die Großstädte von den Kleinen ordentlich was lernen....
Aber es darf ja nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf. Also weiterwurschteln, bis zum Kollaps der Bananenrepublik...



krähwinkler antwortet um 04-08-2011 09:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gemeindefusionen
Es gibt da noch einen Aspekt. Wie stark die Gemeinden verschuldet sind oder nicht, hängt nicht mit der Größe zusammen. Aber ein Gemeindeverbund kann einen neuen regionalen Anstoß geben, und Dinge stemmen, die die Region beleben können und die für die einzelnen Kommunen zu groß wären.

Die Nutznießer der Regionalisierung sind auch die Bauern, wenn Arbeitsplätze in der Nähe entstehen. Genau das hat das Beispiel in Uri gezeigt. Die Sogwirkung der Städte braucht regionale Gegenkräfte.


helmar antwortet um 04-08-2011 10:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Holzwurm......also die Mütter und Grossmütter sollen mit den Kindern lernen und sie für das Leben vorbereiten? Soll das etwa heissen dass Väter dazu nicht fähig sind?
Wundert sich Helga


krähwinkler antwortet um 04-08-2011 17:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Wie fähig, bleibe dahingestellt. Aber ob auch willens?!


Holzwurm357 antwortet um 04-08-2011 21:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Helga,
doch, natürlich müssen auch die Väter in die Kindererziehung eingebunden werden, dem Einen liegts besser, der Andere kanns nicht so gut!
Mein Bruder zB ist zurzeit bei seinem 2. Kind in Karenz, mir würde das wiederum überhaupt nicht liegen, ich komme mit den Kindern besser zurecht, wenn sie schon ein bischen grösser sind, lernen u Hausaufgaben machen ist kein Problem.

Grundsätzlich sollte die Kindererziehung aber, so wie in der Natur vorgesehen, in Frauenhand bleiben, sie könnens einfach besser.
Allerdings sollte meiner Meinung nach aus der Tätigkeit "Hausfrau und Mutter" ein ordentlich bezahlter Beruf werden, mit voller Sozialversicherungsleistung, also auch Rentenanspruch.

Finanziert werden könnte es mit dem Geld der vielen Langzeitarbeitslosen.

Dann würden die Kinder nicht zwischen Kinderhort und Playstation, TV hin und hergeschoben und könnten wieder eine ordentliche Erziehung geniessen.

lg, Gerhard


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