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bionix 31-07-2011 13:18 - E-Mail an User
Regierungsinserate
Staat (Bund, Länder, Gemeinden) und staatsnahe Institutionen (ORF, AMA, OMV, AK, LWK, Wien Energie, EVN und viele, viele andere, Parteien NICHT eingeschlossen) geben pro Jahr ca 100 Millionen Euro (fast 1,4 Milliarden Schillinge!!!) allein in Printmedien für Inserate aus, die völlig sinnlos sind und niemanden außer die Herausgeber der Zeitungen interessieren. Die Inserate erscheinen vorwiegend, aber nicht nur, in Boulevard- und Gratiszeitungen, um sie für eine positive Berichterstattung zu ködern. Lt. Berichten in Kurier und Standard werden auch Drohungen, welche bis zu Erpressungen gehen, durch die diversen Zeitungen angewendet, um zu Inseraten zu kommen - Gegenleistung eine mehr oder weniger positive Berichterstattung, also oft eine glatte Fehlinvestition. Wer nur am heutigen Sonntag die Zeitungen aufmerksam durchliest, kann sich ein Bild von der Inseratenkeilerei machen (großflächige Inserate des Innenministeriums, der AMA (!), des Landes NÖ und anderer), obwohl es an anderen Sonntagen schon viel schlimmer war.

Es sollte in Gesprächen immer wieder auf diesen Skandal (100 MILLIONEN EURO pro Jahr für verdeckte Presseförderung !!!) hingewiesen werden. Über die Medien kann dieser Mißstand nicht aufgezeigt und auch nicht bekämpft werden, da alle mehr oder weniger daran beteiligt sind und gerne die Zuwendungen für Inserate einstecken.

Abschließend kann nur gesagt werden:

Kauft keine Zeitungen mit unverhältnismäßig vielen Regierungsinseraten (ganz werden sich diese Inserate nicht verhindern lassen) und macht eure Freunde und Bekannten auf diese Steuergeldverschwendung aufmerksam.


walterst antwortet um 31-07-2011 13:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Regierungsinserate
wie das (die Hurerei) bei den Zeitungen so läuft, dokumentiert Nebenerwerbsbauer Markus Wilhelm dietiwag.at

http://dietiwag.at/index.php?id=3730
 


tch antwortet um 31-07-2011 14:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Regierungsinserate
Hallo Bionix

Um Deine Aussagen zu untermauern hast Du ganz sicher Infomaterial zur Hand.
Um in Gesprächen diesen Mißstand gut unters Volk zu bringen ist es notwendig das "alle" vom gleichen sprechen. Mit wenig Aufwand für Dich sollte es machbar sein diese- ev. aufbereitete Unterlagen in Form von PDF Files an "uns" zu senden.

tch



walterst antwortet um 31-07-2011 14:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Regierungsinserate
@tch
wenn Du es als PDF haben willst, musst Du Deine Email-adresse reinstellen bitte.

z.B.:

Üble Sitten am
Boulevard

Von englischen Verhältnissen sind Österreichs Zeitungen weit entfernt. Doch auch bei uns gibt es für Politiker gute Nachred’ oft nur gegen viel Geld.

WOLFGANG SIMONITSCH

W iens Vizebürgermeisterin Renate Brauner hat schon
lustigere Zeiten erlebt. Momentan lacht sie kaum. Denn die „Neue Kronen Zeitung“ schreibt plötzlich beharrlich und unüblich scharf gegen Brauner an. „Rücktrittsreif? SPÖ verteidigt Brauner krampfhaft“ titelt das sonst der Wiener SPÖ stets wohlgesinnte Blatt. Damit nicht genug: Auch das zweite Produkt aus dem Einflussbereich der Familie Dichand, die Gratiszeitung „Heute“, springt mit Brauner immer rabiater um.

Beobachter haben für dieses Doppelspiel eine Erklärung parat: Die Attacken zielten auf Brauner als Finanzstadträtin ab. Sie solle abserviert werden, weil sie dem Boulevard das Geschäft zu erschweren droht. Brauner will nämlich beim Presseinformationsdienst (PID) der Stadt die Werbebudgets aller Magistrate bündeln – und damit eine Feuermauer um die Stadträte bauen, die bisher dem Inseraten-Druck gieriger Verleger direkt ausgeliefert sind.

Angeblich geht es um 80 bis 100 Millionen Euro im Jahr, die bald von PID-Beamten zu verwalten sind. Freilich gibt es noch andere Theorien, warum Brauner derzeit so angefeindet wird. Sogar von SPÖ-gesteuerten, internen Intrigen vom Rathaus und Ballhausplatz ist die Rede, die freilich auch kein günstiges Licht auf das Verhältnis von Politik und Boulevard werfen.

Seit der Murdoch-Affäre in England, wo besonders üble Beziehungen zwischen erpresserischen Journalisten, korrupter Polizei und willfährigen Politikern aufgeflogen sind, fragen sich auch bei uns viele, ob auch hierzulande ein ähnlicher schlimmer Interessens-Filz existiert.

„Verwerfungen zwischen Boulevard und Politik gibt es auch in Österreich, aber so verwerflich wie Großbritannien ist das Land nicht“, sagt der Wiener Publizistik-Professor Fritz Hausjell dazu. Doch höre er häufig etwa von Fällen, dass Verleger die Politik massiv unter Druck setzten, um Inserate zu kriegen. Aus erster Hand kenne er allerdings keine ganz konkreten Fälle, meint Hausjell.
Auskunft nur anonym

Solche Antworten sind typisch, wenn die Sprache auf korrupte Verhältnisse zwischen Politik und Boulevard kommt. So gut wie alle wissenden Gesprächspartner weichen aus oder sind nur bereit, ohne Namensnennung, nur anonym aus der Schule zu plaudern. Wie jener Wiener FPÖ-Politiker, der dann aber direkt zur Sache kommt: Den drei Wiener Boulevardblättern „Österreich, „Heute“ und „Krone“ ginge es nur ums Geld. Um in diesen Produkten namentlich vorzukommen, müsse parallel inseriert werden, behauptet der Mann, der selbst etwa gesehen haben will, dass „Österreich“-Chef Wolfgang Fellner höchstpersönlich „vor der Nationalratswahl bei FPÖ-Parteiobmann Karl-Heinz Strache wegen 60.000 Euro für Inserate auf der Matte gestanden ist“.

Ein anderer wärmt die oft gehörte Variante versuchter Erpressung auf, Medienmacher drohten den Politikern unverblümt, sie „niederzuschreiben“, falls sie nicht inserieren. Eine eigene Form der Geldbeschaffung wird auch „News“ nachgesagt, das unter den Magazinen angeblich die frechsten Methoden strapaziert: Dessen Keiler kreuzten mitunter bei potenziellen Kunden mit fertigen, aber noch nicht veröffentlichten Geschichten auf. Sollten die Betroffenen mit den Inhalten nicht einverstanden sein, ließe sich dies durch Inserate „abfedern“, werde solcherart Überrumpelten mitgeteilt.

Inzwischen soll es am Boulevard sogar gängig sein, über einen Zeitraum von drei, vier Monaten gemeinsame Sache zu machen: Abkommen regelten dann, dass eine bestimmte Inseratenanhäufung positive Berichte über diese Zeitstrecke garantiert.

Zu diesem Sittenbild passt eine schier unglaubliche Geschichte, die der Grüne Karl Öllinger zwei, drei Mal erlebt haben will: dass ihm eine Zeitung „eine Information über die Regierung abkaufen“ wollte. Präziser: Öllinger habe eine Enthüllung über eine Regierungspartei lancieren wollen. Kurz darauf habe ihm dieses Medium einen verblüffenden Vorschlag gemacht: Falls er diese Story völlig verwirft, könnte er mit einer anderen groß im Blatt vorkommen, erzählt Öllinger.

Mit wem ihm solches passiert sei, sagt Öllinger aber nicht. Auch er hat keine Lust, verklagt zu werden. Ohne größere Zurückhaltung spricht er bloß von einer Beobachtung, die in ähnlicher Form immer wieder erzählt wird und stets denselben Hauptdarsteller hat: Laut Öllinger soll der Verleger Wolfgang Fellner vor Jahren höchstpersönlich auch bei den Grünen mit zweifelhaften Angeboten vorstellig geworden sein, um Inseratengeld zu keilen.

Um diesen sich „WoFe“ kürzelnden Herren drehen sich Dutzende Geschichten, die von unseriösem Journalismus, dessen primärer Kommerzialisierung handeln und Kritikern abfällig unter „Fellnerismus“ geläufig sind. Der über den 1968 als Schülerzeitung gegründeten und längst entschlummerten „Rennbahn-Express“ und andere Titel wie „Basta“ oder „News“ und zuletzt die bunte Halbgratiszeitung „Österreich“ zum wichtigen Spieler gewordene Fellner hat längst eine Sonderrolle. Auch für seinen Jugendfreund, den roten Kanzler Werner Faymann, der tief blicken ließ, als er einmal zum Besten gab: Um bis 2018 Kanzler zu bleiben, genügten ihm „Kronen Zeitung“, „Österreich“ und ORF.

Faymann macht kein Hehl aus seinem alten Nahverhältnis zu Fellner, der sich, ähnlich wie die „Kronen Zeitung“, nicht über mangelnde SPÖ-Inserate beklagen kann. Kritiker monieren, Faymann habe sich diese „mediale Streitmacht“ mit viel Steuergeld für Inserate erkauft. Davon profitiere überdies auch die Gratis-U-Bahn-Zeitung „Heute“, deren Geschäftsführer der Ex-Pressesprecher von Faymann (als Wohnbaustadtrat), Wolfgang Jansky, ist.
Sorge um Glaubwürdigkeit

Wobei es mit Inseraten in Gratisblättern überhaupt seine eigene Bewandtnis haben dürfte, falls des Altkanzlers Franz Vranitzky früherer Sprecher, Karl Krammer, der Berater „in Politik und Medien“ ist, tatsächlich recht hat. Krammer will dahinter gekommen sein, dass Gratiszeitungen sich längst so verstehen, auch redaktionell die Interessensvertreter ihrer Inserenten zu sein.

Auch Krammer, der bis 1997 direkt in der Politik war, stellt fest, dass die Sitten in Österreich durch neue Spieler auf dem Boulevard deutlich rauer geworden sind. Das sieht auch der Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ), und Vorstand des zum Styria-Verlag zählenden „Wirtschaftsblatt“, Hans Gasser, so. Er meint überhaupt, es sei „an der Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen“. Das müssten Betroffene tun. Gasser fordert die Zeitungsbranche auf, sich auf breiter Front gegen „die schwarzen Schafe“ am Boulevard zu wehren. Gasser: „Sonst droht uns das wertvollste Gut – die Glaubwürdigkeit und die Unabhängigkeit – verloren zu gehen.“




bionix antwortet um 31-07-2011 15:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Regierungsinserate
Ich habe hier kein besonderes Infomaterial zur Hand, der Wissensstand ergibt sich aus dem aufmerksamen Lesen verschiedener Zeitungen und dem Erkennen von Inseraten, welche oft ganz versteckt und verschämt und ganz klein als Anzeige, Werbung oder ähnliches gekennzeichnet sind.

Einige Beispiele gefällig:

DOPPELSEITIGES Inserat des BM.I auf Seiten 20/21 in 'Österreich' vom 31. Juli .
Halbseitige Anzeige im Kurier, Chronikteil, Seite 13, ebenfalls vom BM.I, über Flugpolizei.
Ganzseitige Anzeige im bunten Teil der Krone, gespendet von der AMA, auch am 31. Juli.
Auch das Fürstentum Niederösterreich hat sich, obwohl angeblich hoch verschuldet, nicht lumpen lassen und in allen Zeitungen Anzeigen geschaltet.

Allein diese drei Anzeigen (nur ein Bruchteil) eines einziges Tages kosten ein Vermögen!

Gegen diese Praktiken gibt es auch Artikel in Zeitungen (z.B. Standard), diese gehen aber meist in der allgemeinen Berichterstattung unter. Ich will hier keinesfalls Parteipolitik betreiben, aber es gibt nur eine Partei, die sich in unzähligen parlamentarischen Anfragen dieser Problematik angenommen hat.

Der Beitrag vor 'walterst' ist ein schönes Beispiel in dieser Causa, ich habe diesen Link bzw. diese Seite zur Beurteilung an die Korruptionsstaatsanwaltschaft weitergeleitet, obwohl die Sache wahrscheinlich schon verjährt ist.

Ich kann euch nur ersuchen, an dieser Sache dranzubleiben und durch Weitersagen ein wenig zur Meinungsbildung beizutragen.




tch antwortet um 31-07-2011 15:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Walter

le63@gmx.at


lg
tch


Fallkerbe antwortet um 09-08-2011 19:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ein Inserat dürfte aber deutlich billiger sein, als 580.000 Kärntnern einen Brief zu schicken.

Zitat
Der in erster Instanz vom Klagenfurter Gericht verurteilte Uwe Scheuch hat sich in einem Brief an die Kärntner Bevölkerung gewandt. Darin betont er seine Unschuld und greift erneut die Österreichische Gerichtsbarkeit an.
zitat ende


http://www.vol.at/uwe-scheuch-wendet-sich-per-brief-an-die-bevoelkerung/news-20110809-01473941

dort findet man auch den Brief als PDF
mfg




Summsumm antwortet um 09-08-2011 20:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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http://derstandard.at/1308679907991/Oeffentliche-Inserate-in-zehn-Jahren-verdreifacht

Wenn man bedenkt, was man für so viel Geld alles Vernünftiges machen könnte, wenn man wollte.


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