Milchkontingentabschaffung ist Enteignung!

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  04-12-2010 15:04  milkmann
Milchkontingentabschaffung ist Enteignung!
Hallo Milcherzeuger vieleicht müsste man nur eine Klage beim Europäischen Gerichtshof einbringen! Auch die Transparenzdatenbank war rechtswiedrig!

  04-12-2010 17:18  RichardGier
Milchkontingentabschaffung ist Enteignung!
Naja, wenn man jemandem die Möglichkeit eines arbeitsfreien Einkommens (Richtmengenverkauf oder -Leasing),das seinerzeit auf ziemlich fragwürdige Weise (Liefermenge im Referenzzeitraum) "geschenkt" wurde,wieder entzieht, fällt das wohl nicht unter Enteignung ,sondern Rückkehr zur Normalität. Ungerecht allenfalls für jene, die zwischenzeitlich Kontingent gekauft haben,aber: Wessen Zukauf schon lange genug zurückliegt, der hat ohnehin schon gutes Geld mit den zusätzlichen Mengen verdient- und wer glaubte ,in letzter Zeit noch zukaufen zu müssen,obwohl es schon genügend Hinweise auf ein Auslaufen des Systems gab, der sollte dies als fehlgeschlagene Spekulation zur Kenntnis nehmen und nicht die Schuld bei anderen suchen.
Überhaupt sehe ich die Perspektive ,daß mit der GAP-Reform neben dem Milchquotensystem auch das "historische" Modell bei der Einheitlichen Betriebsprämie -ein ziemlicher Unfug,ebenfalls ein arbeitsfreies Einkommen-abgeschafft werden könnte, als erfreulichen Schritt in Richtung Normalität. mfG

  04-12-2010 18:13  haasi
Milchkontingentabschaffung ist Enteignung!
Normalität wird einkehren durch die GAP Reform, jede Ackerfläche in der EU wird mit dem gleichen Betrag gefördert werden ?
Die Ausgleichsprämie am Acker ist z.B. in Benelux um rund die Hälfte höher, weil in dieser Region im Vergleich zu Österreich auch die Erträge um rund ein Drittel höher waren
deshalb hatten die Bauern mit den höheren Erträgen ja auch einen höheren Verlust durch die Preissenkung aufgrund der WTO Runden, wo das industrielle Europa um den Absatz von Maschinen und Technologie in Schwung zu bringen, den Schwellenländern z.b. Braslilien erlaubte, Rindfleisch in Europa zu verkaufen, um die Waren der Industrie auch bezahlen zu können.
Es werden sicher auch jene Flächen, welche bei der Flächenbasiserfassung "untergegangen", und durch die Digitalisierung zum Vorschein kamen, miteinbezogen werden (in unserer Nachbarschaft kannst fragen wennst willst, die Flächen wurden teilweise um bis zu 5 % größer als von 1994 aus den alten Katasterplänen abgelesen)

  04-12-2010 18:59  RichardGier
Milchkontingentabschaffung ist Enteignung!
@haasi: Von gleichen Betriebsprämien für jeden ha in Europa redet schon längst keiner mehr,das ist vom Tisch. Was -hoffentlich- kommt,ist die Abkehr vom "historischen Modell"mit Zahlungsansprüchen ,die aufgrund von Produktionsmengen(meistens in einen übervollen Markt) in einem Referenzzeitraum bis in alle Zukunft gewährt werden sollen,mitgenommen und verkauft werden können; Während ein fleißiger,aktiver Bewirtschafter u.U.dann auch noch
dafür zahlen soll.Finde ich einfach zum sp...en und gehört schleunigst weg. (Haben wir hauptsächlich dem NÖ. Bauernbund zu verdanken ) mfG


  04-12-2010 20:04  johndeere
Milchkontingentabschaffung ist Enteignung!
Hallo!
Indirekt oder in der Praxis wird die Milchquote wohl in Form von "Lieferrechten" zu den Milchverarbeitern weiterleben.
Dies gilt natürlich nur für die in letzter Zeit, Gegenwart und künftig gelieferte Milch. Für jene Kontingentbesitzer die nach auslaufen der Quote, ihre bisherige Liefermenge als Lieferrecht verkaufen möchten, wird es nichts mehr geben. Dies wird dem einzelnen Milchwerk obliegen, ob sie eine solche Menge umschreiben lassen.
Gerade deshalb sind jene nicht die Blöden, die heutzutage noch Kontingent verkaufen oder kaufen, je nachdem was der Betrieb in Zukunft vor hat.
So wird es nach meiner Erfahrung vielfach in Bayern und in Österreich gesehen.

schöne Grüße Sepp

  05-12-2010 09:45  haasi
Milchkontingentabschaffung ist Enteignung!
Produktionsmengen in einen übervollen Markt zuproduzieren, werden aber auch durch Investitionszuschüsse in die entsprechenden Stallanlagen usw. schmackhaft gemacht.
Dass trotzdem der Großteil der Investition beim Landwirt bleibt ist klar.
Ein Stiermäster, welcher einen neuen Stall gehabt hat, welcher auch entsprechend gefördert wurde, und 30 Jahre Abschreibung an Gebäude und Silo ansetzt, ist sicher sehr dankbar, wenn er nach 2-3 Jahren, wenn die Produktion angelaufen ist, von Südamerika mit Rindfleisch überschwemmt wird, und keine Ausgleichszahlung mehr deswegen bekommt.
Auch die Milch ist in Europa genügend vorhanden, sonst wären die Preise besser oder vielleicht sogar kostendeckend.
Und selbst für Milchviehställe gibt es Investitionszuschüsse.