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Forstarbeiter-WM: Medaillen als großes Ziel

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Das österreichische Nationalteam reist kommende Woche nach Polen zur Forstarbeiter-WM. Betreuer und Athleten sind nach dem Junioren-Titel bei der letzten Weltmeisterschaft heiß auf neue Erfolge.
Harald Umgeher hat heuer bei der WM in Polen eine Einzelmedaille im Visier. Foto: Forstwettkampfverein Österreich.
Harald Umgeher hat heuer bei der WM in Polen eine Einzelmedaille im Visier. Foto: Forstwettkampfverein Österreich.
Am 8. September startet in Wisła (Polen) die Forstarbeiter-Weltmeisterschaft. In der Heimatstadt von Polens Skisprung-Legende Adam Małysz wollen Österreichs beste Athleten der Forstarbeit wieder große Erfolge feiern. Das rot-weiß-rote Quintett, das die dafür nötigen Leistungen erbringen soll, besteht aus: Benjamin Greber (Vbg.), Markus Herzog (NÖ), Harald Umgeher (NÖ) sowie den beiden Kärntner Junioren-Startern Jürgen Erlacher und Mathias Morgenstern, der seinen WM-Titel erfolgreich verteidigen möchte.

Bei den letzten beiden Weltmeisterschaften blieb Österreich in der Profiklasse unter den Erwartungen und somit ohne Medaille. Diese Flaute soll in Polen ein Ende haben. „Die Weltspitze ist einfach noch enger zusammengerückt. So können in Polen über zehn Teams um den WM-Titel mitkämpfen. Daher haben wir uns noch intensiver und detaillierter vorbereitet“, erklärt Coach Armin Graf. So wurde die beinharte interne Qualifikation vorverlegt und bereits vor einem Jahr durchgeführt. Dadurch hatte der Kader anschließend Zeit, sich gut und geschlossen auf das Großereignis vorzubereiten.

Unter der Ägide von Armin Graf und seinem Trainerkollegen Johannes Kröpfl hielt das Team dazu immer wieder Trainingslager im Waldsportzentrum Litzlhof in Kärnten ab. Das Feilen an den wichtigen Details soll nun in den Beskidenwäldern in Schlesien in Edelmetall umgemünzt werden. Routinier Markus Herzog ist guter Dinge, dass sich die minutiöse Vorbereitung auszahlen wird: „Unser Team ist wieder sehr stark aufgestellt und unser Traum ist es, aufs Podest zu kommen. Dazu braucht es wie immer auch das nötige Glück – aber ich bin überzeugt, dieses Jahr passt es für uns.“

Chancen auf Medaillen hat das österreichische Team in allen fünf Einzeldisziplinen (Kettenwechsel, Kombinierter Schnitt, Präzisionsschnitt, Zielfällung und Entasten). Die Einzelergebnisse zählen auch für den Teambewerb. Die Mannschaft kann sich zudem auch beim Staffelwettbewerb, der Länderstafette, als Einheit beweisen.
Die beiden Junioren im Team gelten ebenfalls als große Medaillenhoffnung in Wisła. Mathias Morgenstern reist sogar als Titelverteidiger nach Polen und ist erneut chancenreicher Anwärter auf die WM-Krone der Junioren. Mit Jürgen Erlacher hat der regierende Champion jedoch einen der härtesten Konkurrenten im eigenen Team! Erlacher hat auf alle Fälle große Ambitionen: „Ich habe sehr hart trainiert. Deshalb fahre ich nach Polen, um Weltmeister zu werden. Ob\\\'s klappt oder nicht, sehen wir dann dort.“

Das österreichische Nationalteam

Dieses Quintett vertritt Österreich bei der 32. Forstarbeiter-Weltmeisterschaft in Polen:

Markus Herzog (45 Jahre, aus Muggendorf/Niederösterreich)
„Ich hoffe auf jeden Fall, dass es eine schöne WM wird und wir als Team Österreich das umsetzen können, was wir in der Vorbereitung trainiert haben. Unser Team ist wieder sehr stark aufgestellt und unser Traum ist es, aufs Podest zu kommen. Dazu braucht es wie immer auch das nötige Glück – aber ich bin überzeugt, dieses Jahr passt es für uns.“

Benjamin Greber (34 Jahre, aus Andelsbuch/Vorarlberg)
„Mich reizt der Wettkampf als Forstarbeiter immer wieder. Für die WM hoffe ich, dass ich meine guten Trainingsleistungen im Wettkampf umsetzen kann. Dann sollten auf alle Fälle vordere Platzierung herausschauen – vielleicht kann ich dann sogar am Podium landen.“

Harald Umgeher (30 Jahre, aus Eschenau/Niederösterreich):
„Seit ich als Schüler begonnen habe zu schneiden, will ich zu den Besten gehören. Ich hoffe, ich kann in Polen mit dem Team und auch in der Einzelwertung vorne dabei sein – dafür braucht es aber auch das nötige Glück. Eine Medaille in einer Einzeldisziplin wäre natürlich auch schön.“

Mathias Morgenstern (24 Jahre, aus Lendorf/Kärnten – Titelverteidiger Junioren-Klasse)
„Meine Motivation ist es, immer der beste sein zu wollen – das wohl liegt in der Familie. Ich hoffe einfach, dass es eine faire Veranstaltung wird, damit jeder sein bestes zeigen kann und es eine richtig geile WM wird “

Jürgen Erlacher (24 Jahre, aus Radenthein/Kärnten – Juniorenstarter)
„Ich bin ein leidenschaftlicher Waldarbeiter und ein noch ehrgeizigerer Forstwettkämpfer. Nachdem ich sehr hart trainiert habe, fahre ich nach Polen, um Weltmeister zu werden. Ob\\\'s klappt oder nicht, sehen wir dann dort.“

Das österreichischen Team wird seit einigen Jahren von den erfahrenen und erfolgreichen Coaches Armin Graf (54 Jahre, aus Trebesing/Kärnten) und Johannes Kröpfl (51 Jahre, aus Arnoldstein/Kärnten) betreut.

Die WM-Disziplinen

- Kettenwechsel: Schwert wenden und Kette wechseln, lautet hier die Devise. Die Motorsäge muss dabei wieder einsatzbereit zusammengesetzt werden, denn die Bewerbe Kombinierter Schnitt und Präzisionsschnitt müssen ohne weitere Veränderungen an der Maschine damit durchgeführt werden.
- Kombinierter Schnitt: Von zwei Stämmen wird je eine 3 bis 8 cm dicke Holzscheibe abgeschnitten. Die Schwierigkeit dabei ist, dass von unten und oben nur bis zur Hälfte des Stammes geschnitten werden darf. Beide Schnitte sollten sich ohne Versatz treffen und rechtwinklig zur Stammachse durchgeführt werden.
- Präzisionsschnitt: Wie beim kombinierten Schnitt wird von zwei Stämmen eine 3 bis 8 cm dicke Holzscheibe abgeschnitten – diesmal aber nur von oben. Allerdings sind die Stämme bei dieser Disziplin auf einem Brett am Boden befestigt. Die Scheibe soll möglichst vollständig abgeschnitten werden, ohne jedoch das Brett anzuritzen. Eine Sägemehlschicht versperrt den Athleten zusätzlich die Sicht auf die Kontaktzone zwischen Stamm und Brett – hier sind Augenmaß und Fingerspitzengefühl gefragt.
- Zielfällung: Innerhalb von drei Minuten soll ein Baum (Mast) so nahe wie möglich an einem vorgegebenen Ziel gefällt werden – natürlich muss der Athlet dabei arbeitstechnische Vorgaben einhalten und auf die Arbeitssicherheit achten.
- Entasten: Die Athleten müssen auf zylindrischen Stämmen 30 runde Äste, die in einem standardisierten Muster eingesetzt sind, absägen. Diese Aufgabe gilt es so stammeben und rasch wie möglich zu erledigen, ohne dabei auf die Arbeitssicherheit zu vergessen.

In diesen fünf Disziplinen werden Einzelmedaillen vergeben. Wer in Wiszla die meisten Punkte in allen fünf Disziplinen sammeln kann, ist neuer Weltmeister. Daneben wird im Teambewerb auch noch der Mannschaftsweltmeister gekrönt. Dieser ergibt sich aus der Addition der Einzelergebnisse der Teammitglieder. Hier konnte Österreich bereits viermal Gold erringen – zuletzt 2010 in Kroatien, als man mit einem Punkt Vorsprung auf Deutschland gewann. Dieses Jahr hat sich das österreichische Nationalteam auch wieder intensiv auf die spektakuläre Länderstafette vorbereitet. Diese ist ein gänzlich eigenständiger Wettkampf, an dem vier Teammitglieder teilnehmen. Die Länderstafette entspricht einem Staffelbewerb in anderen Sportarten.

Aktualisiert am: 02.09.2016 08:09
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