Fonterra will handelbare Anteilsscheine einführen

Die neuseeländische Molkerei Fonterra hat den Schleier über der dritten Stufe ihrer Kapitalneuordnung gelüftet: Künftig sollen genossenschaftliche Milchviehhalter ihre Geschäftsanteile untereinander täglich frei zum Marktpreis handeln können.
Bei der neuseeländische Molkerei Fonterra sollen Geschäftsanteile in Zukunft frei zum Marktpreis gehandelt werden können.
Bei der neuseeländische Molkerei Fonterra sollen Geschäftsanteile in Zukunft frei zum Marktpreis gehandelt werden können.
Es ist vorgesehen, dass jeder Landwirt Anteile bis zum Zweifachen seiner jährlichen Milchproduktion halten darf. Zurzeit liegt die Obergrenze beim 1,2-Fachen der Jahreserzeugung.

Zufluss von neuem Eigenkapital
Fonterra erhofft sich durch die Flexibilisierung den Zufluss von neuem Eigenkapital. Außerdem würde sich die Genossenschaft der Pflicht entledigen, Anteile zurückzuvergüten, wenn ein Mitglied seine Milchanlieferung drosselt oder einstellt. Um eine ausreichende Liquidität zu sichern, will der Vorstand zwei Finanzdienstleister als zusätzliche Akteure zulassen. Sie sollen Anteile kaufen und verkaufen dürfen. Außerdem ist die Einführung eines neuen "Fonterra Inhaberfonds " geplant. An diesen sollen Landwirte ihr Dividendenrecht abtreten können. Im Gegenzug erhalten sie Kapital für ihre Betriebsentwicklung. Der Fonds soll sich durch den Verkauf von Investitionsanteilen an "wohlwollende Investoren " refinanzieren.

Öffnung der Genossenschaft für Investoren
Kritiker sehen darin die Öffnung der Genossenschaft für außerlandwirtschaftliche Investoren. Der Aufsichtsrat betont jedoch, Fonterra werde vollständig im Besitz und unter der Kontrolle der genossenschaftlichen Milchviehhalter bleiben. Die Investitionsanteile sollen nicht stimmberechtigt sein. Die neuseeländischen Landwirte werden in der kommenden Woche in regionalen Treffen über die Einzelheiten des Modells informiert. Der Vorstand braucht eine Dreiviertelmehrheit der Anteilsinhaber zur Verwirklichung seiner Pläne. Der Genossenschaftsrat und der föderale Bauernverband unterstützen das Konzept. Eine Abstimmung könnte im Juni oder Juli stattfinden. (aiz)


Aktualisiert am: 10.04.2010 17:25
Landwirt.com Händler Landwirt.com User