Fonterra lehnt Milchmarktreform der neuseeländischen Regierung ab

Die neuseeländische Genossenschaftsmolkerei Fonterra kritisiert die Ankündigung des Landwirtschaftsministeriums, weitere Maßnahmen zur Förderung des Wettbewerbs auf dem neuseeländischen Milchmarkt umsetzen zu wollen.
Fonterra hat in Neuseeland einen Marktanteil von rund 90 % und muss deshalb schon seit der Gründung im Jahr 2001 staatliche Wettbewerbsauflagen erfüllen.
Fonterra hat in Neuseeland einen Marktanteil von rund 90 % und muss deshalb schon seit der Gründung im Jahr 2001 staatliche Wettbewerbsauflagen erfüllen.
Als Schritt in die falsche Richtung hat der Molkereikonzern Fonterra neue Vorschläge der neuseeländischen Regierung zur Regulierung des heimischen Milchmarktes bezeichnet. Diese sehen unter anderem vor, dass Fonterra zukünftig 5 % anstelle von 4 % seiner erfassten Milchmenge zu einem fixierten Preis an kleinere unabhängige Wettbewerber abgeben und detaillierte Informationen zur Milchpreisgestaltung der Öffentlichkeit preisgeben muss. Laut Landwirtschaftsminister David Carter soll der Wettbewerb auf dem heimischen Molkereisektor über eine höhere Transparenz und Effizienz intensiviert und ein angemessenes Preisniveau für Verbraucher erzielt werden.

Fonterra mit 90 % Marktanteil
Durch die quasi Monopolstellung des genossenschaftlichen Milchgiganten mit einem Marktanteil von rund 90 % in Neuseeland muss der Konzern schon seit der Gründung im Jahr 2001 staatliche Wettbewerbsauflagen erfüllen. Bei Fonterra wurde vor allem die geplante Ausdehnung der Lieferverpflichtung an Wettbewerber kritisiert. Nach Unternehmensangaben müssten zu den bisher festgelegten 600 Mio l Milch weitere 200 Mio l im Jahr an Konkurrenten abgegeben werden. Diese Unternehmen stünden jedoch oftmals unter ausländischer Führung und würden anstelle des heimischen Marktes den Weltmarkt beliefern, so dass eine preisdämpfende Wirkung für Verbraucher nicht zu erwarten sei, bemängelte der Vorsitzende des Aufsichtsrates Sir Henry van der Heyden in einer Stellungnahme. Er bezifferte die Kosten dieser Maßnahme für sein Unternehmen in den nächsten drei Jahren auf 200 Mio NZ$ (125 Mio Euro). AgE


Aktualisiert am: 30.01.2012 13:32
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