Fohlen auf die Weide

Für die Entwicklung eines gesunden, vitalen Fohlens ist ausgiebiger Weidegang unerlässlich –und mit diesem kann man gar nicht früh genug beginnen.
Weidegang ist wichtig für Fohlen, so entwickelt sich ein belastbarer Bewegungsapparat aus. Foto: Barbara Frisch
Weidegang ist wichtig für Fohlen, so entwickelt sich ein belastbarer Bewegungsapparat aus. Foto: Barbara Frisch
„Soll ich mein Fohlen schon am ersten Tag auf die Weide lassen? Kann es sich beim Herumtoben nicht verletzen – und was ist, wenn es einem anderen Pferd in die Quere kommt?“ Solche und ähnliche Sorgen sind immer wieder zu hören – vor allem junge, noch wenig erfahrene Züchter meinen es oft besonders gut und möchten jede Gefahr’ von ihrem Fohlen fernhalten. Dem Fohlen tut man damit nichts Gutes.

Pferde brauchen Bewegung


Mögen neugeborene Fohlen auch noch so „zerbrechlich“ aussehen – ihr Bewegungsdrang ist ihnen angeboren und unerlässlich. Viele Fohlen sind kurz nach der Geburt noch stark „durchtrittig“ oder stehen durch die Enge im Mutterleib schief auf ihren langen Beinen. Kein Grund zur Panik. Ein paar Tage Weidegang und solche „Mängel“ beheben sich fast immer von ganz alleine! Das Pferd ist ein Lauftier – und nur durch die ständige Bewegung können sich Sehnen, Bänder und Knochen zu einem belastbaren Bewegunsapparat entwickeln.

Mai-Fohlen haben oft schon ein wesentlich feineres Fell als März-Fohlen. Die Natur sorgt also grundsätzlich ganz gut vor. Was allerdings immer wichtig ist, sind bei Daueraufenthalt auf der Weide trockene Liegeplätze für die Kleinen und ein sicherer Zaun. Den sollten Fohlen von Beginn an kennen lernen und akzeptieren.

An Weide und Artgenossen gewöhnen


Die meisten Fohlen kommen in ihren Boxen zur Welt und ist das Herdengefüge nicht sehr stabil, weil die Pferde normalerweise immer gemeinsamen Koppelgang genießen dürfen, sollte man Stute und Fohlen die ersten paar Mal besser alleine auf die Weide lassen.
Nach und nach kann man dann die anderen Herdenmitglieder dazu lassen. Besonders wichtig ist das bei jungen Stuten die zum ersten Mal ein Fohlen bei Fuß haben. Jungstuten sind mit der Situation, ihr Fohlen bei sich zu halten, anfänglich oft überfordert.
Unentbehrlich ist auch das für Fohlen und Stute wichtige Grünfutter. Die Zusammensetzung, vor allem aber auch die Milchergiebigkeit der Stuten ist bei regelmäßigem Weidegang eine ganz andere als bei Heu- oder Silagefütterung. Die Fohlen benötigen von Anfang an die Vitamine im Gras! Daher ist die beste Zeit für Fohlengeburten eher gegen April, wo Mutter und Fohlen sofort raus können. Auch das miteinander Spielen und Toben der Fohlen ist für das spätere Pferdeleben unerlässlich. Nur so sind die Pferde später auch klar im Kopf.

Checkliste - Fohlen auf die Weide
  • Bei extrem schlechtem Wetter sollte man einige Tage alte Fohlen anfangs nur kurz rauslassen oder sogar einen Tag abwarten.
  • Ist das Fohlen nicht in der Herde geboren, sollte man Stute und Fohlen zuerst allein auf die Weide schicken und nach und nach die anderen Herdenmitglieder dazulassen.
  • Weidezäune müssen unbedingt intakt und sicher sein (Verletzungsgefahr!)
  • Trockene Liegeplätze müssen bei 24 Stunden Weidehaltung vom Fohlen jederzeit aufgesucht werden können
  • Für schattige Bereiche (Unterstände, Bäume) sorgen.




Aktualisiert am: 25.09.2014 10:59
 
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