Flucht aus der Arbeitsfalle!

Ein Umstieg von Rinder- auf Schweinehaltung spielt in den Überlegungen zur Betriebsentwicklung vieler Rinderhalter eine große Rolle. Familie Brunner hat sich 2001 auf das Abenteuer Schweinemast eingelassen.



„4.500 Arbeitskraftstunden pro Jahr am landwirtschaftlichen Betrieb sind für den Nebenerwerb entschieden zu viel“, nennt Johannes Brunner den Hauptgrund, der zur Umstellung von Milchvieh auf Schweinemast geführt hat.
„4.500 Arbeitskraftstunden pro Jahr am landwirtschaftlichen Betrieb sind für den Nebenerwerb entschieden zu viel“, nennt Johannes Brunner den Hauptgrund, der zur Umstellung von Milchvieh auf Schweinemast geführt hat.
Mit einem durchschnittlichen Erlös von € 141,40 pro Mastschwein seit Produktionsbeginn liegt die Familie Brunner auch erlösseitig um etwa 2 Euro über dem Durchschnitt. Die variablen Kosten der Brunner’schen Schweinemast liegen im Schnitt der letzten 3 Jahre bei 119 Euro pro Mastschwein. Die Stallplatzkosten wurden mit € 11,82 pro Schwein berechnet. Durch die hohe durchschnittliche Umtriebsrate der letzten Jahre (2,9) konnten hier die ohnehin schon niedrigen Kosten weiter gesenkt werden. Ebenfalls unterdurchschnittlich hoch ist der Arbeitsaufwand. Bei nur 0,56 Stunden pro Mastschwein belasten die Arbeitkosten (€ 11,-/h) die Vollkostenrechnung nur mit € 6,16 pro Schwein.

Die seit Produktionsstart im Frühjahr 2002 durchschnittlich entstandenen Produktionskosten von € 137,- pro Mastschwein konnten durch den durchschnittlichen Verkaufserlös von € 141,40 mehr als gedeckt werden. Dabei gilt es folgendes zu beachten:

Das positive Ergebnis der Vollkostenrechnung ist die Konsequenz einer Produktion auf höchstem Leistungsniveau. Sollten sich Verlust- und Umtriebsrate durch Krankheitsepidemien über längere Zeit erhöhen, ist nicht mehr von einer Vollkostendeckung auszugehen.

Aufgrund der positiven Zwischenbilanz und arbeitswirtschaftlicher Reserven ist eine Erweiterung in der Schweinemast für Johannes Brunner durchaus vorstellbar. „Kapazitäten für einen weitern 400er Stall wären vorhanden“, so Brunner. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Autor: Roman GOLDBERGER, Rainbach


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Aktualisiert am: 10.08.2005 10:44
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