Fliegen- und Bremsenbekämpfung bei Weidehaltung

Vor allem bei günstiger Witterung in den warmen Sommermonaten können Fliegen auf der Weide zu einer Qual für Rinder werden. Rechtzeitiges Bekämpfen lindert die Plage.

Mit dem Pour-On Verfahren lassen sich mit wenig Aufwand gute Ergebnisse erzielen.
Mit dem Pour-On Verfahren lassen sich mit wenig Aufwand gute Ergebnisse erzielen.
Fliegen sind Lästlinge, die zu einer Beunruhigung (rastloses Umherwandern, Abwehrbewegungen mit Kopf und Schwanz, Hautzuckungen, Ohrbewegungen) führen. Milchleistung und Gewichtszunahmen können dadurch bis zu 20 % geringer ausfallen.

Fliegen sind aber auch Krankheitsüberträger, weil sie auf Kothaufen, faulendem organischen Material und auf offenen Wunden sitzen. Mit Speichel, Kot und Haaren verbreiten sie Krankheitserreger von Tier zu Tier.

Eine Fliegenbekämpfung auf der Weide gestaltet sich ungleich schwieriger als im Stall. In erster Linie muss versucht werden, günstige Bedingungen für die Entwicklung der Fliegen in der Umgebung des Tieres zu verhindern. In weiterer Folge kann dann versucht werden, durch Mittel, die auf die Tiere aufgebracht werden, eine Fliegenplage zu reduzieren. Die Entwicklung vom Ei zur Fliege ist temperaturabhängig und dauert etwa zwei bis drei Wochen. Die Weibchen legen bis zu 1000 Eier auf Mist- und Kothaufen ab. Der Mist dient dabei den sich entwickelnden Maden als Nahrung. Zur Vermehrung benötigen die Fliegen lediglich Wasser und feuchte, organische Substanzen. Geeignete Brutstätten sind Wasserlacken, Misthaufen oder feuchte, waldnahe Weidestandorte. Eine wichtige Vorsorgemaßnahme auf der Weide ist das Vermeiden von feuchten Stellen und Standorten. Bereits 1889 wurde über übermäßige Fliegenplagen berichtet und eine großflächige Verteilung des Rinderkotes auf der Weide empfohlen, damit dieser schneller austrocknet und kein geeignetes Brutmedium mehr für Fliegen darstellt.

Am Tier können die Fliegen nur mittels aufzutragender Repellentien bekämpft werden. Die meisten der in Tabelle 2 aufgelisteten Mittel wirken gegen verschiedene Parasiten und auch noch gegen die kleine Weidestechfliege. Jedoch dürfen sie nicht beim laktierenden Tier angewendet werden.

Lediglich zwei Präparate aus dieser Liste dürfen beim laktierenden Tier angewendet werden. Eines davon wirkt gegen Fliegen und Bremsen, das andere nur gegen Fliegen (und Läuse).

Beim Pour-on Verfahren wird die Lösung mit Hilfe des beigegebenen Dosieraufsatzes auf den Rücken des Tieres, zwischen Schulter und Hüfthöcker, gleichmäßig aufgebracht. Der Wirkstoff verteilt sich nach dem Aufgießen über die gesamte Körperoberfläche. Die Fliegen nehmen beim Kontakt mit der Körperoberfläche mit ihren Sinnesorganen für sie tödliche Wirkstoffkonzentrationen auf.

Autor: Dr. Leopold Podstatzky-Lichtenstein, HBLFA Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 11.04.2006 16:48

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