Fleischnachfrage steigt rasant

Die weltweite Nachfrage nach Fleisch steigt rasant, doch es fehlen dringend Investitionen in die Viehzucht und eine stärkere Steuerung durch die Regierungen. Deshalb ruft die in Rom ansässige UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) zu einer "verantwortungsbewussteren Tierzucht" auf.
Da die Fleischnachfrage in den aufstrebenden Ländern (wie China) stark ansteigt, wird bis 2050 eine Verdoppelung der derzeitigen Fleischproduktion nötig sein.
Da die Fleischnachfrage in den aufstrebenden Ländern (wie China) stark ansteigt, wird bis 2050 eine Verdoppelung der derzeitigen Fleischproduktion nötig sein.
Es sollte alles unternommen werden, damit die Produktion von Rindern, Schafen und Ziegen umfassend zur Nahrungsmittelsicherheit und zum Kampf gegen den Hunger beitrage, verlangt Generaldirektor Jacques Diouf laut dem Nachrichtendienst dpa in dem gestern veröffentlichen FAO-Jahresbericht. Nicht zuletzt müsse die steigende Erzeugung umweltverträglicher sein und mehr getan werden, um die Gefahren für den Menschen durch Tierkrankheiten zu verringern.

Mehr als Verdoppelung der Produktion erforderlich
Die FAO hält fest, dass steigende Einkommen, Bevölkerungswachstum und Verstädterung treibende Kräfte hinter der rasch zunehmenden Nachfrage nach Fleisch in aufstrebenden Ländern wie China sind. Die Produktion wird sich also weltweit bis 2050 von 228 Mio. auf 463 Mio. t jährlich mehr als verdoppeln müssen, um den Bedarf decken zu können. Statt der heute 1,5 Mrd. Rinder dürften es in 40 Jahren 2,6 Mrd. sein, schätzt die UN-Organisation. Die Zahl der Schafe und Ziegen steigt um 1 Mrd. auf 2,7 Mrd. Tiere.

Viehzucht als Lebensgrundlage auch für Arme
Wegen dieser dynamischen Entwicklung bekommt eine verantwortungsvolle Steuerung der Viehzucht von der globalen bis zur lokalen Ebene eine zentrale Bedeutung. "Denn es weitet sich die Kluft zwischen denen, die von der steigenden Nachfrage profitieren und jenen, die das nicht können", warnt der FAO-Bericht. Die Lebensgrundlage von nahezu 1 Mrd. Menschen hänge unter anderem von der Viehzucht ab, "wobei viele kleine Tierhalter vor einer Reihe von Herausforderungen stehen, um mit den größeren, intensiveren Produktionsanlagen mithalten zu können". Die Politik müsse breiter angelegte Entwicklungsstrategien verfolgen und die Viehzucht als Sicherheitsnetz für die ganz Armen schützen.

Erhöhte Umweltverträglichkeit durch Steueranreize?
Die rasch steigende Fleischproduktion macht es demnach aber auch dringend notwendig, die Folgen für das Ökosystem, die biologische Vielfalt und die Ressourcen an Land, Wäldern und sauberem Wasser im Auge zu behalten. "Es muss so sichergestellt werden, dass die Auswirkungen nicht übermäßig sind und das Produktionswachstum nicht zur globalen Erwärmung beiträgt", hält die FAO fest. Noch sehr viel mehr Länder sollten deshalb eine Politik verfolgen, die Umweltverschmutzung und auch Entwaldung als Folge der Viehzucht in Grenzen halten. Steueranreize beispielsweise könnten die Viehzüchter zu einer umweltverträglicheren Tierhaltung ermutigen. (AIZ)


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Aktualisiert am: 21.02.2010 21:20
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