Fiebermessen – ein absolutes Muss!

Erfolgreiche Milchviehhalter kennen ihre Herde genau und bemerken Veränderungen sehr schnell. Fiebermessen bei Milchkühen vor und nach der Abkalbung bringt wertvolle Informationen über den Abkalbezeitpunkt und für das spätere Fruchtbarkeitsmanagement.
Der Thermometer muss „butterweich“ und ausreichend tief in den Mastdarm eingeführt und schräg an die Darmwand anlegt werden. Mit Digitalthermometer kann die Temperatur in wenigen Sekunden abgelesen werden. Die Normaltemperatur liegt bei 38,3 bis 38,8°C.
Der Thermometer muss „butterweich“ und ausreichend tief in den Mastdarm eingeführt und schräg an die Darmwand anlegt werden. Mit Digitalthermometer kann die Temperatur in wenigen Sekunden abgelesen werden. Die Normaltemperatur liegt bei 38,3 bis 38,8°C.
Viele Betriebsleiter halten das planmäßige Messen der inneren Körpertemperatur für zu viel Aufwand. „Bei größeren Betrieben ist das nicht mehr zu machen – da rennt man ja nur noch mit dem Fiebermesser durch den Stall“, kritisieren viele Milchbauern. Große Milchviehbetriebe, die auch mit Lohnarbeitskräften arbeiten, haben häufig sehr klare Managementvorgaben, zu denen auch das Fiebermessen dazugehört. Die Vorteile der Information über den Zustand der Kuh überwiegen eindeutig. Das Fiebermessen ist eine einfache und effektive Methode zur Überwachung der Tiergesundheit.

Hinweise für die Praxis, wenn die Temperatur sinkt:
1. Kühe, bei denen die Temperatur gleich nach der Kalbung schon im Bereich 38,0°C ist, müssen dringend mit Kalziumprodukten (Flaschen, Bolus,…..) versorgt werden. Mehrfache Überwachung der Temperaturentwicklung am Abkalbetag ist notwendig.
2. Kühe, bei denen die Temperatur unter 38°C fällt, brauchen eine tierärztliche Versorgung – auch wenn die Kuh noch steht. Bis der Tierarzt kommt, liegt meist auch die Kuh schon fest. Hier ist schnelles Reagieren bares Geld für die spätere Fruchtbarkeitsleistung.
3. Ein Absinken der Temperatur ist auch bei Kühen zu beobachten, die eine sehr schlechte Fresslust aufweisen. Das kann auf eine beginnende Ketose hinweisen. Milchfieber und Ketose können auch schon vor der Geburt auftreten.

Hinweise für die Praxis bei Temperaturanstieg:
1. Schalmtest durchführen und kontrollieren, ob eine Mastitis vorliegt! Euterentzündungen treten in dieser Zeit häufiger auf, weil die Kühe absichtlich nicht ganz ausgemolken werden, oder weil die Euter so ödematisiert sind, dass sie nach dem Melken nicht leer sind. Auch vor dem Melken auslaufende Milch lässt Mastitiserreger leichter eindringen.
2. Liegt keine Mastitis vor, könnte es sich um eine Gebärmutterentzündung handeln
a. Hat die Kuh untypischen Ausfluss? (Unangenehmer Geruch, mehr Ausfluss als üblich, …)
b. Fiebermessen, Tierarzt anrufen und Zustand genau beschreiben (je genauer der Vorbericht, umso besser die Diagnose!)
c. Nach Milch-wartezeitlosen Arzneimitteln (Antibiotika) fragen.
(zB. Excenel RTU, Eficur, usw….)
3. Unbedingt noch zwei Wochen weiter messen
4. Wenn in den ersten 30 bis 35 Tagen nach der Abkalbung keine Brunst auftritt, ist der Tierarzt zu holen, um Gebärmutterrückbildung und Eierstöcke untersuchen zu lassen.

Wann und wie Messen?
1. ca. eine Woche vor dem geplanten Abkalbetermin täglich
2. Abkalbetag: drei und acht Stunden nach der Geburt
3. täglich vom zweiten bis zum fünften Tag nach der Abkalbung
4. danach in dreitägigen Abständen bis zum 14. Tag nach der Abkalbung
5. bei jedem Verdacht/Vorliegen einer gesundheitlichen Störung

Autor: Ing. Anton BRAND, Arbeitskreis Milchproduktion Steiermark


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Aktualisiert am: 20.08.2009 15:45
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