Fiat-Konzern splittet Automobil- und Industriegeschäft

Firmenchef Marchionne kündigt Abspaltung der Lastwagen- und Traktorensparte sowie einen Teil der Motorherstellung an - Landmaschinentochter Case New Holland fließt ebenso wie der Lkw-Produzent Iveco in die neue Gesellschaft „Fiat Industrial“ ein - Derzeitiges Konglomerat „nicht mehr zeitgemäß“
Fiat spaltet die Lastwagen- und Traktorenherstellung ab.
Fiat spaltet die Lastwagen- und Traktorenherstellung ab.
Der italienische Fiat-Konzern will noch in diesem Jahr seine Lastwagen- und Schleppersparte sowie einen Teil der Motorenherstellung vom traditionellen Automobilgeschäft trennen. Wie Fiat-Präsident Sergio Marchionne erläuterte, ist das bisherige Konglomerat von Fiat „nicht mehr zeitgemäß“, da der Automobilsektor und das Industriegeschäft zu unterschiedliche Sparten seien. Deshalb werde der in Turin ansässige Konzern seine Bau- und Landmaschinentochter Case -New Holland (CNH), den Lastwagenhersteller Iveco sowie die Industrial Marine Activities der Motorentochter Fiat Power Train Technologies innerhalb der nächsten sechs Monate in der neuen Gesellschaft „Fiat Industrial“ bündeln, deren Präsident er sein werde, sagte Marchionne. Er ist zugleich geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied der Automobilsparte und unterstützt dort den neuen 34-jährigen Präsidenten John Elkan , Enkel des Firmenchefs Giovanni Agnelli. Damit stärkt Marchionne seine Position bei Fiat und will nach eigenen Angaben „mindestens bis 2014“ in dem Unternehmen bleiben, um den neuen Fünfjahresplan aktiv mitzugestalten.

CNH verliert weiterhin Marktanteile in den USA
Für die an der Börse in New York notierte Tochter CNH meldete die Fiat-Gruppe im ersten Quartal 2010 einen Nettoumsatz von annähernd 2,6 Mrd Euro. Das entspreche etwa dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Während sich der Umsatz bei Baumaschinen verbessert habe, seien die Erlöse bei Landmaschinen geschrumpft. Nach Angaben von Fiat verzeichnete Case- New Holland Einbußen beim Schlepperabsatz in Nordamerika, vor allem bei Traktoren mit weniger als 40 PS. In Europa blieb der Marktanteil dagegen stabil, schrumpfte allerdings laut Fiat in Südamerika infolge eines verschärften Preiswettbewerbs bei mittleren und kleinen Schleppern, deren Nachfrage deutlich zugelegt habe. Der Verkauf von Mähdreschern ist laut Fiat-Angaben im ersten Quartal 2009 gestiegen. In dieser Sparte konnte CNH seine Position in Nordamerika dank der verstärkten Nachfrage der Getreidebetriebe festigen. In Westeuropa blieb der Marktanteil von CNH stabil, während für Südamerika in diesem Segment eine deutlich stärkere Nachfrage gemeldet wurde. Wie weiter berichtet wurde, brachte CNH im ersten Quartal 2010 in den USA die Schlepperserie Farmall A mit einem neuen Styling auf den Markt. AgE


Aktualisiert am: 26.04.2010 15:56
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