Ferkelverluste durch Geburtsüberwachung und intensive Tierkontrolle senken

Etwa 20 % der Sauen benötigen Hilfe bei der Geburt. Oft ist es den Zuchtsauen nicht möglich, ihre Ferkel selbst zur Welt zu bringen.
Durch intensive Tierkontrolle in den ersten Tagen nach der Geburt können gesundheitliche Probleme rechtzeitig erkannt und oftmals auch erfolgreich behandelt werden
Durch intensive Tierkontrolle in den ersten Tagen nach der Geburt können gesundheitliche Probleme rechtzeitig erkannt und oftmals auch erfolgreich behandelt werden
Häufig kommen bei der Geburt zwei Ferkel gleichzeitig aus den Gebärmutterhörnern und verstopfen so den Geburtsweg. Aber auch tote oder Ferkel in einer falschen Lage können diese Verstopfungen verursachen. Verzögert sich der Beginn des Geburtsvorganges sehr lange, können zu große Ferkel oder auch verwachsene Geburtskanäle der Sau hierfür verantwortlich sein. Diesen Sauen wird es unmöglich sein, ihre Ferkel lebend zur Welt zu bringen. Stecken die Ferkel im Geburtskanal fest, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass sie innerhalb von kurzer Zeit ersticken.

Folgende Punkte sollten bei jeder Geburt beachtet werden:

  • Messung der Geburtsdauer: beträgt die Zeit zwischen der Geburt einzelner Ferkel mehr als 30 Minuten oder ist das letzte Ferkel schon trocken, muss behutsam in die Geburt eingegriffen werden (Körperkondition der Sauen prüfen, Kalziumversorgung im Futter beachten, Wehen unterstützen).
  • Die gesamte Geburtsdauer soll 2,5 bis 4,5 Stunden betragen. Gut konditionierte Sauen sollten in dieser Zeit die Geburt abgeschlossen haben. Längere Geburten deuten auf Fütterungsfehler und/oder beginnende Erkrankungen hin (MMA, Endometritis).
  • Temperaturkontrolle morgens und abends in den ersten drei Tagen nach der Geburt.
  • 4 - 5 Fieberanfälle mit über 39,3° C bei den Sauen bedeutet eine gestörte Milchproduktion. Ausfluss beachten (ggf. Sauen antibiotisch behandeln)
  • Gesäuge auf Verhärtungen sorgfältig abtasten.
  • Saug- und Beißverhalten der Ferkel beobachten. Wenn der Wurf unruhig ist oder die Ferkel beißen, liegt eine Erkrankung bzw. ein Unwohlsein der Sau oder Milchmangel vor (Quelle: veredelungsproduktion.de)



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Aktualisiert am: 18.11.2009 15:38
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