Ferkelschutzkorb: Verhandlungen gescheitert

Gesundheitsminister Stöger lässt völlig unerwartet die Verhandlungen platzen. In einem Schreiben an Volksanwalt Kostelka erklärt Stöger die Verhandlungen als gescheitert. Die Vertreter der Landwirtschaft sind erschüttert.
Die Verhandlungen rund um den Ferkelschutzkorb wurden von Minister Stöger als gescheitert erklärt.
Die Verhandlungen rund um den Ferkelschutzkorb wurden von Minister Stöger als gescheitert erklärt.
In einer Presseaussendung des VÖS (Verband österreichischer Schweinebauern) erklärt man: "Gesundheitsminister Alois Stöger hat die Verhandlungen zum Ferkelschutzkorb einseitig und hinterrücks platzen lassen." Noch Ende Juli waren weitere Verhandlungen für September vereinbart worden. Weiters ist aus der Meldung zu entnehmen: "Begründet wird der Abbruch mit der Aussage, dass angeblich 'in den mittlerweile vergangenen acht Monaten zu keinem Zeitpunkt Vorschläge bzw. ernsthafte Bereitschaft zur Änderung der Haltung/Fixierung von Sauen in Abferkelbuchten' bestanden habe." Dazu habe jedoch am 26. Juli 2011 ein Gipfelgespräch mit Stöger, Berlakovich, Tierschutzvertretern und Landwirtschaftsvertretern stattgefunden, Stöger argumentiere wider besseren Wissens. In diesem Gespräch hätten die Vertreter der Landwirtschaft eine Reduzierung des Kastenstandes von 156 auf 95 Tage im Jahr vorgeschlagen.

"Aufgrund der weitreichenden Kompromissvorschläge wurde mit den Teilnehmern ein weiteres Gespräch für Anfang September vereinbart, um die letzten Details abzuklären. Dies wurde vom Gesundheitsministerium sogar öffentlich erklärt. Nun hintergeht Stöger mit dieser Absage nicht nur seine Verhandlungspartner aus der Landwirtschaft.", heißt es in der Pressemeldung weiter, er hintergehe auch die Bevölkerung und die Wähler, da er Verhandlungsbereitschaft und Willen zu konstruktiven Lösungen nur vorgegaukelt habe.

„Das Vorgehen von Stöger zeigt, dass er nur Scheingespräche geführt hat und mit dem Thema Ferkelschutzkorb nur politisches Kleingeld machen will. Obwohl wir zu weitgehenden Kompromissen bereit gewesen sind, lässt der Gesundheitsminister die Verhandlungen kurz vor Abschluss platzen. Sollte der Ferkelschutzkorb in Österreich völlig verboten werden, stehen zahlreiche Kleinbauern vor dem Ruin“, betont Ing. Georg Mayringer, Geschäftsführer vom Verband Österreichischer Schweinebauern.

Ein Verbot des Ferkelschutzkorbs hätte für Österreichs Schweinebauern katastrophale Auswirkungen: Die klein strukturierten Betrieben – ein durchschnittlicher Zuchtbetrieb hält hierzulande rund 50 Muttersauen, in Dänemark 1.200 – hätten im freien europäischen Binnenmarkt keine Überlebenschance. Das Negativbeispiel Schweden – dort ist der Ferkelschutzkorb verboten – führt dies vor Augen: Dort ist seit dem EU-Beitritt 1995 die Zahl der Schweinebauern von 11.000 auf 1.200 gesunken. Die Eigenversorgung mit schwedischen Schweinefleisch ist von 100 auf 76 Prozent geschrumpft (in Österreich beträgt sie derzeit noch 100 Prozent), um dort den Bedarf zu decken muss Schweinefleisch aus dem EU-Ausland importiert werden – aus Ländern, in denen es kein Verbot des Ferkelschutzkorbes gibt.


Aktualisiert am: 25.08.2011 10:18
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