Ferkelproduktion in den Niederlanden

Die Sauenhalter in den Niederlanden folgen anderen Gesetzen als die österreichischen. Technik macht vieles möglich, was unmöglich erscheint. Warum ein Vergleich der beiden Länder nicht unbedingt sinnvoll ist.
Jan Brouwers Sauen sind sehr leistungsfähig. Er nützt auch die Vorteile von künstlichen Ammen.
Jan Brouwers Sauen sind sehr leistungsfähig. Er nützt auch die Vorteile von künstlichen Ammen.
20 Sauen im Abferkelabteil, und doch ist es ruhig. Wenn man weiß, dass auch um die 20 Menschen in weißen Overalls im Abteil sind, ist das nicht mehr so selbstverständlich. Staunende Blicke, anerkennendes Gemurmel, zwischendurch Kopfschütteln. 14, 15, 16 Ferkel bei einer Sau. Der Blick wandert zum einzigen in dunklem Overall. Wer Jan Brouwer anschaut, sieht einen stolzen, ruhigen Mann um die 50. Er ist der Eigentümer des 600 Zuchtsauen fassenden Stalls. Außer ihm arbeiten noch zwei weitere Arbeitskräfte je zwei Tage im Stall. Kaum vorstellbar, dass 600 Sauen von 1,7 AKs gemanagt werden. Jedenfalls nicht in Österreich.
Jan bewirtschaftet keinen Acker, er hat keinen Wald und er bekommt Fertigfutter von seinem Lieferanten direkt in den Silo. Keinen Kubikmeter Gülle muss Jan ausbringen. Er konzentriert sich nur auf den Stall und seine Sauen. Kaum vergleichbar also mit österreichischen Landwirten.

Kosten decken
Je intensiver man im Stall arbeitet, desto besser ist meist das Ergebnis. Und dieses Ergebnis braucht Jan wohl mehr als der österreichische Schweinebauer. Jeder Kubikmeter Gülle, der den Hof verlässt, bedeutet für Jan zwar keine Arbeit, aber ein Kubikmeter bedeutet im Jahresschnitt 18 Euro Kosten für die Entsorgung der Gülle. Am Ende des Ganges ist Vorsicht geboten. „Achtung, fall nicht hinein“, ruft Jan Brouwer. Eine Tür wird geöffnet, dahinter ist es stockdunkel und laut. Der Abluftwäscher. In den Niederlanden ist eine solche Anlage bei Neubauten schon Pflicht. Und sie ist auch nicht kostenlos. Die Investitionskosten beliefen sich bei Jan Brouwers Stall auf ca. 100.000 Euro. Jan muss all diese Kosten decken, ganz zu schweigen von der Finanzierung des Stalles. Eigenkapital ist in den Niederlanden bei einem Stallbau meist nicht vorhanden.
Eine Sau kann nach 28 Säugetagen maximal 100 kg Ferkelgewicht absetzen – bei besten Bedingungen. Ihre Leistung ist also begrenzt. Trotzdem müssen Jan und seine niederländischen Berufskollegen mehr Ferkel absetzen, um der Kosten Herr zu werden. Auch Jans Topigs-Sauen können an ihrem Gesäuge keine 33 Ferkel pro Jahr großziehen. Da kommt die Technik ins Spiel.

Lesen Sie mehr zur Technik, die Jan Brouwer in seinem Stall einsetzt in der Ausgabe 7/2013 der Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt". Gratis Probeheft bestellen.

Aktualisiert am: 28.03.2013 15:44
Landwirt.com Händler Landwirt.com User