Ferkelproduktion: Worauf ist bei der Geburtsüberwachung zu achten?

Es ist wichtig, möglichst viele Ferkel gesund aufzuziehen. Da die meisten Ferkelverluste in den ersten Lebenstagen auftreten, kommt einer reibungslosen Geburt eine große Bedeutung zu.

Nach erfolgter Geburt werden die Ferkel abgesperrt, die Beine von eventuell vorkommenden „Grätschern“ parallel gebunden und die Sau wird getränkt.
Nach erfolgter Geburt werden die Ferkel abgesperrt, die Beine von eventuell vorkommenden „Grätschern“ parallel gebunden und die Sau wird getränkt.
Bei der Ferkelerzeugung in einem bestimmten Rhythmus kann die Geburtsüberwachung gut organisiert werden. Beim 3–Wochen-Rhythmus muss nur jede dritte Woche eine zumindest verlängerte „Schicht“ am Mittwoch- und vor allem am Donnerstagabend durchgeführt werden.

Nach der Geburt
Nach Abschluss der Geburt sollte der Wurf für etwa 15 Minuten von der Sau weggesperrt werden. Danach wird die Sau zum Aufstehen veranlasst, um eine Gesundheitskontrolle zu ermöglichen und die Wasseraufnahme zu unterstützen. Grätscherferkel werden an den Hinterbeinen gebunden.
Gegenwärtig gibt es in einer Reihe von Betrieben das Problem zu früher Geburten. Hier können Krankheiten, wie PRRS, Influenza oder Circovirus-Infektionen, verantwortlich sein, was gemeinsam mit dem Tierarzt abzuklären ist. Hochtragende Sauen dürfen keinem Stress ausgesetzt sein. Außerdem sollte die Futtermittelqualität unter dem Aspekt Mykotoxine überprüft werden. Zusätzliche Vitamingaben (B, C, E) können hilfreich sein.

Rechnet sich die Geburtsüberwachung?
Normalerweise wird in den Ferkelerzeugerbetrieben keine komplette Nachtschicht erforderlich sein. Betriebe mit einer Intensiv-Betreuung haben gute Erfahrungen damit gemacht, von Dienstag bis Donnerstag eine Spätschicht bis 22 Uhr zu organisieren. Zumindest muss an den Hauptabferkeltagen ein später Kontrollgang (zwischen 20 und 22 Uhr) eingerichtet werden. Feller (2004) hat ein Rechenmodell entwickelt, wonach bei 20 abferkelnden Sauen und einer Ferkelverlust-Senkung um 3 Prozent zwei achtstündige Nachtschichten bezahlt werden können. Jede Stunde, die weniger entlohnt werden braucht, gestaltet die Rechnung für den Betriebsleiter günstiger.

Autor: Prof. Dr. Steffen HOY, Universität Gießen (D)


Aktualisiert am: 14.01.2008 11:46
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