Ferkelproduktion: Selbstkritisch zum Erfolg

Die Fähigkeiten, Kritik anzunehmen und ständige Selbstkritik zu üben, sind die tragenden Säulen der Erfolgsgeschichte des erst 26jährigen Ferkelerzeugers Christian Ferk. Im Jahr 2008 erreichte er 26,35 abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr. Blicken Sie mit uns hinter die Kulissen seines Erfolgs.
Christian Ferk erreicht gemeinsam mit seinen Eltern Christa und Franz bereits seit sieben Jahren 26 abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr.
Christian Ferk erreicht gemeinsam mit seinen Eltern Christa und Franz bereits seit sieben Jahren 26 abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr.
Gleich nach dem Abschluss der LFS Hatzendorf und dem Bundesheer stieg Christian Ferk in den elterlichen Betrieb von Christa und Franz Ferk in Neutersdorf bei St. Veit am Vogau (STMK) ein. Bereits 2001 stockte er seinen Bestand von 70 auf 154 Zuchtsauen auf. Um die Gefahr einer ständigen Neuinfektion durch einen laufenden Jungsauen-Zukauf zu umgehen, stallte er 120 Jungsauen und Zuchtläufer auf einmal auf. Die Zuchttiere waren nach Alter in Gruppen zu je 20 Sauen gestaffelt. „Der Start war perfekt, der hätte wirklich nicht besser sein können.“, ist Christian Ferk noch heute überzeugt, wenn er von der Rauschestimulation mit Regumate® erzählt. Im ersten Jahr konnten ausschließlich mit diesen Jungsauen fast 24 abgesetzte Ferkel erreicht werden und das mit minimalem Medikamenteneinsatz.

Nur 2% Umrauscher
„Wir hatten in den ersten Jahren nur 2% Umrauscher“, erzählt Ferk weiter. Mit 5 % ist der Umrauschwert heute noch immer herausragend. Insgesamt bezog der steirische Ferkelerzeuger während der Aufstockungsphase 180 Sauen von einem französischen Zuchtunternehmen und war mit dem Sauenmaterial sehr zufrieden. Die aufwändige Organisation sowie die verpflichtenden Blutproben von den importierten Tieren waren schließlich der Grund für das Ende der Zusammenarbeit.

Erweiterungskapazität ausgeschöpft
Die Familie Ferk, Vater Franz Ferk engagiert sich bei der Ferkelaufzucht und in der Mast und auch Mutter Christa Ferk arbeitet am Betrieb mit, bewirtschaftet momentan 30 ha Ackerland. Angebaut werden großteils Mais und Kürbis, 1 ha ist stillgelegt. Der Absatz der restlichen Gülle ist über Gülleverträge gesichert. Derzeit gibt es am Betrieb 154 Zuchtsauenplätze, rund 900 Ferkelaufzuchtplätze und 180 Plätze für Schweinemast. Fragt man Christian Ferk nach einer möglichen Betriebserweiterung, so schüttelt er nur den Kopf. „Wir liegen mitten im Ort, zwischen zwei landwirtschaftlichen Betrieben. Für einen Ausbau der Stallkapazität fehlt uns der Platz.“ Für ihn ist außerdem klar, dass eine Kapazitätserweiterung nur mit Gülleverträgen sinnvoll ist, da die Pachtpreise in der Gegend mittlerweile bei € 1000,- liegen und ein Getreidezukauf schon die leistbarere Variante ist.

Konstante Spitzenleistungen
„Sicher bin ich mit der Leistung zufrieden, es gibt aber immer noch Optimierungspotenzial“, relativiert Christian Ferk. So wäre eines seiner Ziele eine noch konsequentere Remontierung von Altsauen. Zufrieden kann er jedenfalls sein. In den sieben Jahren, in denen Christian Ferk den Betrieb managt, konnte er konstant Spitzenleistungen erzielen. Für die Zukunft kann sich Christian Ferk vorstellen, einen kombinierten Betrieb zu führen. Ob in Eigenregie oder in Kooperation, lässt er offen.

Autoren: Reinhild JÄGER, Oberaich und Roman GOLDBERGER, Rainbach


Autor:
Aktualisiert am: 20.02.2009 11:36

Landwirt.com Händler Landwirt.com User