Ferkelproduktion: Sauenabgänge minimieren

Optimale Remontierungsverhältnisse in den Ferkelerzeugerbetrieben erfordern das Minimieren der Sauenabgänge. Der entscheidende Faktor ist dabei die Sauensterblichkeit.
Konditionskontrolle ist wichtig, denn untergewichtige Sauen haben eine überdurchschnittliche Mortalität.
Konditionskontrolle ist wichtig, denn untergewichtige Sauen haben eine überdurchschnittliche Mortalität.
In den Schweinezuchten und Ferkelerzeugerbetrieben findet eine regelmäßige Bestandserneuerung (Remontierung) statt. Dabei müssen die aus den unterschiedlichsten Gründen ausgeschiedenen Sauen durch zuchtreife Remontetiere ersetzt werden. Wenn im Verlaufe eines Wirtschaftsjahres keine Bestandsveränderung, also weder eine Bestandserweiterung noch eine Abstockung vorgenommen wird, dann entspricht die Remontierungsquote annähernd der Höhe der Sauenabgänge. Für die rheinischen Ferkelerzeugerbetriebe gilt eine jährliche Bestandsergänzung von 40 % als Zielstellung. Tatsächlich weichen die Durchschnittswerte des erfolgreichen und des weniger erfolgreichen Viertels vom Mittel des Rheinischen Erzeugerringes für Qualitätsferkel e. V. ab.

Die wichtigsten Risikofaktoren
Die vorliegenden Zahlen lenken das Augenmerk auf die erkennbaren Ursachen für Todesfälle bzw. ungewollte Abgänge in der Sauenhaltung. Dabei geht es in erster Linie um den Ausschluss folgender Risikofaktoren:
• Eine entscheidende Rolle spielt die durchgängige Sicherung der Zuchtkondition der Sauen über alle Reproduktionsabschnitte hinweg. Unter den verendeten Sauen finden sich gehäuft solche, die im Vergleich zu den vorgegebenen Sollwerten zu leicht / zu dünn waren. Die Körperverfassung und -zusammensetzung, insbesondere die Anfütterung und Erhaltung der erforderlichen Fettdepots beeinflusst dabei die reproduktive Fitness, welche das Überlebenspotential der Zuchttiere einschließt.
• Bei einer Verkürzung der Säugezeit von 22 – 26 Tagen auf 17 – 21 Tage wächst die Wahrscheinlichkeit, dass ein vermehrter Anteil der Sauen vorzeitig aus der Herde ausscheidet. Am empfindlichsten reagieren die jüngeren Sauen (Wurfnummer 1 und 2) auf das sehr frühe Absetzen, während bei den älteren Muttertieren die Verbleiberate wieder zunimmt. Es kommt also darauf an, auch in den Betrieben mit dem sehr frühen Absetzen der Ferkel dafür zu sorgen, dass bei möglichst vielen Sauen eine Mindestsäugezeit von 21 Tagen gewährleistet wird. Eine mittlerweile bewährte und erfolgreich praktizierte biotechnische Maßnahme besteht in der partiellen Geburtsauslösung bei den Sauen mit einer unerwünscht langen Trächtigkeitsdauer von über 115 Tagen.

Autoren: Johannes HILGERS, Landesverband Rheinischer Schweinezüchter e.V., Meckenheim, und Prof. Dr. Uwe HÜHN, Wölfershausen (D)


Aktualisiert am: 21.07.2009 10:23
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